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Instandhaltung auf Ozeanriesen

Eine junge Frau kontrolliert die Anlagen im Maschinenraum
Schiffsmechaniker verbringen den Großteil ihres Arbeitstages im Maschinenraum, um die dortigen Anlagen zu überprüfen und gegebenenfalls zu reparieren.
Foto: Thorsten Mischke

Schiffsmechaniker

Instandhaltung auf Ozeanriesen

Während seiner Ausbildung zum Schiffsmechaniker ist Paul Friedrich Pultke (19) regelmäßig auf Containerschiffen unterwegs – und legt auch im Hafen Hand an.

Ein Praktikum in der 10. Klasse brachte Paul Friedrich Pultke „auf den richtigen Dampfer“. Weil er sich für den Beruf Schiffsmechaniker interessierte, sah er sich auf der Internetseite des Verbands Deutscher Reeder (VDR) um und stieß auf eine ungewöhnliche Ausschreibung. „Angeboten wurde ein Ferienfahrerpraktikum. Dabei können Oberstufenschüler in den Sommerferien auf einem Schiff mitfahren und den Bordalltag kennenlernen. Ich habe mich sofort beworben.“ Die Antwort übertraf seine Erwartungen: „Mir wurde ein Praktikum auf einem großen Containerschiff zugesagt, das nach Asien und Südamerika fuhr.“ Es war die Santa Rita, das Ausbildungsschiff der Reederei Hamburg Süd – und schon bald darauf ging er für sechs Wochen an Bord.

Praktikum gibt den Ausschlag

Ein Porträt-Foto von Paul Friedrich Pultke

Paul Friedrich Pultke

Foto: privat

Als Paul Friedrich Pultke zurückkehrte, stand sein Berufswunsch fest: „Ich habe gleich eine Bewerbung an die Reederei geschrieben, wurde dann zum Bewerbungsgespräch eingeladen und bekam auch schnell eine Zusage. Dabei war sicherlich auch das Praktikum ausschlaggebend, denn nicht jedem liegt die Seefahrt“, berichtet der 19-Jährige, der sich inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr bei der Tochterfirma der Hamburg Süd, der Columbus Shipmanagement GmbH (CSG) befindet.

Die dreijährige Ausbildung zum Schiffsmechaniker beginnt dort mit dem zweiwöchigen Lehrgang „Safety Basics“, in dem Grundlegendes zur Sicherheit vermittelt wurde. Es folgen Praxisphasen an Bord der Santa Rita oder auf anderen Containerschiffen, im Wechsel mit Blockunterricht an der Berufsschule in Lübeck-Travemünde: Jeweils drei Monate hat er Unterricht, dann geht es auf die nächste Fahrt.

Im Maschinenraum und an Deck

Nach und nach lernt Paul Friedrich Pultke dabei, die vielseitigen Aufgaben eines Schiffsmechanikers auszuüben. „Bei unserer ersten Fahrt hatten wir für zehn Wochen eine Metallgrundausbildung, bei der wir Techniken wie Feilen, Sägen, Schweißen und Drehen gelernt haben“, berichtet er. „Denn es kommt auch vor, dass man zum Beispiel ein Ersatzteil unterwegs selbst herstellen muss.“

Im Maschinenraum und an Deck fallen regelmäßig Instandhaltungsarbeiten an, bei denen er immer mehr dazulernt. Ein Schiffsbetriebsmeister steht den Auszubildenden dabei zur Seite. Mal gilt es etwa, die Aggregate an den Maschinen zu warten, mal ist eine Winde an Deck defekt, dann wieder ist eine Kontrolle der Ladung fällig. „Wir sind unter anderem auch dafür zuständig, zu überprüfen, ob die Kühlcontainer funktionieren“, sagt Paul Friedrich Pultke. Übungen für den Fall eines Brands an Bord gehören ebenfalls zur Ausbildung.

Manöver im Hafen

Wenn der nächste Hafen angesteuert wird, oftmals zu später Stunde, müssen auch alle Auszubildenden „auf Standby“ sein. Jede Hand wird benötigt, um den Ozeanriesen am Pier zu vertäuen – ebenso beim Ablegen. „Genauso kann es vorkommen, dass wir als Steuermann eingesetzt werden, wenn wir in den Hafen ein- oder auslaufen“, ergänzt Paul Friedrich Pultke. Weil er auch vieles zur Bootsführung lernt, kann er nach dem Abschluss der Ausbildung den Sportbootführerschein See beantragen, ein schönes Plus für die Freizeit.

Beruflich wird für ihn wohl ein Hochschulstudium der nächste Schritt sein: „Das ist erforderlich, um die weitere Laufbahn zum technischen Offizier, also Ingenieur für Schiffsbetriebstechnik, oder nautischem Offizier bis hin zum Kapitän einschlagen zu können“, erklärt er. „Ich finde beide Bereiche spannend und werde mir noch überlegen, in welchem die Reise weiter gehen wird.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

 

abi>> 24.10.2017