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Hartes Casting, super Ausbildung

Ein junger Mann recherchiert telefonisch für Reportagen einer Onlinezeitung.
Eine gute journalistische Ausbildung ist wichtig, um später als Redakteur erfolgreich arbeiten zu können.
Foto: Sonja Trabandt

Journalistenschule

Hartes Casting, super Ausbildung

Sara Schurmann (26) zählt zu den Glücklichen, die einen der wenigen Plätze an der renommierten Henri-Nannen-Schule in Hamburg ergattert haben. Nicht nur das Auswahlverfahren ist hart, auch die Ausbildung selbst fordert der angehenden Journalistin so einiges ab.

Es begann mit einem kostenlosen Schüler-Abo der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als Jugendliche kämpfte sich Sara Schurmann fast täglich durch die Bleiwüste. „Ich habe versucht, die Artikel zu lesen – und vor allem zu verstehen“, erinnert sich die 26-Jährige schmunzelnd. „Ich dachte, es kann doch nicht sein, dass ich – eine Gymnasiastin, die sich für politische Themen interessiert – den Inhalt nicht begreife. Deswegen wollte ich Journalistin werden: um normalen Leuten politische Themen interessant und verständlich erklären zu können.“

Studium mit Praktika kombinieren

Ein Porträt-Foto von Sara Schurmann

Sara Schurmann

Foto: Privat

Gedacht, getan: Nach dem Abitur absolvierte Sara Schurmann ein Bachelorstudium in Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität Berlin. Der Master in Sozialwissenschaften folgte. Was Sara Schurmann schon damals wusste: Praktische Erfahrung im Journalismus zu sammeln ist ein Muss. „Mein erstes Praktikum habe ich beim ‚Tagesspiegel‘ gemacht, für den ich anschließend während des Studiums fünf Jahre lang als freie Mitarbeiterin gearbeitet habe.“ Bei der Berliner Tageszeitung hat sie das nötige Rüstzeug gelernt. Fertigkeiten, die ihr auch bei der Bewerbung an der Henri-Nannen-Schule von Nutzen waren.

Können und Biss gefordert

Denn das Talent fürs Schreiben müssen alle unter Beweis stellen, die sich an der Hamburger Journalistenschule bewerben. Heißt: eine Reportage und einen Kommentar einreichen. Alle eineinhalb Jahre lädt die Henri-Nannen-Schule zum zweitägigen Auswahlverfahren für den nächsten Lehrgang ein. Nur die 80 Besten unter mehreren hundert Bewerbern kommen dabei zum Zug.

Vor Ort musste sich Sara Schurmann im Gespräch mit einem zwölfköpfigen Gremium – darunter renommierte Journalisten – beweisen und weitere Tests, wie das Schreiben einer Reportage oder das Redigieren einer Nachricht, meistern. „Das Auswahlverfahren fühlt sich ein bisschen an, als würde man alle Abi-Prüfungen hintereinander schreiben. Dementsprechend glücklich war ich, als ich eine von 16 Zusagen erhielt“, erinnert sich die 26-Jährige, deren Ausbildung im Januar 2015 begann. Der Lehrgang ist kostenfrei. Die Journalistenschüler erhalten eine monatliche Beihilfe in Höhe von 400 Euro.

Schreiben, recherchieren, produzieren

Die Ausbildung dauert 18 Monate und gliedert sich in vier Seminarblöcke und vier Praktika, die abwechselnd stattfinden. Insgesamt verbringen die Journalistenschüler 36 Wochen in Redaktionen und 32 Wochen an der Schule. Im ersten Theorieblock geht es zum Beispiel um Medienrecht, Recherche und journalistische Formate. Später folgen Seminare zu Themen wie Social Media, Layout und Sprechtraining. Vortrag, Diskussion und Übungen inklusive intensiver Kritik: Daraus besteht ein typischer Tag in der Schule.

Aktuell absolviert Sara Schurmann ein Praktikum bei „Spiegel Online“ in der Politik-Redaktion. Dort recherchiert sie Themen, nimmt an Redaktionssitzungen teil, verfasst Nachrichten und stellt Beiträge mithilfe eines Content-Management-Systems online. „Die Arbeit macht sehr viel Spaß und beweist mir aufs Neue, dass das Ressort Politik genau das Richtige für mich ist“, lautet ihr Fazit.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf!

abi>> 02.06.2015

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