Seit Juli arbeitet Christin Köhler in der Kundenberatung der Friedrichshafener Filiale der Sparda-Bank Baden-Württemberg e.G. und berät zu allem, was Girokonten angeht. Zu ihren Aufgaben gehören aber auch Geldanlagen, Service und die Kasse. Das ist nicht grundsätzlich anders als in der Ausbildung. „Wir sind auch vorher bei allen Beratungen dabei, man darf sehr viel selbst machen“, erzählt die 21-Jährige, die sich schon zu Schulzeiten für das Thema Ausbildung interessiert hatte. Bei einem Betriebspraktikum entdeckte sie ihr Interesse am Finanzmarkt, weshalb sie sich schließlich bei verschiedenen Banken bewarb – mit Erfolg: „Ich hatte sogar die Möglichkeit, mich zwischen mehreren zu entscheiden“, erzählt Christin Köhler, die bei der Wahl ihrem Bauchgefühl folgte. „Bei der Sparda-Bank war es gleich familiär.“ Während einige Institute einen Einstellungstest vorschalten und 150 bis 200 Bewerber über Fragebögen schwitzen lassen, lud die Sparda-Bank, Deutschlands zweitgrößte Genossenschaftsbank, gleich zum Gruppen-Assessment-Center. In lockerer und aufgeschlossener Atmosphäre stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.
Sonderweg mit Doppelabschluss
Das Besondere an ihrer Ausbildung: Statt einer normalen Lehre zur Bankkauffrau hat Christin Köhler mit ihrer Ausbildung gleich die Zusatzqualifikation Allfinanz angestrebt und darf sich jetzt Finanzassistentin nennen. Diese zwei- bis zweieinhalbjährige Sonderausbildung, auch Abiturientenausbildung genannt, setzt die Hochschulreife voraus und endet mit einem doppelten Abschluss – in ihrem Fall Bankkauffrau und Finanzassistentin. In der Bank, meint Christin Köhler, mache das aber keinen großen Unterschied: Sie hat alle internen Abteilungen durchlaufen und dabei Geld- und Vermögensanlage, Kreditgeschäft, Rechnungswesen und die Kontoverwaltung kennengelernt, sie hat im Beratungscallcenter der Bank und in Filialen direkt mit Kunden gearbeitet.
In der Berufsschule allerdings war der Stoff komprimiert, Gemeinschaftskunde und Deutsch entfielen, dafür hatten Christin Köhler und ihre Kollegen zwei zusätzliche Fächer: Steuerlehre und Allfinanz, das die Immobilienfinanzierung und das Versicherungsgeschäft zusammenfasst. Außerdem dauerte die doppelt qualifizierende Ausbildung zur Finanzassistentin in ihrem Fall nur zwei Jahre. „Dadurch, dass wir mit Abitur oder Fachhochschulreife anfangen, können wir schneller ins Berufsleben starten“, meint die 21-Jährige, die gleich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wurde.
Studium nicht ausgeschlossen
Einen typischen Tagesablauf gibt es für Christin Köhler nicht. An manchen Tagen steht sie den ganzen Tag über am Schalter, bereitet Auszahlungen vor, beantwortet Fragen zum Konto oder vereinbart Termine. An anderen Tagen ist sie hauptsächlich in Beratungsgesprächen und empfängt Kunden in ihrem eigenen Büro. Auch wenn Menschen sterben und der Nachlass geregelt werden muss, ist Christin Köhler gefragt. Sie prüft, ob Sterbeurkunde und der notarielle Erbnachweis vorhanden sind, und bespricht dann mit den Angehörigen, wie das Konto abgewickelt werden soll. „Das ist traurig und eines der schwierigsten Themen überhaupt“, sagt sie. Im Moment allerdings freut sie sich darauf, dass bald auch das Thema Baufinanzierung zu ihrem Aufgabenbereich gehören wird. „Ich hätte zu Beginn der Ausbildung nicht geglaubt, dass mir das Arbeiten so viel Spaß macht“, sagt Christin Köhler.
Und wie geht’s weiter? Ein Studium ist noch nicht ganz in die Ferne gerückt. Christin Köhler würde gern Betriebswirtin werden und will berufsbegleitend studieren. Später, denn aktuell hat sie jede Menge anderes zu tun: Sie bildet sich schon weiter und macht gerade den Ausbilderschein.






