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Von Marketing bis Vertrieb

Jemand unterschreibt eine Rechnung.
Einkauf, Vertrieb, Logistik, Marketing – die Aufgaben von Industriekaufleuten sind breit gefächert.
Foto: Christiane Zenkert

Industriekaufmann

Von Marketing bis Vertrieb

Philipp Marsmann absolviert eine Ausbildung zum Industriekaufmann in der Zentrale der BSH Hausgeräte GmbH in München. In zwei Jahren durchläuft der 19-Jährige alle Abteilungen des weltweit agierenden Unternehmens.

„Ich habe nach einer Ausbildung gesucht, die mit Wirtschaft zu tun hat und in der man ein internationales Unternehmen von Grund auf kennenlernt“, erzählt Philipp Marsmann. Daher hat er sich nach dem Abitur bei der BSH Hausgeräte GmbH in München um eine Ausbildungsstelle als Industriekaufmann beworben. Als Abiturient hat er die Möglichkeit, den Beruf des Industriekaufmanns in nur zwei statt drei Jahren zu erlernen.

Der 19-Jährige aus Olching bei München hat seine Ausbildung im September 2015 begonnen. Von Anfang an übernimmt er viel Verantwortung: „Ich bearbeite schon jetzt eigenverantwortlich viele unterschiedliche Aufgaben. Genauso habe ich mir meine Ausbildung erhofft“, berichtet der junge Mann.

Datenanalyse, PowerPoint und Mystery Shopping

Ein Porträt-Foto von Philipp Marsmann

Philipp Marsmann

Foto: Privat

In der Zentrale in München bekommt der angehende Industriekaufmann einen guten Überblick, wie die einzelnen Geschäftsbereiche zusammenwirken. In jeder Abteilung des Unternehmens macht er für zwei bis drei Monate Station. Momentan arbeitet er in der Abteilung „Produkt Marketing Kühlgeräte Europa“. Hier analysiert er, welche Geräte wo in Europa gut laufen und welchen Gewinn das Unternehmen dabei macht. „Diese Daten bereite ich dann in einer Präsentation auf und zeige sie meinen Kollegen. So können sie die Strategie für die kommenden Jahre entwickeln.“, erklärt er. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, die Präsentationen anderer Mitarbeiter vom Deutschen ins Englische oder umgekehrt zu übersetzen. Außerdem erforscht er als „Mystery Shopper“, also als anonymer Testkäufer, das Verkaufsverhalten seiner Kollegen.

Vorher war Philipp Marsmann im Vertrieb tätig, gab unter anderem Kundenaufträge in die Erfassungssysteme ein oder kontaktierte Kunden, wenn sich die Lieferzeiten für Waschmaschinen oder Kühlschränke verkürzten oder verlängerten. Außerdem begleitete er einen Tag lang einen Außendienstmitarbeiter. Als nächstes wird der Auszubildende einige Wochen im Einkauf der Unternehmensfabrik in Dillingen arbeiten. „Sicher auch ein paar Stunden am Band“, weiß er bereits. Damit hat er kein Problem: So erfährt er, was an der „Basis“ passiert. „Wenn ich nach dem ersten Lehrjahr einen Überblick über die Abteilungen habe, kann ich vorschlagen, wo ich im zweiten Jahr schwerpunktmäßig eingesetzt werden möchte“, erzählt er.

„In einem internationalen Unternehmen ist vieles möglich“

Im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungen besuchen Philipp Marsmann und seine Mitauszubildenden keine staatliche Berufsschule. Stattdessen vermitteln ihnen Dozenten in vier- bis sechswöchigen Blöcken die Theorie in den Räumen der BSH. Sie unterrichten ein Schwerpunktthema pro Theorieblock, beispielsweise Marketing oder Vertrieb. Auch ein Rhetorikkurs und zwei Wochen Wirtschaftsenglisch waren bisher dabei.

Der Auszubildende hat bereits festgestellt, wie wichtig Englisch in einem internationalen Unternehmen ist. Außerdem sollten angehende Industriekaufleute auch wirtschaftliches Interesse und Organisationstalent mitbringen. Eigenständigkeit und eine gewisse Zahlenaffinität werden ebenfalls erwartet.

Philipp Marsmann gefällt es in seiner Ausbildungsfirma so gut, dass er auch in Zukunft dort arbeiten möchte. So kann er sich vorstellen, sich innerhalb der Firma nebenberuflich zum Betriebswirt weiterbilden zu lassen oder ein Wirtschaftsstudium anzuschließen und nebenbei als Werkstudent bei der BSH Hausgeräte GmbH zu arbeiten. „Vielleicht gehe ich auch eine Weile an einen Standort der BSH ins Ausland. In einem internationalen Unternehmen ist vieles möglich.“

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abi>> 16.03.2016

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