Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Tabletten, Nasensprays und andere Medikamente

Verschiedene Tabletten sind aufeinander gestapelt
Die Herstellung von Arzneimitteln erfordert viel Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein.
Foto: Martin Rehm

Pharmakantin

Tabletten, Nasensprays und andere Medikamente

Mit der Produktion von Arzneimitteln geht viel Verantwortung einher. Geübt wird daher zunächst ohne Wirkstoffe: Madeline Schmidt (21) lernt während ihrer Ausbildung zur Pharmakantin alle Herstellungsprozesse kennen.

Madeline Schmidt interessiert sich für Naturwissenschaften und informierte sich nach dem Abitur über die beruflichen Möglichkeiten in diesem Fachbereich. „Ich wollte erst einmal nicht studieren und nicht ausschließlich im Labor arbeiten.“ Als sie nach einer passenden Ausbildung suchte, stieß sie auf den Beruf Pharmakant/in. „Da ich mir darunter nichts vorstellen konnte, habe ich auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit nachgelesen, welche Aufgaben man übernimmt“, erzählt sie. Was sie las, gefiel ihr und so schickte sie Bewerbungen an Unternehmen, die diese Ausbildung anboten. Es klappte bei Merck in Darmstadt.

Im Azubi-Labor

Ein Porträt-Foto von Madeline Schmidt

Madeline Schmidt

Foto: Privat

Inzwischen hat Madeline Schmidt das zweite von insgesamt dreieinhalb Ausbildungsjahren fast beendet und einige Abteilungen kennengelernt. „Ich komme jeweils für drei bis vier Monate in unterschiedliche Bereiche wie Produktion, Verpackung, Forschung und Entwicklung oder Qualitätssicherung“, erklärt sie. Auch interne pharmazeutische Praktika, durchschnittlich zwei bis drei Wochen lang, gehören zur Ausbildung. Dabei werden die Grundlagen der Arzneimittelherstellung in einem Pharmalabor vermittelt, das ausschließlich den Auszubildenden zur Verfügung steht. „Hier lernen wir in kleinerem Maßstab unterschiedliche Maschinen, Verfahren und Prozesse kennen. Dabei stellen wir Medikamente ohne Wirkstoffe her, also Produkte wie Cremes, Nasensprays aus Kochsalzlösung oder Kirschdrops in Tablettenform.“ Auch die Dokumentation der Herstellungsprozesse und Hygienemaßnahmen werden im Azubi-Labor geübt.

Regelmäßig besucht Madeline Schmidt die Berufsschule im Blockunterricht für jeweils zwei oder drei Wochen. „Im ersten Lehrjahr hatten wir viel mit Chemie zu tun“, erinnert sie sich. Es wurden Grundlagen wiederholt. „Bei der Medikamentenherstellung, bei der verschiedene Stoffe gemischt werden, muss man wissen, welche Stoffe wie miteinander reagieren.“ In der Ausbildungspraxis ist dieses Fachwissen im Umgang mit Chemikalien als Wirk- oder Hilfsstoffe unverzichtbar.

Alle Arbeitsschritte kennenlernen

Bei der Herstellung von Tabletten prüft sie die Einsatzstoffe, wiegt einzelne Zutaten sorgfältig ab und gibt sie über einen Trichter in die Maschine – immer unter der Aufsicht eines Ausbilders oder ausgebildeter Mitarbeiter. Auch in die weiteren Arbeitsschritte wird Madeline Schmidt eingewiesen, etwa in das Mischen und den Prozess der Granulation. Dadurch entstandenes grobkörniges Substrat lässt sich zu Tabletten pressen. „Auf diese Weise werden die Tablettenkerne hergestellt und bei Bedarf mit einem Überzug versehen“, weiß die Auszubildende. Außerdem erfährt sie, wie die Tabletten auf Zerfall, Härte, Höhe und Durchmesser geprüft werden.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung könnte Madeline Schmidt in der Produktion tätig werden und zur Schicht- oder Linienführerin aufsteigen. „Ich könnte aber auch die Weiterbildung zur Industriemeisterin Pharmazie machen oder berufsbegleitend studieren, etwa Pharmazie oder Verfahrenstechnik. Ein Studium kann ich mir gut vorstellen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 27.06.2016