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Alles im Lack?!

Dertailaufnahme des Zufügens von Farbpigmenten mit einer Pipette.
Auch bei der Herstellung von Lack kann man viel falsch machen: Die Ausbildung zum Lacklaborant vermittelt die nötigen Kenntnisse.
Foto: Hans-Martin Issler

Lacklaborant

Alles im Lack?!

Als Auszubildender zum Lacklaboranten entwickelt und verbessert Noah Petry (19) mit seinen Kollegen Rezepturen für den farbigen Oberflächenbelag. Dabei muss er beachten, wo der Lack später haften soll, wie der Kunde ihn auftragen will und ob er Sonne oder Nässe ausgesetzt sein wird.

Alles im Lack – dieses Motto prägt den Arbeitsalltag von Noah Petry. „Schon in der Schule hatte ich viel Spaß an Chemie, wünschte mir also eine Tätigkeit, die damit zu tun hat. Außerdem wollte ich nicht den ganzen Tag im Büro sitzen. Als Lacklaborant kann ich Handwerk und Theorie ideal verbinden“, schwärmt der 19-Jährige aus dem hessischen Driedorf, der bei der Firma Weilburger Coatings im dritten Lehrjahr den Beruf des Lacklaboranten erlernt.

In der Ausbildung beschäftigt sich Noah Petry mit allen Stationen, die der Lack durchläuft: von der Herstellung über Auftragetechniken bis zu Prüfmethoden und Qualitätssicherung. Der meist farbige Oberflächenbelag ist ein komplexes Material. Winzige Änderungen einzelner Komponenten können dafür sorgen, dass er glänzender oder matter, zäher oder flüssiger wird. Denn Lack ist nicht gleich Lack: Ein Belag, der auf Holz aufgetragen werden soll, ist anders als einer, den man für Kunststoff und Metall verwendet.

Rezepturen ausprobieren und verbessern

Ein Porträt-Foto von Noah Petry.

Noah Petry

Foto: Roland Hofmann

Wenn Noah Petry und seine Kollegen Lack herstellen, erfolgt daher immer zunächst ein Gespräch mit dem Kunden, egal ob Firma oder Privatperson. Die Lacklaboranten erfragen dabei, wie der Kunde den Lack haben möchte und wofür er ihn einsetzen will. Danach probieren sie verschiedene Rezepturen aus, verbessern sie gezielt oder entwickeln sie weiter. Am Ende kommt ein Produkt heraus, das an die Wünsche des Kunden angepasst ist.

„Dazu gehören auch Kundenbesuche vor Ort. Dort schauen wir uns an, wie der Kunde unseren Lack konkret nutzt. Falls dabei Probleme entstehen, können wir die direkt erfassen und nach Lösungen suchen. Die Versuche mit neuen Rezepturen führen wir bei uns im Labor durch, dokumentieren dabei akribisch, was wir getestet haben und zu welchen Ergebnissen wir gekommen sind“, erzählt Noah Petry.

Spritzen, streichen oder tauchen?

„Auch die Art und Weise, wie der Kunde den Lack auftragen möchte, spielt eine entscheidende Rolle – will er ihn spritzen, streichen, walzen oder tauchen?“, berichtet Noah Petry. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Einflüsse, denen der Lack später ausgesetzt sein wird: Wirkt Sonnenlicht oder Feuchtigkeit auf ihn ein, muss er mechanischem Druck standhalten und darf sich daher nicht leicht zerkratzen lassen? „In diesem Fall ist es Pflicht, dass wir einen Schutz gegen Korrosion einbauen“, erläutert der Auszubildende. Auch die Farbe des Lackes bestimmt der Kunde. „Bestimmte Effekte wie Metallic sind dabei recht populär. Das kennt man aus der Autoindustrie“, fügt er hinzu.

Gerne möchte der angehende Lacklaborant, der sich in seinem Ausbildungsbetrieb sehr wohlfühlt, nach dem Abschluss dort weiterarbeiten. „Die Aussichten sind gut, glaube ich.“ Noah Petry ist unter anderem deshalb erfolgreich in seiner Ausbildung, weil er eine der Grundvoraussetzungen dafür mitgebracht hat: Interesse an und gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern.

Hier geht´s zu „So kann ein Arbeitstag aussehen" >>

abi>> 14.05.2018