„Schon bevor man sich für eine Ausbildung zum Mathematisch-technischen Software-Entwickler – kurz MATSE – entscheidet, sollte man sehr gute Kenntnisse in Mathe und Spaß an Informatik haben“, sagt Sabine Klein, die ihre Lehre beim Projektträger im Forschungszentrum Jülich macht, das Technologien für die Gesundheits-, Energie- und Klimaforschung entwickelt und Lösungen im Bereich der Informationsverarbeitung bietet.
Der Projektträger im Forschungszentrum Jülich setzt im Auftrag der öffentlichen Hand Forschungs- und Innovationsförderprogramme um. „Als MATSE arbeite ich hier im zweiten Lehrjahr in der IT-Abteilung. Ich entwickle Datenmodelle und programmiere vor allem Datenbank-Anwendungen“, sagt die Auszubildende, die auch bei Fragen Ansprechpartnerin ist. „Hat ein Wissenschaftler in unserem Haus ein Problem mit der Software oder dem Datenbanksystem, versuche ich das Problem zu analysieren und zu lösen“, sagt Sabine Klein, die dafür viel Sorgfalt und Durchhaltevermögen an den Tag legen muss. Auch werde sie kontaktiert, wenn Mitarbeiter zusätzliche Funktionen in ihrem Datenbanksystem wünschen. „Das sind zum Beispiel zusätzliche Eingabefelder für Kontakte oder Projektbeschreibungen“, sagt sie.
Algebra und Algorithmen
Erfahren hat die 20-Jährige von dem Beruf auf der Abi Messe in Köln, am Stand des Forschungszentrums Jülich. „Ich war sofort begeistert und wusste, das ist genau mein Ding“, erinnert sie sich. Nach dem Abi hat sie dann genau eine Bewerbung geschrieben. Den Einstellungstest, den sie machen musste, bevor sie in Jülich loslegen konnte, hat sie erfolgreich bestanden.
Ein Ausbildungsplatz ist Voraussetzung, um sich an der Fachhochschule Aachen im dualen Bachelorstudiengang „Scientific Programming“ einzuschreiben. „Zwei- bis dreimal die Woche studiere ich an der FH“, sagt Sabine Klein, die dort in Fächern wie IT-Grundlagen, Lineare Algebra oder Algorithmen unterrichtet wird. „Das Studium verbindet Mathematik und Informatik. Wir entwickeln dabei mathematische Methodenkompetenz und lösen Probleme mithilfe verschiedener Programmiersprachen.“ Zwar habe sie keine langen Semesterferien, dafür aber auch nicht so viele Hausarbeiten wie Studierende anderer Fächer.
Als IT-Expertin überall gefragt
Mathematisch-technische Software-Entwickler werden in vielen Unternehmen gebraucht. „Wir sind eben Spezialisten im IT-Bereich und können uns schnell in Probleme hineindenken“, sagt Sabine Klein. Außer in der Forschung arbeiten diese Experten auch in industriellen Unternehmen, die Produkte der Informations- und Kommunikationstechnik entwickeln. Aber auch bei Versicherungsgesellschaften oder Banken finden sie Anstellungsmöglichkeiten. Wenn Sabine Klein Ausbildung und Studium abgeschlossen hat, kann sie sich gut vorstellen, entweder als Softwareentwicklerin zu arbeiten oder ein Masterstudium in Technomathematik anzuschließen.





