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Zwei auf einen Streich

Blick auf ein Kühlregal mit verschiedenen Milchprodukten wie etwa Joghurt, Käse und Pudding.
Wie wird das Sortiment am besten angeordnet? Wie zufrieden sind die Kunden mit dem Service? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Sven Beßmann im Rahmen seiner Projektarbeit.
Foto: Julien Fertl

Betriebswirt (VWA)

Zwei auf einen Streich

Sven Beßmann hat sich für eine Abiturientenausbildung bei einem großen Lebensmittelhändler in Münster entschieden. Dadurch qualifiziert sich der 29-Jährige nicht nur zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel, sondern auch zum Betriebswirt (VWA).

Nach dem Abitur im Jahr 2006 hatte Sven Beßmann zunächst seinen Wehrdienst abgeleistet und begonnen Politik und Verwaltung zu studieren. „Über einen Studentenjob habe ich dann meinen jetzigen Ausbildungsbetrieb, den Großmarkt L. Stroetmann, kennengelernt und schnell gemerkt, dass mir der Handel unheimlich liegt“, sagt er.

Mittlerweile ist Sven Beßmann im dritten Jahr der Sonderausbildung, die sich speziell an Abiturienten richtet. Dabei handelt es sich um eine doppelt qualifizierende Erstausbildung, bei der er parallel zur Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann den Abschluss Betriebswirt erwirbt. Angeboten wird die Ausbildung meist von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA), in einigen Fällen aber auch von Industrie- und Handelskammern (IHK).

Bereut hat Sven Beßmann den Wechsel vom Studium zur Ausbildung noch nie: „Durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist alles viel greifbarer geworden. Es macht eben einen Unterschied, ob man von Warenwirtschaftssystemen nur im Unterricht hört oder selbst schon Daten eingegeben hat“, erklärt er.

Projektarbeit als Teil der Ausbildung

Ein Porträt-Foto von Sven Beßmann

Sven Beßmann

Foto: privat

Während der Ausbildung im Handelsunternehmen lernt Sven Beßmann Abteilungen wie Einkauf, Lager, Controlling und Außendienst kennen. „Dabei darf ich nicht nur anderen über die Schulter schauen, sondern auch früh selbst Verantwortung übernehmen.“ Außerdem wird darauf geachtet, dass thematisch die Einsätze im Betrieb möglichst parallel zu den Ausbildungsinhalten an der IHK Nord-Westfalen Münster vermittelt werden, die ihn auf die Prüfung zum Betriebswirt (VWA) vorbereitet. „Wenn wir zum Beispiel Marketing oder Logistik als Themenschwerpunkt haben, werde ich möglichst auch in diesen Abteilungen bei uns im Haus eingesetzt“, führt er aus.

Begeistert war Sven Beßmann von einer Projektarbeit, die Teil seiner Ausbildung an der IHK ist. Umgesetzt hat er das Projekt in seinem Ausbildungsbetrieb: „Es ging darum für einen Lebensmittelmarkt eine Markt- und Wettbewerbsanalyse zu machen. Dafür wurden Sortimente verglichen, Bürger befragt und der Service vor Ort getestet. Die Ergebnisse daraus wurden sogar umgesetzt. Zum Beispiel haben wir das Tiefkühl-Sortiment anders angeordnet“, erzählt der 29-Jährige.

Intensive Prüfungsvorbereitung

Konkret sieht die Sonderausbildung von Sven Beßmann so aus: Im ersten Ausbildungsjahr war er außer im Betrieb einmal die Woche in der Berufsschule, freitags und samstags an der IHK zur Betriebswirt-Ausbildung. Bereits nach 18 Monaten hat er dann die kaufmännische Prüfung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel abgelegt. „Durch die Verkürzung muss man sich schon mehr Stoff in kürzerer Zeit aneignen, aber von der IHK wird man dabei gut unterstützt, etwa mit einem Intensiv-Kurs zur Prüfungsvorbereitung“, erinnert er sich.

Parallel zur Arbeit im Betrieb läuft nach dem ersten Abschluss der Unterricht an der IHK weiter. Die Auszubildenden lernen wesentliche betriebswirtschaftliche Inhalte wie Mikro- und Makroökonomie, Materialwirtschaft, Bilanzierung, aber auch Arbeitsrecht und Business English. Geprüft wird über Klausuren und mündliche Prüfungen, Hausarbeiten, Präsentationen und Projektarbeiten.

Nächster Karriereschritt: Bachelorabschluss

Nach insgesamt drei Jahren steht für den Auszubildenden in wenigen Wochen die Prüfung zum Betriebswirt (VWA) an; sie besteht aus einer Hausarbeit und einer Präsentationsleistung mit anschließendem Fachgespräch.

Direkt im Anschluss wird Sven Beßmann an der Fachhochschule Münster berufsbegleitend seinen Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre machen. Parallel dazu arbeitet er dann – wie schon seit einigen Wochen – als Assistent der Vertriebsleitung in der Abteilung Markt- und Wettbewerbsanalyse. „Vieles aus meiner Projektarbeit kann ich hier jetzt noch vertiefen und in die Praxis umsetzen“, berichtet er.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 26.10.2016