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Sprache braucht man jeden Tag

Logopäde zeichnet den Rachenraum an eine Tafel.
Logopäden kümmern sich beispielsweise um Kinder und Jugendliche mit Aussprache-, Grammatik- oder Stimmproblemen.
Foto: Martin Rehm

Logopädin

Sprache braucht man jeden Tag

Patienten vom Säuglings- bis ins hohe Erwachsenenalter bei Schluck-, Stimm- oder Sprachstörungen helfen – das ist das erklärte Ziel von Lorena Müller (19), die eine Ausbildung zur Logopädin absolviert.

Bis zur Facharbeit in der zwölften Klasse hatte Lorena Müller noch nie etwas von Logopädie gehört. Um mehr darüber zu erfahren, hat sie dieses Thema gewählt und war davon derart fasziniert, dass sie sich nach dem Abitur für die Ausbildung zur Logopädin entschied. „Ich finde die theoretischen Komponenten der Sprache unglaublich spannend. Diese reichen vom Hören über die Verarbeitung im Gehirn bis zum Aussprechen und den dabei möglichen Störungen“, erzählt die Auszubildende. „In der Praxis reizt mich, Patienten zu helfen, wieder aktiv am Leben teilhaben zu können. Denn Sprache ist für den Alltag unverzichtbar.“

Menschen beim Sprechen helfen

Ein Porträt-Foto von Lorena Müller

Lorena Müller

Foto: privat

Logopäden behandeln Patienten aller Altersstufen. „Säuglinge mit einer Fütter- oder Schluckstörung können ebenso therapiert werden wie Kinder mit Aussprache-, Grammatik- oder Stimmproblemen oder Jugendliche mit einer Lese-Rechtschreibschwäche“, fasst Lorena Müller zusammen. „Im Erwachsenenalter liegen oft Stimmstörungen oder durch neurologische Probleme verursachte Störungen beim Sprechen oder Schlucken vor. Patienten mit einem Schlaganfall oder Morbus Parkinson helfen wir bei Wortfindungsstörungen oder bei der Kräftigung der Stimme.“Dafür entwickeln Logopäden spezielle Therapieformen. Vertauscht ein Kind Laute, so wird in den Sitzungen zunächst analysiert, welche Laute die Störung betrifft und wie häufig sie vorkommt. Über das Hören bis zum selbstständigen Sprechen wird das Kind dann an die richtige Aussprache herangeführt. „Da die Kinder Spaß haben sollen“, erklärt die angehende Logopädin, „verpacken wir die therapeutischen Maßnahmen in kleine Spiele.“

Von Anatomie bis Grammatik

Lorena Müller besucht eine private Berufsfachschule für Logopädie im niedersächsischen Bückeburg und ist dort im zweiten Ausbildungsjahr. Die schulische Ausbildung beinhaltet theoretischen Unterricht, praktische Übungen sowie externe Praktika. „Wir haben medizinische Fächer, etwa Anatomie, vertiefen unser Wissen über die Sprache beispielsweise im Grammatikunterricht und eignen uns Kenntnisse in Sonderpädagogik und Psychiatrie an“, erzählt sie. „Natürlich gibt es auch logopädische Fächer zu Therapiemöglichkeiten, Diagnostiken und Methoden.“Nachmittags wird die Theorie in der schuleigenen Lehrpraxis an Patienten angewendet. „Wir dürfen bereits ab dem ersten Lehrjahr unter Aufsicht der Dozenten selbst Therapiestunden planen und am Patienten durchführen“, berichtet Lorena Müller. „Der Lehrlogopäde und die anderen Schüler schauen durch eine Spiegelscheibe aus dem Nebenraum zu und anschließend wird besprochen, was gut war und was nicht.“

Zusätzlich zu diesen praktischen Übungen gibt es Praktika, die in einer logopädischen Praxis, in einer Klinik, im Kindergarten und in angrenzenden Berufsfeldern, etwa beim Ergotherapeuten oder HNO-Arzt, absolviert werden.In welchem Bereich sie später arbeiten will, weiß Lorena Müller noch nicht. „Ich möchte in jedem Fall studieren. Logopädie gibt es auch als Studienfach und mich reizt es, mein Wissen weiter zu vertiefen. Mit einem akademischen Abschluss könnte ich beispielsweise in die Forschung oder in die Lehre gehen oder Leitungspositionen einnehmen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 20.06.2017