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Fokussiert sein auch in brenzligen Situationen

Ein Porträt-Foto von Hannah Netzer
Schwere Ausrüstung: Die angehende Werkfeuerwehrfrau Hannah Netzer muss körperlich fit und belastbar sein.
Foto: privat

Werkfeuerwehrfrau

Fokussiert sein auch in brenzligen Situationen

Nach dem erfolgreichen Eignungstest ist der Weg frei für Hannah Netzer: Während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau wird die 24-Jährige auf die Herausforderungen kommender Einsätze vorbereitet.

Wegweisend für Hannah Netzer war ein Praktikum bei einer Werkfeuerwehr. Das war Voraussetzung für ein Studium im ingenieurwissenschaftlichen Bereich, das sie zunächst interessierte. Doch ihr Praktikum hatte sie so begeistert, dass sie sich stattdessen für die Ausbildung bei der Feuerwehr entschied. Sie fand einen Ausbildungsplatz bei der Merck KGaA in Darmstadt. Das pharmazeutisch-technische Unternehmen hat eine eigene Feuerwehr mit rund 140 hauptamtlichen Einsatzkräften.

Inzwischen hat Hannah Netzer das dritte und damit letzte Ausbildungsjahr erreicht. Das Besondere an der Ausbildung für Werkfeuerwehrleute ist aus ihrer Sicht, dass dem fachspezifischen Teil zum Thema Feuerwehr ein kompakter handwerklicher Ausbildungsblock vorangeht. „Dabei wurden uns Grundkenntnisse in vielen Bereichen wie Holz, Metall und Elektrotechnik vermittelt“, berichtet sie. „Außerdem haben wir den Betrieb mit allen seinen Bereichen kennengelernt.“ Diese rein handwerkliche Ausbildung erfolgt während der ersten anderthalb Jahre.

Der richtige Umgang mit Löschpumpen und Co.

Die anschließende feuerwehrtechnische Ausbildung fand für Hannah Netzer an verschiedenen Orten statt, etwa draußen auf einem Übungsgelände oder im Ausbildungscenter, wo Feuerwehrleute aus unterschiedlichen Betrieben ausgebildet werden. „In dieser Zeit lernt man alles für den Einsatz, vom Ausrollen des Schlauchs bis hin zum Bedienen von feuerwehrtechnischem Gerät.“ Dazu gehören beispielsweise Feuerlöschpumpen, Atemschutzgeräte oder Stromgeneratoren. Tage im Lehrsaal mit Theorie-Unterricht wechseln ab mit Tagen, an denen die angehenden Werkfeuerwehrleute ausschließlich den Umgang mit diesen Geräten trainieren.

Für die Auszubildende brachte dieser zweite Teil besonders viele und spannende Erfahrungen mit sich: „Es ist ein Erlebnis, das erste Mal mit mehr als 20 Kilogramm Ausrüstung und Schutzkleidung durch die Atemschutzübungsstrecke zu klettern. Platzangst darf man dort nicht haben. In den folgenden Übungen gewöhnt man sich allerdings schnell an das Gewicht und die Belastung und lernt, die Situationen einzuschätzen.“

Besondere Höhepunkte sind die Ausbildungsabschnitte in verschiedenen Brandsimulationsanlagen. „Dort macht man die Erfahrung, wie sich ein Kellerbrand oder eine Rauchgasdurchzündung anfühlt, mit welchen Temperaturen man zu rechnen hat und an welche Grenzen man gehen kann.“ Nach acht Monaten ist dieser Teil der Ausbildung abgeschlossen.

Nach dem Abschluss stehen viele Wege offen

Innerhalb der drei Jahre erwirbt die 24-Jährige außerdem einen LKW-Führerschein und macht eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. „Gegen Ende der Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau lerne ich meine zukünftigen Wachabteilungen kennen, sodass auch der Schichtdienst ein Thema wird“, ergänzt Hannah Netzer.

Verantwortungsbewusstsein wie auch Teamfähigkeit sind Grundvoraussetzungen, da bei Einsätzen immer gemeinsam gearbeitet wird. „Außerdem sollte man in der Lage sein, sich in manchen Situationen selbst zu überwinden, zum Beispiel wenn es um Arbeiten in der Höhe oder in engen Bereichen geht“, schildert die angehende Werkfeuerwehrfrau. „Die körperliche Belastbarkeit wird bereits vor Ausbildungsbeginn in einem Eignungstest festgestellt.“

Nach dem Abschluss bieten sich Hannah Netzer verschiedene Perspektiven: „So kann ich mich an meinem Arbeitsplatz weiter spezialisieren, zum Beispiel auf Arbeiten in der Atemschutzwerkstatt oder im vorbeugendem Brandschutz.“ Es gibt auch Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa zum Gruppenführer. Und die Hochschule ist nach wie vor eine Option für sie: „Einem anschließenden Studium im naturwissenschaftlichen Bereich steht nichts im Wege. Vielmehr ist es sogar gern gesehen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 20.03.2017