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In die Fremdsprache und zurück

Eine aufgechlagene Seite in einem Wörterbuch.
Wer Dolmetscher oder Übersetzer werden will, muss auch fachbezogene Texte verstehen können.
Foto: Meramo Studios

Übersetzerin

In die Fremdsprache und zurück

Kleine Klassen und viel Kontakt zu den Dozenten: Elisabeth Heinz (20) macht an der Fachakademie des IFB Institut für Fremdsprachenberufe in Kempten eine schulische Ausbildung zur Übersetzerin.

„Ich hatte schon in der Schule viel Spaß an Sprachen und möchte gern später im Beruf oft reisen und mit dem Ausland zu tun haben“, begründet Elisabeth Heinz ihren Berufswunsch. Schon in der dritten Klasse hatte sie Englischunterricht, an der Akademie lernt sie nun vom Deutschen ins Englische und Französische zu übersetzen und umgekehrt. Neben landeskundlichen Texten liegt ein Schwerpunkt auf der Wirtschaft. „Wir befassen uns viel mit fachbezogenen Wirtschaftstexten, der Unterricht ist sehr praxisorientiert“, erklärt die 20-Jährige.

Kleine Klassen

Ein Porträt-Foto von Elisabeth Heinz

Elisabeth Heinz

Foto: Privat

Die Schüler bekommen die Texte, übersetzen sie und diskutieren anschließend über die Ergebnisse und die Besonderheiten bei den Übersetzungen. „Dank kleiner Klassen sprechen wir sehr viel miteinander und mit den Dozenten in den Fremdsprachen – das gefällt mir sehr gut.“ In ihren Englischklassen sind 15 bis 30 Auszubildende, in der Französisch-Klasse gerade mal zehn. Als Alternative hätte Elisabeth Heinz auch Spanisch wählen können, zusätzlich sind Italienisch oder Russisch im Angebot. Im zweiten und dritten Schuljahr kommt Unterricht im Dolmetschen hinzu, und in Workshops können die Auszubildenden sich mit Themen wie Urkundenübersetzung, Terminologie-Verwaltung oder der Untertitelung und Lokalisierung von Websites, Software oder Videospielen beschäftigen.

Der Unterricht dauert täglich von 8 bis circa 14 Uhr, manchmal gibt es zusätzliche Kurse am Nachmittag, oder Elisabeth Heinz lernt nach dem Unterricht für die Prüfungen. Außerdem arbeitet sie als Nachhilfelehrerin, um sich ein bisschen Geld dazuzuverdienen. Denn die schulische Ausbildung an der privaten Fachakademie ist kostenpflichtig: Rund 1.000 Euro pro Halbjahr müssen die Schüler aufbringen – Elisabeth Heinz wird dabei von ihren Eltern unterstützt. BAföG-Berechtigte können sich fördern lassen.

Mit Aufbaustudiengang zum Bachelor

Nach drei Jahren und einer erfolgreich absolvierten staatlichen Abschlussprüfung darf sie sich staatlich geprüfte Übersetzerin nennen. „Außerdem kann ich am Anfang des dritten Schuljahres entscheiden, ob ich auch die Dolmetscherprüfung machen will.“ Nach dem Abschluss können die Schüler in Kooperation mit der privaten, staatlich anerkannten Hochschule für Angewandte Sprachen – Hochschule des SDI in München – in einem einsemestrigen Aufbaustudiengang den akademischen Titel „Bachelor of Arts Übersetzen“ erlangen – das ist auch Elisabeth Heinz' Ziel. „Außerdem möchte ich noch ein Praktikum in einem Hotel in Frankreich machen, um mein Französisch weiter zu verbessern, und auch ein Masterstudium habe ich noch geplant.“ Anschließend möchte sie erst einmal in Festanstellung arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln. „Auf lange Sicht kann ich mir aber auch vorstellen, selbstständig als Übersetzerin tätig zu sein.“

abi>> 15.06.2015