Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Internationale Seetransporte organisieren

Eine junge Frau in gelber Warnweste steht auf einem Schiff vor der Ladezone.
Während der Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau durchlaufen die Auszubildenden sämtliche Abteilungen von der Buchhaltung bis hin zum Transport.
Foto: Thorsten Mischke

Schifffahrtskauffrau

Internationale Seetransporte organisieren

Celine Frese (19) hat sich für die Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau der Fachrichtung Linienfahrt bei der Orient Overseas Container Line Ltd. (OOCL) am Standort Bremen entschieden. Die Reederei mit Hauptsitz in Honkong bietet weltweite Containertransporte inklusive verschiedener Logistikdienstleistungen an.

Als Celine Frese vor dem Abitur über ihre Zukunft nachdachte, lag ihr der Gedanke an eine Ausbildung im Hafen zunächst fern. „Die Schifffahrt erschien mir zu speziell, und ich dachte, man müsse dabei auch immer selbst mit an Bord sein. Ich wollte gerne etwas Kaufmännisches machen und habe daher in ganz anderen Bereichen geschaut“, erzählt sie. Das Bild wandelte sich, als ihr ein Freund, angehender Schifffahrtskaufmann, begeistert von seiner Ausbildung erzählte und sie sich im Internet näher darüber informierte. „Also habe ich mich beworben und im Vorstellungsgespräch festgestellt, dass es mir sogar noch besser gefällt als Berufe, die mich zuvor mehr interessiert hatten.“

Die Zusage kam, kurz darauf begann sie die Ausbildung bei der Orient Overseas Container Line Ltd. (OOCL) am Standort Bremen. Inzwischen befindet sich Celine Frese im dritten und letzten Jahr ihrer Ausbildung.

Raten für Stellplätze anbieten

Ein Porträt-Foto von Celine Frese

Celine Frese

Foto: Marit Ortmann

Vom Standort Bremen aus werden die Häfen in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg bedient. Die 19-Jährige lernt während ihrer Ausbildung alle Abteilungen kennen. „Es ging los mit den Bereichen Export und Import, um die Zusammenhänge und alle weiteren Abläufe zu verstehen“, berichtet sie. „Anschließend war ich zum Beispiel in der Abteilung Operations, dort hat man vor allem mit Dienstleistern zu tun.“ Auch die Kommunikation mit den zuständigen Instanzen im Hafen gehört zu ihren Aufgaben, etwa um die Abfertigung der Schiffe zu organisieren.

Die Abteilung Sales – also Verkauf – hat die Auszubildende ebenfalls schon kennengelernt. Hier werden die Stellplätze für Container auf den Schiffen verkauft und dafür die Transportkosten festgelegt, die sogenannten Raten. „Diese Raten sind je nach Kunde unterschiedlich und daher streng vertraulich“, betont sie. Auch sonst wählt sie ihre Worte mit Bedacht. Eine Hauptaufgabe ist die Kundenbetreuung per Telefon oder E-Mail, oft auf Englisch. Weltweite Geschäftspartner sind Spediteure, Exporteure, Handelshäuser oder auch andere Reedereien und Schiffsmakler.

Fachrichtung: Linienfahrt

In der Abteilung Buchhaltung bekam Celine Frese Einblicke in das betriebsinterne Abrechnungswesen. Ihre Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau macht sie in der Fachrichtung Linienfahrt, „das bedeutet, unsere Schiffe haben feste Fahrpläne. In der Fachrichtung Trampfahrt dagegen fahren die Schiffe nach Bedarf, vergleichbar mit einem Taxi.“ Weil ihr Arbeitgeber ausschließlich für Linienfahrt zuständig ist, stand die Fachrichtung für sie von vornherein fest.

An zwei Vormittagen pro Woche besucht die Auszubildende die Berufsschule. Anschließend geht es von 14 bis 17 Uhr wieder ins Büro. „In der Schule haben wir die Fächer Englisch, Geografie, Politik, Steuerung und Kontrolle, Management in der Seeschifffahrt und Schifffahrtsdienstleistungen“, berichtet sie.

Da sie Abitur hat, hätte Celine Freese die dreijährige Ausbildung auch um ein halbes Jahr verkürzen können. Doch sie entschied sich stattdessen, parallel das Studium zur Betriebswirtin zu absolvieren. Es wird vom kooperierenden Bremer Institut für Handel und Verkehr (BIHV) angeboten. „Nach Abschluss meiner Ausbildung kann ich dann den Bachelorabschluss ‚Business Administration‘ erlangen, wenn ich noch mindestens acht Monate weiterstudiere. Dies ist auch mein nächstes Ziel.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 30.10.2017