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Kleinstarbeit unterm Mikroskop

Eine Frau hängt einen Schutzanzug an einer Kleiderstange
Ohne Schutzanzug geht nichts! Mikrotechnologen müssen penibel darauf achten, keine Hautpartikel an die Mikrochips kommen zu lassen.
Foto: Ria Kipfmüller

Mikrotechnologin

Kleinstarbeit unterm Mikroskop

Als angehende Mikrotechnologin stellt Carolin Niebler (25) bei Infineon in Regensburg Chips für Handys, Computer und Autos her, die so klein sind, das man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Es ist eine Tätigkeit, die Präzision und ein hohes Konzentrationsvermögen erfordert.

Naturwissenschaften und Technik – bereits zu Schulzeiten gehörten diese Themen zu Carolin Nieblers größten Interessen. Nach dem Abitur studierte sie daher zunächst einige Semester Chemie, merkte aber bald, dass ihr das Fach zu theoretisch ist. Auf der Suche nach einer Alternative stieß sie auf die Ausbildung zur Mikrotechnologin beim Chiphersteller Infineon und wusste sofort: „Das passt zu mir.“

„Im Bewerbungsgespräch wurde ich vor allem auf meine Kenntnisse in den Bereichen Mathe und Physik abgeklopft“, erinnert sich die heute 25-Jährige. Mit ihrem Talent und ihrer Begeisterung auf diesem Gebiet konnte sie die Personalchefs überzeugen und begann im Sommer 2015 ihre dreijährige Ausbildung.

Sich in der Lehrwerkstatt ausprobieren

Ein Porträt-Foto von Carolin Niebler

Carolin Niebler

Foto: Marcus Spangenberg

Die theoretischen Grundlagen erlernt die angehende Mikrotechnologin Carolin Niebler im Blockunterricht an der Berufsschule: Sechsmal im Jahr stehen für je zwei Wochen Themen wie Chemische Prozesse, Halbleiter- und Mikrosystemtechnik sowie Fertigungstechnologie auf dem Stundenplan. Auch englische Fachbegriffe lernt sie. Da Infineon ein international agierender Konzern ist, kommt ihr das zugute. „Gerade in der Entwicklungsabteilung arbeitet man häufig mit Kollegen aus aller Welt zusammen und muss sich dementsprechend gut verständigen können“, erzählt sie.

Zurück im Betrieb setzt Carolin Niebler das Erlernte zunächst in den Lehrwerkstätten, im Chemielabor und im Mikrotechnologielabor in die Praxis um. „Die Möglichkeit, dort alles weitgehend selbstständig testen zu können, ist toll“, sagt die angehende Mikrotechnologin. „So lernt und begreift man am besten.“ Jede Woche wird sie dort in einen neuen Bereich eingeführt – von Chemie, über Mikrotechnologie bis hin zu Elektrotechnik. Am Ende der Woche schreiben sie und die anderen Auszubildenden einen Test, mit dessen Hilfe das neue Wissen abgeprüft wird.

Mit Diamant- und Lasersäge ans Werk

Im Rahmen ihrer Ausbildung durchläuft sie rund sechs verschiedene Bereiche mit jeweils mehreren Wochen Dauer – unter anderem erhält sie einen Einblick in die Entwicklungs- und die Herstellungsabteilung. Dort schaut Carolin Niebler zunächst den erfahrenen Mitarbeitern über die Schulter, ehe sie selbst mitarbeiten kann. „Die Anlagen, die wir nutzen, sind sehr teuer, darum werden wir langsam herangeführt“, sagt sie.

Nach einigen Tagen dürfen sich auch die Auszubildenden an der Herstellung der Mikrochips beteiligen – eine Arbeit, die sehr viel Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick erfordert: „Zur Herstellung der Chips fräsen wir mithilfe von Diamant- oder Lasersägen kleine Löcher und Rillen in Siliziumplatten und bringen die Metallkontakte an.“

Carolin Niebler hat mit der Ausbildung ihren Traumjob gefunden: „Ich schätze die Tatsache, dass ich in meinem Beruf etwas herstelle, das für unseren Alltag unverzichtbar geworden ist. Die Chips, die wir bauen, landen in Computern, Handys und Autos – ohne sie könnten wir all diese Annehmlichkeiten nicht nutzen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 27.04.2017