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Roggen mit Charakter

Ein junger Mann arbeitet auf einem Acker.
In der Ausbildung zum Pflanzentechnologen steht vor allem der Lebenszyklus einer Pflanze im Mittelpunkt.
Foto: Gentsch

Pflanzentechnologe

Roggen mit Charakter

Bei Wind und Wetter ist Malte Brix (20) auf den Versuchsfeldern im Einsatz, arbeitet im Labor oder im Gewächshaus. Dem angehenden Pflanzentechnologen gefällt vor allem die Arbeit an der frischen Luft und das Gefühl, am Ende des Tages zu sehen, was er geschafft hat.

Roggen ist eines der wichtigsten Brotgetreide, wird zudem als Energiepflanze für Biogasanlagen gezüchtet und stellt an Boden und Witterung keine allzu großen Ansprüche. An der Landessaatzuchtanstalt (LSA), einer Einrichtung der Universität Hohenheim, ist dem Roggen neben Mais, Weizen, Soja und anderen Getreidearten eine eigene Abteilung gewidmet. Malte Brix hat bei der LSA im August 2018 seine dreijährige Ausbildung zum Pflanzentechnologen begonnen und war in den ersten Monaten vor allem in der Roggenabteilung im Einsatz: „Hier werden Züchtungsverfahren weiterentwickelt und Pflanzen optimiert, damit sie besser mit Krankheiten und Schädlingen zurechtkommen, bei der Nährstoffaufnahme- und Verwertungseffizienz gut abschneiden und möglichst tolerant gegen Stressfaktoren wie Klimaveränderungen sind.“

Die inneren Werte des Getreides

Ein Porträt-Foto von Malte Brix

Malte Brix

Foto: privat

In seiner Ausbildung betreut Malte Brix den kompletten Lebenszyklus einer Pflanze: Er lernt, wie man Kulturpflanzen zu Versuchs- und Vermehrungszwecken anbaut, pflegt, bewässert und erntet. Er dokumentiert, wie man unterschiedliche Züchtungs- und Vermehrungsverfahren anwendet, Proben nimmt und analysiert. „Ich arbeite dabei auch abteilungsübergreifend an den laufenden Forschungsprojekten mit – das finde ich spannend.“

Verschiedene Gewächshäuser, in denen Pflanzen vorgezüchtet werden, befinden sich direkt auf dem Gelände der LSA. Als Freilandlabor dienen Höfe mit weiteren Versuchsflächen. „Die unterschiedlichen Lagen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit sich, wodurch Vergleichswerte entstehen“, erklärt der Auszubildende. Manche Parzellen kann er mit dem Fahrrad erreichen, zu anderen muss er mit dem Auto oder Traktor fahren. Ein Autoführerschein war daher Voraussetzung bei der Bewerbung.

Sehr häufig arbeitet Malte Brix draußen: Zäune bauen, vorgezüchtete Jungpflanzen einsetzen, Pflanzen auf Versuchsflächen begutachten, Bewässerungsanlagen aufbauen. Auch filigrane Aufgaben fallen an, etwa mit Skalpell und Pinzette Blattproben nehmen oder Extrakte pipettieren sowie Kreuzungen erstellen. Dazu kommen Aufgaben am PC, etwa Feldpläne erstellen, Proben dokumentieren oder Messdaten auswerten. Dabei ist Genauigkeit eine wichtige Voraussetzung: „Man muss auf jeden Fall sehr sorgfältig und gewissenhaft arbeiten. Ein Zahlendreher könnte das Ergebnis einer gesamten Versuchsreihe verfälschen.“

Die Begeisterung zählt

Die Berufsbildende Schule in Einbeck ist aktuell deutschlandweit die einzige für Pflanzentechnologen. Der Unterricht findet blockweise statt und dauert in der Regel drei Wochen. „Manche werden in Saatgutfirmen, bei privaten Pflanzenzucht-Unternehmen, andere in Untersuchungs- und Forschungsanstalten oder wie ich an einer Hochschule ausgebildet“, erzählt Malte Brix.

Der 20-Jährige war auf die Ausbildung aufmerksam geworden, als er sich über „grüne“ Berufe informiert hat. „Die Mischung aus Arbeiten im Freien, Labor und Schule hat mich angesprochen.“ Interesse an Bio und Chemie hat er ohnehin: „Es kommt aber nicht auf das Vorwissen an, sondern auf die Begeisterung“, stellt der Azubi fest.

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

abi>> 06.05.2019