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Viel mehr als nähen

Modeschneiderin bei der Arbeit
Von Nähtechniken bis hin zu verschiedenen Schnitten und Mustern – die Ausbildung zur Textil- und Modeschneiderin ist vielfältig.
Foto: Uwe Niklas

Textil- und Modeschneiderin

Viel mehr als nähen

Die 20-jährige Marisa Grillemeier befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zur Textil- und Modeschneiderin. Der Ausbildungsberuf wurde 2015 modernisiert – seitdem wurden die betriebswirtschaftlichen und interkulturellen Kompetenzen im Unterricht stärker ausgebaut.

„I ch habe mich schon immer für Mode interessiert und mir bereits als Jugendliche Kleidungsstücke selbst genäht“, erzählt Marisa Grillemeier. Daher entschied sie sich nach dem Abitur für eine Ausbildung zur Textil- und Modeschneiderin bei Gerry Weber in Halle/Westfalen. „Hier lerne ich alles rund um Bekleidung – von Nähtechniken bis hin zu verschiedenen Schnitten und Mustern“, berichtet die Auszubildende. Sie lernt die unterschiedlichen Werkzeuge, Maschinen und Anlagen kennen und wie diese bedient und gewartet werden. Neben der Tätigkeit in der Näherei durchläuft die 20-Jährige während der dreijährigen Ausbildung weitere Stationen: das Labor, in dem die Ware zum Beispiel in Waschproben getestet wird, den Zuschnitt, wo Kleidungsstücke und Muster per Hand oder automatisch mit dem Cutter zugeschnitten werden, die Schnittabteilung, in der es um verschiedene Kleidergrößen geht, sowie die Logistik und das Qualitätsmanagement.

Attraktivere Ausbildungsinhalte

Ein Porträt-Foto von Marisa Grillemeier

Marisa Grillemeier

Foto: Gerry Weber International AG

„Kleidung wird heute oft im Ausland gefertigt, daher wurde bei der Umstrukturierung des Ausbildungsberufes im Jahr 2015 das Thema Logistik verstärkt“, erklärt Andrea Schneiker, Leiterin der Technischen Ausbildung bei Gerry Weber. „Auch die Materialprüfung spielt eine größere Rolle als beim früheren Beruf des Modeschneiders.“ Da auch Funktionstextilien hergestellt werden, lernen die Auszubildenden zudem nicht nur das Nähen, sondern auch das Kleben und Schweißen. „Die Vielfältigkeit macht den Beruf für junge Leute wieder attraktiver“, ist sich die Ausbildungsleiterin sicher.

An eineinhalb Tagen in der Woche besucht Marisa Grillemeier die Berufsschule. Auf dem Stundenplan steht vor allem fachbezogener Unterricht: Werkstofftechnik, um die verschiedenen Rohstoffe kennenzulernen, Verfahrenstechnik, also alles rund um die Maschinen, sowie Gestaltung und Konstruktion. Durch die Internationalisierung der Branche hat auch die interkulturelle Kompetenz in der Ausbildung an Bedeutung gewonnen. Der Englischunterricht sowie auch die betriebswissenschaftlichen Inhalte wurden weiter ausgebaut.

Gute Grundlage für ein Studium

Alternativ zur dreijährigen Ausbildung zum Textil- und Modeschneider kann man auch die zweijährige Ausbildung zum Textil- und Modenäher absolvieren. „Hier gibt es jedoch keine Spezialisierung, wie sie für Textil- und Modeschneider seit der Umstrukturierung vorgesehen ist“, sagt Andrea Schneiker. „Daher bieten wir diese Ausbildung bei uns nicht an.“ Zur Auswahl stehen bei der Spezialisierung, je nach Ausrichtung des Unternehmens, die Bereiche Prototypen und Serienfertigung, Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung sowie Schnitttechnik.

Geändert haben sich auch die Anforderungen an die Auszubildenden: „Die Ausbildung ist anspruchsvoller geworden“, erklärt die Ausbildungsleiterin. „Viele streben nach ihrer Ausbildung ein weiterführendes Studium an“, Auch Marisa Grillemeier plant, nach ihrer Ausbildung ein Designstudium zu beginnen. Sie ist sich sicher: „Die Ausbildung ist dafür eine sehr gute Grundlage.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf>>

abi>> 05.07.2016