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Geselle, Meister, Bachelor

Junger Mann hobelt ein Kantholz an einer Maschine.
Genaues Arbeiten sowie technisches und räumliches Verständnis sind für die Tätigkeit als Tischler sehr wichtig.
Foto: Julien Fertl

Tischler

Geselle, Meister, Bachelor

Drei Abschlüsse in fünf Jahren: Die triale Ausbildung als Tischler mit dem Gesellenbrief, dem Meistertitel und dem Bachelorabschluss in Handwerksmanagement fordert viel von Anton Mavric (21). Ohne Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und große Lernbereitschaft ist diese Herausforderung nicht zu schaffen.

Anton Mavric wird es so schnell nicht langweilig. Der 21-Jährige absolviert eine triale Tischlerausbildung in der Tischlerei „Thomas Klode Raumkonzepte“ in Düsseldorf und an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Neben der Arbeitszeit im Betrieb und der Berufsschule besucht er freitagabends und samstags Vorlesungen für den Bachelorabschluss. „Man muss richtig Lust darauf haben“, meint der Auszubildende im zweiten Jahr. „Am Anfang hat es schon Überwindung gekostet, sich nach einem Arbeitstag noch zum Lernen an den Schreibtisch zu setzen, aber man gewöhnt sich daran.“

Leidenschaft für Holz

Ein Porträt-Foto von Anton Mavric

Anton Mavric

Foto: Klode Raumkonzepte

Nach dem Realschulabschluss wusste Anton Mavric noch nicht, was er werden wollte. Deshalb führte ihn der Weg zunächst in die USA, wo er bei einer Gastfamilie auf einer Farm lebte. In Michigan werkelte er am Wochenende oftmals mit Holz. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, berichtet er. „Danach habe ich in Deutschland meine fachgebundene Hochschulreife in der Fachrichtung Holztechnik gemacht und bei einem Praktikum meinen jetzigen Ausbildungsbetrieb kennengelernt.“ Zusammen mit seinem Chef hat Anton Mavric dann beschlossen, die Herausforderung triale Ausbildung zu wagen. „Ich habe nichts zu verlieren“, meint er. „Nach zweieinhalb Jahren habe ich meinen Gesellenbrief. Dann sehe ich weiter. Aber es hat schon einen großen Reiz, etwas so Außergewöhnliches zu machen.“

Im Betrieb wird er als Auszubildender langsam an die Arbeiten als Tischler herangeführt. „Im ersten Lehrjahr fuhr ich auch schon mit auf Montage und half den Gesellen. Zunächst durfte ich nur leichte Arbeiten mit Handmaschinen durchführen. Dann gibt es verschiedene Maschinenlehrgänge, die man absolvieren muss, um die Berechtigung zur Benutzung der größeren Maschinen zu bekommen“, erzählt er. „Die Arbeiten, die man dann übernehmen darf, werden immer anspruchsvoller. Man bekommt zunächst kleinere und später größere eigene Projekte zugeteilt.“

Kaufmännische Theorie

Anton Mavric besucht eine Berufsschule, in der nur Abiturienten unterrichtet werden. Neben technischen Fächern, Zeichnen und Werkstoffkunde, auch für andere Materialien, stehen Business English und Rechnungswesen auf dem Stundenplan. „Die Fächer gehören zur Zusatzqualifikation zum Betriebsassistenten, die wir Abiturienten absolvieren. Hier gibt es einige Überschneidungen zu meinen Studienfächern“, erklärt er.
An der Hochschule dreht sich alles um Wirtschaft und Handwerk. Fächer wie BWL, Rechnungswesen oder Soziologie sollen den späteren Bachelorabsolventen in Handwerksmanagement das Rüstzeug vermitteln, um selbst einen Betrieb zu leiten. „Besonders hilfreich fand ich das Fach Zeitmanagement“, erzählt Anton Mavric. „Das hilft mir bei der Organisation meines Alltags sehr.“

Genauigkeit und Ehrgeiz

Um die triale Ausbildung als Tischler erfolgreich abschließen zu können, muss man laut Anton Mavric einige Anforderungen erfüllen: „Als Tischler sollte man genau arbeiten können, geduldig sein sowie räumliches und technisches Verständnis haben. Auch eine gewisse Geschicklichkeit kann nicht schaden, die Handgriffe übt man aber in der Ausbildung“, erzählt er. „Für die triale Ausbildung sollte man außerdem noch Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und große Lernbereitschaft mitbringen. Interesse ist die wichtigste Voraussetzung.“

Nach der zweieinhalbjährigen Ausbildung folgt für Anton Mavric ein Gesellenjahr, bevor er ein Jahr die Meisterschule besucht. Das Studium an der Hochschule läuft dabei parallel weiter. Nach Gesellenbrief und Meistertitel schreibt er seine Bachelorarbeit und bekommt nach fünf Jahren Studium seinen Bachelorabschluss. „Mein großer Wunsch ist es, einmal selbst einen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen“, verrät Anton Mavric. „In der trialen Ausbildung lerne ich alles, was ich dafür brauche. Mit Ausbildung im Betrieb und Meistertitel bin ich fachlich qualifiziert – die nötigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vermittelt mir das Studium.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 18.09.2017