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Arbeiten im Jahreszyklus

gemahlenen Köner im Reagenzglas
Möglichst ertragreich und krankheitsresistent soll das Saatgut sein – bei der Pflanzenzucht wird nichts mehr dem Zufall überlassen.
Foto: Karsten Socher

Pflanzentechnologin

Arbeiten im Jahreszyklus

Wenn eine Weizenernte ertragreich ist und die Qualität stimmt, haben nicht nur Landwirte, sondern auch Pflanzentechnologen einen guten Job gemacht. In ihrer Ausbildung lernt Saskia Grieswald (20) bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), wie neue krankheitsresistente Sorten gezüchtet und erforscht werden. Dafür arbeitet sie die meiste Zeit im Freien.

Ob im Labor, Gewächshaus oder auf dem Feld – das hängt ganz vom Ausbildungsbetrieb ab. „Auf der Versuchsstation Borwede legen wir Felder mit neuen Sorten von Weizen, Roggen, Gerste, Raps, Mais oder Rüben an und untersuchen diese auf verschiedene Merkmale, zum Beispiel wie ertragreich oder krankheitsanfällig sie sind. Gemeinsam mit meinen Kollegen dokumentiere ich das für jede Parzelle und übertrage die Daten anschließend in eine Datenbank“, erzählt die 20-Jährige über ihr erstes Ausbildungsjahr.

Im Fachjargon nennt sich dieser Prozess Wertprüfung – die neuen Sorten werden über mehrere Jahre angebaut, gepflegt und geerntet. Auf den freien Markt schaffen es später nur die Sorten, die vom Bundessortenamt zugelassen werden – sehr gute Qualitätseigenschaften vorausgesetzt. Während der regulär dreijährigen dualen Ausbildung – die Abiturientin verkürzt aufgrund ihrer Schulbildung auf zwei Jahre – wird Saskia Grieswald den Rhythmus der Jahreszyklen mitmachen, wie etwa ihre erste Weizenernte in diesem Sommer, bei der sie sogar einen Mähdrescher fahren wird.

Chemie, Biologie und Exkursionen

Ein Porträt-Foto von Saskia Grieswald

Saskia Grieswald

Foto: Foto Behrens

In jedem Ausbildungsjahr besucht die 20-Jährige für elf Wochen die Berufsschule im niedersächsischen Einbeck. Der Unterricht ist jährlich auf drei Blöcke verteilt, in denen die Auszubildenden insgesamt zwölf Lernfelder bearbeiten. Im ersten Jahr geht es dabei um Fragen wie: Was braucht eine Pflanze? Was sind gute und schlechte Böden? Wie werden Substrate und Nährmedien hergestellt?

Praxisnah wird es durch viele Exkursionen. „Wir waren bei einem Saatgutzüchter und haben eine Weizen-Aussaat vorbereitet. Dazu mussten wir errechnen, wie viel Saatgut für eine bestimmte Fläche benötigt wird, danach die Samen abwiegen und für die Drillmaschinen eintüten“, erzählt sie. Bei der Arbeit im Labor wiederum hat sie gelernt, wie schädlingsresistente Pflanzen geklont und damit schnellstmöglich reproduziert werden können.

Welche Einsatzgebiete man vertiefen möchte, legt übrigens jeder Azubi selbst fest. Da ihr die Arbeit im Freien sehr wichtig war, hat Saskia Grieswald von den sieben Schwerpunkten die Bereiche Feld- und Pflanzenschutz-Versuchswesen gewählt. Außerdem stünden Gewächshaus, Kulturlabor, Saatgutwesen, Untersuchungslabor sowie Zuchtgarten zur Wahl. Im Gegensatz zu den landwirtschaftlich-technischen Laboranten (so hieß der Beruf bis 2013) ist damit das Arbeitsspektrum der Pflanzentechnologen breiter.

Wenig Schreibtischarbeit

Dass ihr Arbeitsalltag aufgrund der Jahreszeiten abwechslungsreich ist, weiß sie sehr zu schätzen. Außerdem verbringe sie nur circa 20 Prozent ihrer Zeit im Büro, etwa um die auf dem Feld erfassten Daten in eine LWK-interne Datenbank zu übertragen. Einziger Nachteil: wenn ihre Freunde in den Sommerurlaub fahren, hat sie Urlaubssperre, denn dann ist Erntezeit. Wie es nach der Ausbildung weitergehen soll, dafür gibt es auch schon Pläne: „Bei der grünen Richtung will ich auf jeden Fall bleiben und noch mehr lernen. Ich kann mir gut vorstellen, später Pflanzenwissenschaften oder Landschaftsökologie zu studieren.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 18.07.2016