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Auf Tuchfühlung mit Baumwolle und Co.

Verschieden farbige Garnspulen liegen stehen nebeneinander.
In der Textilbranche kommen verschiedene Materialien und Stoffe zum Einsatz. Ob die Qualität den Anforderungen entspricht, prüfen Textillaboranten.
Foto: Julien Fertl

Textillaborantin

Auf Tuchfühlung mit Baumwolle und Co.

Mit Textilien kommt jeder Mensch jeden Tag in Berührung. Vivien Wallmeyer (19) lernt Materialien und Stoffe aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Die 19-Jährige absolviert bei der Firma Kettelhack in Rheine eine Ausbildung zur Textillaborantin.

Nach dem Abitur 2015 wollte Vivien Wallmeyer eigentlich Chemielaborantin werden. Nach einem Praktikum und einer Berufsberatung bei der örtlichen Agentur für Arbeit entschied sie sich dann aber für eine Ausbildung zur Textillaborantin: „Die Vielfalt des Berufs hat mich überrascht und letztendlich auch überzeugt. Außerdem finde ich es schön, einen Beruf zu erlernen, den nicht jeder kennt“, erklärt sie.

Nun ist sie bei Kettelhack GmbH in Rheine – einem Spezialisten für Hochleistungstextilien sowie Bettwäsche im Hotel- und Hospitalbereich – inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr. Einmal in der Woche fährt sie nach Nordhorn zur Berufsschule. Dort stehen allgemeine textile Grundlagen, Farbstoff-Chemie, Fachrechnen sowie die Grundlagen für die chemischen und physikalischen Prüfungen im Labor auf dem Stundenplan. „Manchmal mikroskopieren wir aber auch oder machen kleine Versuche an den Stoffen“, erzählt die Auszubildende.

Knittern, einlaufen, abfärben

Ein Porträt-Foto von Vivien Wallmeyer

Vivien Wallmeyer

Foto: privat

„Dass ich schon am Gymnasium Chemie-Leistungskurs hatte, hilft mir sowohl in der Theorie wie auch bei der praktischen Arbeit“, findet sie. Im Betrieb beschäftigt sie sich vor allem mit den Prüfungen der Gewebe. „Mit Hilfe von verschiedenen Maschinen überprüfe ich nach bestimmten Normen zum Beispiel die richtige Breite, aber auch die Festigkeit und Elastizität eines Stoffes. Ich stelle unter anderem auch fest, ob ein Gewebe beim Waschen einläuft, knittert oder ob es abfärbt“, berichtet Vivien Wallmeyer von ihren abwechslungsreichen Arbeitstagen. „Außerdem lerne ich als Textillaborantin etwas über Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz oder Maßnahmen für den Umweltschutz. Wichtig ist auch die Dokumentation der eigenen Ergebnisse. Die Ausbildung ist also sehr vielfältig und man lernt ständig etwas Neues dazu. Das mag ich besonders“, sagt die 19-Jährige. Da schon kleine Abweichungen bei den Laborarbeiten die Ergebnisse verfälschen können, ist es nach ihrer Einschätzung sehr wichtig, dass man sorgfältig und genau arbeitet. „Und da wir im Labor letztendlich mit unseren Prüfungen darüber entscheiden, ob eine bestimmte Stofflieferung in die Produktion gehen darf, hat man auch eine hohe Verantwortung bei der täglichen Arbeit“, betont sie.

Branchenübergreifendes Wissen erwerben

Im Frühjahr steht für Vivien Wallmeyer bereits die Zwischenprüfung an, die aus einem schriftlichen Teil in der Berufsschule und einem praktischen Teil im Ausbildungsbetrieb besteht. Die Auszubildende hofft, dass sie nach ihrer erfolgreichen Zwischenprüfung die Zusage von ihrem Arbeitgeber bekommt, ihre Ausbildungszeit von dreieinhalb auf zweieinhalb Jahre zu verkürzen. „Danach möchte ich gerne bei Kettelhack weiterarbeiten und vielleicht berufsbegleitend ein Fernstudium beginnen. Interessieren würde mich Qualitätsmanagement, um mir noch branchenübergreifendes Wissen in diesem Bereich anzueignen“, so die angehende Textillaborantin.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 22.02.2017