Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

In den Laboren der Hochschule

Detail: Physiklaborantin führt eine Probe in einem Versuchsaufbau zur Resonanz-Raman-Spektroskopie ein.
Physiklaboranten lernen während ihrer Ausbildung viele verschiedene Themenbereiche kennen. Viel Raum nimmt die Laborarbeit mit physikalischen Proben ein.
Foto: Axel Jusseit

Physiklaborantin

In den Laboren der Hochschule

Experimente für Studien- und Forschungszwecke vorbereiten und unterstützen: Während ihrer Ausbildung zur Physiklaborantin lernte Hanna Lisa Hoffmann (22) die vielen Facetten der Naturwissenschaft kennen.

Mit ihrer Allgemeinen Hochschulreife hätte Hanna Lisa Hoffmann ein Studium beginnen können, doch eine Ausbildung entsprach mehr ihren Vorlieben. „Für mich war früh klar, dass ich nach der Schule etwas Praktisches machen wollte. Weil mich die Arbeit im Labor gereizt hat, habe ich mich schließlich für den Beruf der Physiklaborantin entschieden.“ Einen Ausbildungsplatz fand sie am Institut für Physik der Kondensierten Materie der TU Braunschweig.

Physikalische Versuche vorbereiten

Ein Porträt-Foto von Hanna Lisa Hoffmann

Hanna Lisa Hoffmann

Foto: privat

Im ersten Jahr wurden der Auszubildenden zunächst grundlegende Arbeitstechniken wie Löten vermittelt. „Als Übungsstück stellten wir eine Brücke aus Schweißdraht her, die eine Last von zehn Kilogramm schweren Bleiziegeln tragen konnte. Im Bereich der Elektrotechnik habe ich zum Beispiel Schaltungen auf Platinen gelötet.“ Von Beginn an waren die Ausbildungstage geprägt durch die Funktion des hochschuleigenen Instituts: Vor allem während des Semesters führten viele Doktoranden oder Studierende der Physik, die gerade an ihrer Bachelor- oder Masterarbeit schreiben, Versuche in den verschiedenen Laboren durch. „Wir wurden mit Vorbereitungen beauftragt, zum Beispiel wenn Probenhalter oder speziell behandelte Metallproben benötigt wurden“, erklärt sie.

So lernte Hanna Lisa Hoffmann im Rahmen der Ausbildung die rund 20 physikalischen Labore mit ihren unterschiedlichen Arbeitsgeräten kennen. „Dazu gehören im Hauptraum unter anderem eine Bohrmaschine, Schleif- und Poliermaschinen für die Bearbeitung der Proben und elektrische Messgeräte. Außerdem gibt es spezielle Labore wie abgedunkelte Räume für optische Experimente.“ Auch mit Arbeiten an Maschinen und Anlagen wurde sie vertraut gemacht. „So habe ich an einer Anlage, mit der ganz dünne Metallfilme aufgedampft werden, Vakuumpumpen gewartet und Ölwechsel durchgeführt. Oft mussten außerdem Modifikationen an der Anlage vorgenommen werden, wenn andere Physiker daran arbeiten wollten.“

Schichtdicken von Proben bestimmen

Im zweiten Ausbildungsjahr verbrachte Hanna Lisa Hoffmann besonders viel Zeit mit der Vorbereitung von Physikvorlesungen. „Wir haben dann für die jeweiligen Professoren Versuche aufgebaut und in der Vorlesung präsentiert. So haben wir etwas vom Studium mitbekommen.“ Dies war zugleich eine Vorbereitung für ihre Zwischenprüfung, zu der auch der Aufbau von Versuchen gehörte.

Die Arbeit am Transmissionselektronenmikroskop (TEM) lernte die angehende Physiklaborantin im dritten Ausbildungsjahr kennen. „Damit kann man Proben anschauen und Schichtdicken bestimmen. Ich habe einer Kollegin geholfen und mir wurde vieles erklärt.“

Die letzten sechs Monate der dreieinhalbjährigen Ausbildung standen ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung: Versuche aufbauen, Löten üben und den Lernstoff wiederholen. „Gegen Ende der Ausbildung hat sich herauskristallisiert, dass ich zunächst für ein halbes Jahr am Institut übernommen werde“, freut sich Hanna Lisa Hoffmann, die das Abschlusszeugnis seit Kurzem in der Tasche hat. „Ich würde den Vertrag sehr gern verlängern. Auf jeden Fall möchte ich weiter in dem Beruf arbeiten. So könnte ich mir vorstellen, als Physiklaborantin in der freien Wirtschaft tätig zu sein, etwa in der Entwicklung, Herstellung oder im Bereich Qualitätssicherung von Produkten.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 15.08.2016