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Verschiedene Darreichungsformen herstellen

Die Pharmakanten lernen im Laborpraktikum verschiedene Darreichungsformen von Medikamenten zu entwickeln.
Im Labor werden verschiedene Darreichungsformen von Medikamenten entwickelt.
Foto: Nicole Schwab

Pharmakantin

Verschiedene Darreichungsformen herstellen

Ein Schnittstellenbereich zur Chemie ist die Herstellung von Arzneimitteln. Aylin Gerber hat ihn für sich entdeckt. Bei Merck in Darmstadt macht die 25-Jährige eine Ausbildung zur Pharmakantin.

Ihr Faible für Naturwissenschaften wollte Aylin Gerber zum Beruf machen, so viel stand fest. Sie studierte drei Jahre in Frankfurt auf Lehramt für Haupt- und Realschule mit den Fächern Biologie, Chemie und Deutsch, wechselte dann für ein Biologie-Studium an die Technische Universität Darmstadt (TU). Doch die Zweifel, ob der akademische Weg der richtige ist, blieben. „Als gegen Ende des Lehramtstudiums die Praxiseinheiten mehr wurden, habe ich gemerkt, dass die gelernte Theorie und die Praxis nur schwer vereinbar waren. Daraufhin suchte ich das Gespräch mit einem Dozenten, der mir die Ausbildung zur Pharmakantin empfohlen hat.“ Sie bewarb sich mit Erfolg für einen Platz bei Merck – und ist nun bereits im zweiten Ausbildungsjahr.

Im pharmazeutischen Praktikum und im Betrieb

Ein Porträt-Foto von Aylin Gerber.

Aylin Gerber

Foto: Irene Redkin

Insgesamt dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre, bei entsprechenden Leistungen ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich. „Wir haben Blockunterricht in der Berufsschule, mit unterschiedlichen Fächern auf dem Stundenplan“, erklärt Aylin Gerber. „Hier lernen wir, außer Mathe, Chemie und Biologie, wie Arzneimittel hergestellt werden, welche Gesetze und Vorschriften eingehalten werden müssen und wie eine hohe Arzneimittelqualität erreicht wird.“

In der Ausbildungsabteilung – dem sogenannten pharmazeutischen Praktikum – erfolgt dann die Umsetzung in die Praxis. „Hier werden Medikamente in verschiedenen Darreichungsformen, also fest, halbfest und flüssig im kleinen Maßstab an Miniatur-Produktionsanlagen hergestellt – natürlich ohne echte Wirkstoffe.“ Die Auszubildenden lernen dabei den Umgang mit modernen computergestützten Prozessleitsystemen, mit denen die komplexen Produktionsanlagen gesteuert werden. Auch auf das dritte Ausbildungsjahr ist Aylin Gerber schon gespannt. „Dann dürfen wir im galenischen Praktikum außerdem die Darreichungsformen selbst entwickeln.“

Im Betrieb arbeitet sie in unterschiedlichen Produktionsbereichen mit, lernt Verpackungsverfahren und die Qualitätssicherung kennen. Auch in einer Abteilung, die Arzneimittel entwickelt, wird sie eingesetzt. „Hinzu kommen viele weitere Praktika, die auch über den Pharmabereich hinausgehen. Sie beinhalten zum Beispiel das Arbeiten an Chemieanlagen, Labortechnologie, mikrobiologische Technologien und den Umgang mit Metall in der Werkstatt.“ Ihr Fazit fällt positiv aus: „Insgesamt ist die Ausbildung zum Pharmakanten wirklich sehr abwechslungsreich – auch deshalb, weil wir die Möglichkeit haben, ins Ausland zu gehen.“ Sie selbst wird zu Beginn des dritten Ausbildungsjahrs acht Wochen in einem österreichischen Zweigwerk von Merck in Spittal an der Drau verbringen

Ein Abschluss mit spannenden Perspektiven

In einem Pharmabetrieb zu arbeiten, bedeutet für alle Beschäftigten auch, täglich Verantwortung zu tragen. „Wir stellen Medikamente her, die zum Teil schwerkranken Patienten verabreicht werden“, sagt Aylin Gerber. „Da ist es besonders wichtig, sehr genau zu arbeiten und jede Vorschrift einzuhalten.“ Gefordert sind ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Umsichtigkeit. Je nach Einsatzgebiet kann der Beruf Pharmakant auch körperlich anstrengend sein.

Auch die Arbeit im Schichtbetrieb gehört oft zum Alltag. „Im Laufe der Ausbildung dürfen wir auf freiwilliger Basis in die Schichtarbeit reinschnuppern. Hier lernen wir Früh-, Spät- und Nachtschicht kennen, also das Drei-Schicht-System. Ansonsten arbeiten wir während der Ausbildung in gleitender Arbeitszeit.“ Die Auszubildende kommt gut mit den Anforderungen zurecht. „Dafür hat man als Pharmakanten-Azubi die Möglichkeit, jeden Tag etwas Neues zu lernen und viele spannende Erfahrungen zu sammeln. Auch die Arbeit hier im Team gefällt mir gut.“

Pläne für die Zeit nach dem Abschluss hat Aylin Gerber auch schon. „Ich würde sehr gern hier im Unternehmen bleiben und weiterhin im Pharmabereich arbeiten. Besonders der Bereich der Qualitätssicherung interessiert mich aufgrund der täglich wechselnden Herausforderungen. Langfristig würde ich gern die Weiterbildung zur Industriemeisterin für Pharmazie machen. Auch den Bereich Biotechnologie finde ich spannend, denn er könnte in Zukunft innovative Entdeckungen für die Pharmaindustrie bereithalten.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

abi>> 24.09.2018