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Präzise, präziser, Zahntechniker

Anpassen der kieferorthopädischen Schiene im Artikulator.
Zahntechniker stellen unter anderem Zahnspangen und Schienen her, die gegen nächtliches Knirschen oder Schnarchen verordnet werden.
Foto: Friso Gentsch

Zahntechniker

Präzise, präziser, Zahntechniker

Ein schönes Lächeln öffnet viele Türen, so heißt es, und dazu tragen nicht zuletzt Zahntechniker bei. Für diesen Beruf braucht es unter anderem handwerkliches Geschick, Genauigkeit und Leistungsbereitschaft.

Anderen Menschen zu schöneren Zähnen zu verhelfen, gehört zum Berufsalltag von Zahntechnikern. Sie fertigen und reparieren im Auftrag von Zahnärzten festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz, wie Brücken, Kronen, Implantate oder Prothesen. Außerdem stellen sie zahn- und kieferregulierende sowie therapeutische Geräte her, zum Beispiel Zahnspangen oder Schienen, die gegen nächtliches Knirschen oder Schnarchen verordnet werden.

Akribie, Konzentration und ein guter Blick

Ihre Tätigkeit üben Zahntechniker in zahntechnischen Labors, Praxen oder Zahnkliniken aus. Dort bearbeiten sie mit Hilfe von Schleif-, Bohr-, Polier- und Fräsmaschinen sowie Zangen und Pinzetten Materialien wie Gold, Keramik, Kunststoffe, Gips oder Titan. Das erfordert neben handwerklichem Geschick räumliches Vorstellungsvermögen, Beobachtungsgenauigkeit, Konzentrationsfähigkeit und einen ausgeprägten Sinn für akribisches Arbeiten. „Mathematisches Verständnis sowie Interesse an Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie und Physik sollten Auszubildende ebenfalls mitbringen“, ergänzt Christine Braun, Geschäftsführerin der Zahntechniker-Innung Köln. „Ebenso wichtig sind Freude am gestalterischen Arbeiten und ein guter Blick für Formen und Farben”, erläutert die Expertin.

Wo Handwerk und Technik sich treffen

Darüber hinaus muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich ständig weiterzuentwickeln – die Informationstechnologie verändert die Herstellungsprozesse von Zahnersatz und die Labore ziehen mit. Mittlerweile spielt digitales Designen am Computer eine große Rolle. Brücken, Kronen und anderer Zahnersatz werden mit computergestützten Planungs- und Fertigungsmethoden hergestellt: „Zum Beispiel wird ein Zahn- oder Kiefermodell eingescannt und am Rechner bearbeitet. Anschließend werden die Daten an eine sogenannte Fräsmaschine geschickt, die das Rohgerüst des Zahnersatzes aus gewünschtem Material herausschleift“, erklärt Christine Braun.

Laut Angaben des Verbands deutscher Zahntechnikerinnungen (VDZI) durchlaufen aktuell deutschlandweit etwa 6.500 junge Menschen die Ausbildung zum Zahntechniker. Für das Jahr 2013 verzeichnet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 1.884 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge; 1995 waren es noch 4.311. „Der Grund hierfür liegt unter anderem darin, dass die Zahl der zahntechnischen Betriebe in den letzten Jahren zurückgegangen ist und es dementsprechend weniger Mitarbeiter und Auszubildende gibt. Hinzu kommt, dass immer mehr Schüler das Abitur machen und sich danach für ein Studium entscheiden", konstatiert Christine Braun.

Bei den weiblichen Azubis nimmt dieses Handwerk aber gegenwärtig Platz drei auf der Beliebtheitsskala der gewerblich-technischen Berufe ein, wie Zahlen des Deutschen Handwerkskammertags (DHKT) belegen. Und das trotz oder gerade wegen einer anspruchsvollen dualen Ausbildung. Dreieinhalb Jahre dauert diese in der Regel und gliedert sich in das praktische Arbeiten im Betrieb sowie den Besuch der Berufsschule, wo die Azubis unter anderem alles über physikalische und chemische Prozesse, den Aufbau des Körpers und die Werkstoffe lernen, mit denen sie arbeiten.

Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung

Wer über Abitur verfügt, kann die Ausbildung auf Wunsch um ein Jahr verkürzen. Christine Braun allerdings rät dazu, nicht von vornherein in erster Linie an einen schnellen Abschluss zu denken: „Gerade in diesem Beruf kommt es trotz Digitalisierung nach wie vor auf anatomische Kenntnisse sowie auf die handwerklichen Fertigkeiten in der funktionellen und ästhetischen Umsetzung an – da gibt es während der dreieinhalb Jahre viel zu tun.“ Hat man eine gute Zwischenprüfung abgelegt, besteht die Möglichkeit, sich ein halbes Jahr früher zur Gesellenprüfung anzumelden.

Generell sind die Berufsperspektiven gut, da qualifizierter Nachwuchs dringend gesucht wird. Denjenigen, die sich nach der bestandenen Gesellenprüfung spezialisieren möchten, beispielsweise auf bestimmte Verarbeitungstechniken oder Materialien, stehen viele Bereiche offen. Eine Möglichkeit der Weiterbildung ist die Kieferorthopädie. Viele Zahntechniker entscheiden sich nach einigen Jahren im Beruf für den Besuch einer Meisterschule, mit deren Abschluss sie einen eigenen Betrieb führen und angehende Zahntechniker ausbilden können. Außerdem bietet sich ein Studium der Zahnmedizin oder der Medizintechnik an, um das bereits Gelernte zu vertiefen. Dabei profitieren ehemalige Auszubildende von ihren Praxiserfahrungen. So auch beim Bachelorstudiengang Dentaltechnologie an der Hochschule Osnabrück, der sich um ingenieurtechnische Fragen sowie neue Werkstoffe und Techniken dreht.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Zahntechniker/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit (Suchbegriff: Zahntechnik)
www.kursnet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)

www.vdzi.de

Verband medizinischer Fachberufe e.V.

www.vmf-online.de

das dental labor

Internetportal des Zahntechniker-Magazins mit Jobbörse und Kleinanzeigen
www.dlonline.de

abi>> 28.08.2015

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