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Den Ton vorgeben

Mann steht mit Notenblatt im Raum
Schüler musikalisch voranbringen: Der angehende Musiklehrer Markus Lautner freut sich schon darauf, seine Leidenschaft für Musik weiterzugeben.
Foto: Martin Rehm

Musiklehrer

Den Ton vorgeben

Ein Tag ohne Musik? Das ist für Markus Lautner unvorstellbar. Der 23-Jährige steht kurz vor seiner Abschlussprüfung zum Musiklehrer an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl. Danach darf er an Musikschulen unterrichten.

Die Schule schließt um 22 Uhr. Um diese Zeit ist Markus Lautner oft noch in dem ehemaligen Kloster in Dinkelsbühl zu finden: Er übt dann Gitarre, singt oder spielt im Ensemble mit Mitschülern. Das sei zwar anstrengend und fordernd, andererseits könne er sich der Musik voll und ganz widmen. Bewusst hat er sich für den klassischen Zweig entschieden: „Ich möchte unterrichten, da legt die Klassik bessere Grundlagen als die Popularmusik“, findet er.

Pädagogisches Aufbaujahr

An der Schule in Dinkelsbühl durchlaufen die Schüler in zwei Jahren eine Regelausbildung, in der sie sich für ein Hauptfachinstrument oder Gesang, Chor- und Ensembleleitung entscheiden können. Nach erfolgreicher Prüfung zum staatlich geprüften Ensemble-Leiter/Chorleiter können sie ein pädagogisches Aufbaujahr anschließen, das zu einer Tätigkeit als Musikschullehrer befähigt.

Ein Porträt-Foto von Markus Lautner

Markus Lautner

Foto: Gabriele König

Vor einem Jahr hat Markus Lautner diese Prüfung abgelegt und seine Basisausbildung damit abgeschlossen. Geprüft wurde er in seinem Hauptfachinstrument Gitarre, dazu kamen Gehörbildung, Tonsatz – also die Ergänzung einer Komposition um weitere Stimmen – und Formenlehre, bei der etwa der Aufbau einer barocken Suite analysiert wird. Außerdem gab es Tests in Musikgeschichte, Chorsingen und Ensemblespiel. Im dritten Jahr beschäftigt er sich nun zusätzlich mit Musikpädagogik, Methodik, Didaktik und Unterrichtspraxis. „Hier erhält man Tipps, wie man den Unterricht aufbaut oder wie man mit einem Ensemble umgeht“, erzählt er.

Aufnahmeprüfung in drei Teilen

Staatlich getragene und damit kostenlose Berufsfachschulen, die eine Ausbildung zum Musiklehrer anbieten, gibt es nur in Bayern. Die Plätze sind begehrt, die Auswahl ist streng. Die Aufnahmeprüfung besteht in Dinkelsbühl aus vier Teilen: Zunächst müssen die Bewerber auf ihrem Hauptinstrument vorspielen und in einem Gespräch ihre Motivation schildern. Darauf folgen ein Theorietest in allgemeiner Musiklehre und eine praktische Prüfung zur Gehörbildung sowie zur eigenen Singstimme.

„In der Schule“, gibt der gebürtige Bayreuther gern zu, „war ich kein Überflieger.“ Er ging aufs Gymnasium, wechselte aber die Schule und hat mit 20 auf der Fachoberschule (FOS) die Fachhochschulreife erworben. Sein Berufswunsch ergab sich quasi von selbst: Die Musik begleitet ihn schon seit der Kindheit. Bereits im Alter von acht Jahren lernte er Sopranflöte, später Altflöte und klassische Gitarre. Er spielte im Ensemble, nahm an „Jugend-musiziert“-Wettbewerben teil, wechselte zur E-Gitarre und gründete seine eigene Band.

Vom Stolz des erfolgreichen Lehrers

Er freut sich schon auf die Zeit nach dem Abschluss: „Ich möchte meine Leidenschaft und die Freude an Musik weitergeben“, sagt er. „Und voller Stolz zusehen, wenn einer meiner Schüler bei Konzerten brilliert.“ Der erste Schritt dazu ist getan: Seine schriftlichen Prüfungen in Gehörbildung, Pädagogik und Arrangement hat er bereits hinter sich, die praktische Abschlussprüfung steht bevor.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf>>

abi>> 22.08.2016