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Mit Präzision in die Luft

Ein Mann kontrolliert die Reifen seines Flugzeuges auf dem Vorfeld.
Sorgfältiges und genaues Arbeiten ist für Technische Produktdesigner besonders wichtig.
Foto: Thomas Lohnes

Technischer Produktdesigner

Mit Präzision in die Luft

Philipp Nussmann (22) absolviert eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner mit Schwerpunkt Maschinen- und Anlagenkonstruktion bei der Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH. Beim weltweit agierenden Ausrüster für Luftfahrt befindet er sich inzwischen im dritten Ausbildungsjahr.

„Bei der Wahl meiner Ausbildung war mir wichtig, dass ich nach dem Abschluss eine aussichtsreiche Perspektive auf dem Arbeitsmarkt habe – und für ein eventuell anschließendes Maschinenbaustudium gut vorbereitet bin“, sagt Philipp Nussmann. Aber nicht nur deshalb entschied er sich für die Ausbildung zum Technischen Produktdesigner: „Die Anforderungen meines Arbeitsbereiches sind technisch anspruchsvoll – und dabei auch noch spannend und abwechslungsreich“, erklärt er.

Das Unternehmen aus dem Allgäu entwickelt, fertigt und wartet integrierte Systeme, die in Flugzeugen oder Hubschraubern zum Einsatz kommen. Dazu gehören beispielsweise Fahrwerke, Getriebe oder Flugsteuerungssysteme. „Wir modellieren 3D-Bauteile in Konstruktionsprogrammen am PC und setzen sie in Baugruppen zusammen. Davon werden dann in Absprache mit den Konstrukteuren Zeichnungen für die Fertigung und Montage erstellt“. Sorgfältiges und genaues Arbeiten ist daher besonders wichtig: „Trotz wachsender Erfahrung und ähnlicher Arbeitsschritte muss man konzentriert bei der Sache bleiben. Präzision ist entscheidend“, merkt der 22-Jährige an.

Ein Porträt-Foto von Philipp Nussmann

Philipp Nussmann

Foto: Privat

Die praktische Ausbildung im Betrieb wird an bis zu eineinhalb Tagen in der Woche durch Theorieeinheiten an der Berufsschule ergänzt. „Zunächst machten wir uns mit den allgemeinen Zeichenregeln vertraut und lernten das Erstellen von Handskizzen. Später begannen wir mit Zeichnungen am PC und arbeiteten an systematisch geplanten Projekten“, schildert er. Auch das Verständnis für die verschiedenen Herstellungsverfahren wird an der Berufsschule vermittelt: „Drehen, Fräsen und Gießen – das sind elementare Bestandteile des Unterrichts“, erklärt Philipp Nussmann. Aber auch Fremdsprachenkenntnisse sind gefordert. „Wir lernen Fachbegriffe aus dem Maschinenbau sowie die Kommunikation mit Geschäftspartnern – auf Englisch. Das reizt mich“.

Bei Liebherr-Aerospace in Lindenberg durchläuft der angehende Technische Produktdesigner alle Konstruktionsabteilungen und bekommt so einen umfassenden Einblick. „Neben der Erstellung von Zeichnungen lernen wir die verschiedenen Fertigungsverfahren an den jeweiligen Maschinen kennen. Auch die Montage vor Ort und mögliche Prüfverfahren gehören dazu.“ Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Auszubildenden die Möglichkeit, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

Das Studium im Blick

Da der 22-Jährige seine Ausbildungszeit von dreieinhalb auf drei Jahre verkürzen konnte, steht bald die Abschlussprüfung an. Neben einem theoretischen Teil besteht diese auch aus einem praktischen Part. „Im Betrieb muss ich eine konstruktive Aufgabe innerhalb von 70 Stunden bearbeiten – inklusive Zeichnungen und Dokumentation. Zu diesem Projekt muss ich dann eine Präsentation erstellen und im Fachgespräch die Fragen von den Prüfern beantworten – vergleichbar mit der Seminararbeit auf dem Gymnasium.“

Für die Zeit nach seiner Ausbildung schmiedet Philipp Nussmann bereits Pläne: „Ich würde gerne Maschinenbau mit vertiefter Praxis studieren. Liebherr-Aerospace Lindenberg bietet seinen Auszubildenden diese Möglichkeit in Zusammenarbeit mit der Hochschule Kempten an. Ansonsten habe ich auch die Möglichkeit, eine Fortbildung zum Techniker zu machen, die zwei Jahre in Vollzeit oder vier Jahre in Teilzeit dauert. Alternativ kann ich nach meiner Ausbildung aber auch als ausgebildeter Facharbeiter tätig sein.“

 Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 11.05.2016