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Den Straßenverkehr sicherer gestalten

Frau zeichnet markiert was auf einen Bauplan mit Maßstabslineal
Baumaßnahmen planen, leiten und überwachen. Fachkräfte für Straßen- und Verkehrsservice arbeiten sowohl theoretisch, als auch vor Ort auf der Baustelle am Projekt.
Foto: Robert Wolf

Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechik

Den Straßenverkehr sicherer gestalten

Entwurfspläne für Straßen, Rad- und Gehwege erstellen, ein sicheres Verkehrskonzept entwickeln und Bauprojekte organisieren – die Aufgaben von Fachkräften für Straßen- und Verkehrstechnik sind überaus vielseitig. Jonas Haverkamp erlernt diesen Ausbildungsberuf in der Regionalniederlassung Münsterland des Landesbetriebs Straßen NRW.

„Ursprünglich wollte ich Bauzeichner werden, aber als ich mich mit der Ausbildung auseinandergesetzt habe, ist mir klar geworden, dass mir der Beruf nicht abwechslungsreich genug ist“, sagt der 20-Jährige. Da er in seiner fachgebundenen Hochschulreife den Schwerpunkt Bautechnik hatte, informierte er sich über alternative Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich und entschied sich dann für den Beruf „Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik“. „Die Beschreibung der Ausbildung klang meiner Meinung nach sehr vielseitig“, schildert Jonas Haverkamp. „Außerdem fertige ich gerne Zeichnungen am Computer an und interessiere mich für Tiefbau – zwei Aspekte, die in diesem Beruf wichtig sind.“ Er bewarb sich beim Landesbetrieb Straßen NRW und erhielt direkt eine Zusage.

Während der dreijährigen Ausbildung lernt Jonas Haverkamp, wie er Ingenieure und Sachbearbeiter bei der Planung von Straßen und Bauwerken unterstützen kann und wie man bereits vorhandene Straßen- und Verkehrswege erhält. Später wird die Leitung und Überwachung von Baumaßnahmen zu seinen Aufgaben gehören. „Im ersten Lehrjahr lernen Azubis die verschiedenen Schritte von der Planung bis zur Fertigstellung einer Straße“, erklärt Jonas Haverkamp. „Die ersten drei Monate habe ich in der Abteilung ‚Planung‘ verbracht, um erste Grundlagen und die Regionalniederlassung Münsterland kennenzulernen. Schritt für Schritt bekam ich anschließend einen Einblick in die anderen Abteilungen des Hauses, wie zum Beispiel ‚Betrieb und Verkehr‘, oder ‚Vermessung‘.“

Zwischen Büro und Baustelle

Ein Porträt-Foto von Jonas Haverkamp

Jonas Haverkamp

Foto: privat

Ohnehin sei er im ersten Jahr sehr viel unterwegs gewesen, sagt der Azubi, der sich nun bereits im dritten Ausbildungsjahr befindet. Zum Beispiel belegte er für jeweils zwei bis drei Wochen Kurse im überbetrieblichen Ausbildungszentrum Kerpen. Dort lernte er die Grundkenntnisse, die wichtig für die Bauindustrie sind. Etwa, wie man mauert, schalt und pflastert. Auch der Umgang mit dem Programm „AutoCAD“ ist Teil des Lehrplans, weil Baufachleute, Ingenieure und Architekten damit Entwürfe am Computer erstellen.

„Zusätzlich ging ich im ersten Jahr der Ausbildung zum Blockunterricht eines Berufskollegs in Gelsenkirchen, um Bautechnik-Grundlagen zu lernen – vieles davon kannte ich aber bereits von meinem Fachabitur“, erinnert sich Jonas Haverkamp. Mehrere Praxiseinheiten bei verschiedenen Einrichtungen des Landesbetriebs Straßen NRW waren ebenfalls Pflicht: Zum Beispiel unterstützte er Straßenmeistereien beim Straßenbau und der Sanierung. „Es ist wichtig, solche praktischen Berufserfahrungen zu sammeln, um einen Eindruck davon zu bekommen, welche Aufgaben draußen auf den Straßen anfallen – die Theorie allein im Büro reicht nicht aus.“

Auf Straßenbau spezialisiert

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr hat Jonas Haverkamp die meiste Zeit in den Hauptabteilungen „Planung“ und „Bau“ verbracht. „In der Zeit habe ich mich langsam auf die Planung im Straßenbau spezialisiert und meine Kenntnisse vertieft“, sagt der Azubi. Seit dem dritten Ausbildungsjahr darf er auch mehr Verantwortung übernehmen: „Inzwischen greife ich den Ingenieuren unter die Arme und arbeite viel mit dem Computerprogramm, mit dem wir bautechnische Zeichnungen erstellen.“ Mittlerweile kann er sogar eigenständig Projekte passend zu seinem Kenntnisstand übernehmen. Zuletzt sollte er beispielsweise eine Radwegüberführung sicherer gestalten: „Da es an der Stelle häufiger zu Unfällen zwischen Radfahrern und Autofahrern kam, habe ich einen Entwurf gezeichnet, der zeigt, wie der Straßenabschnitt für alle Verkehrsbeteiligten übersichtlicher gestaltet werden kann“, schildert Jonas Haverkamp. „Es macht Spaß, das Gelernte anzuwenden und zu sehen, wie der eigene Entwurf auch umgesetzt wird.“

Mathe und technisches Verständnis

Bestimmtes Vorwissen sei nicht erforderlich, um sich für die Ausbildung zu bewerben, sagt der Auszubildende. „Alle wichtigen Grundlagen werden von Grund auf in der Berufsschule vermittelt, allerdings sollte man neben einem gewissen technischen Verständnis auch Spaß an Mathematik haben, um zum Beispiel Baukosten richtig kalkulieren zu können.“ Allgemein sind Bewerbungen bei öffentlichen Verwaltungen, in Architektur- und Ingenieurbüros, und bei Straßenbauunternehmen möglich.

Wenn Jonas Haverkamp seine Ausbildung abgeschlossen hat, öffnen sich ihm mehrere Türen. „Ich arbeite sehr gern für Straßen NRW und kann mir gut vorstellen, hier zu bleiben. Aber im Moment tendiere ich dazu, erst einmal Bauingenieurwesen zu studieren, weil ich dann später noch mehr Optionen habe.“

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abi>> 22.11.2016

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