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Doppelabschluss für Sprachaffine

Verschiedene Wörterbücher
Fremdsprachen spielen für die Ausbildung von Eurokaufleuten eine große Rolle.
Foto: Meramo Studios

Hintergrund

Doppelabschluss für Sprachaffine

Englisch, Französisch, Spanisch – ein Faible für Fremdsprachen sollten angehende Eurokaufleute in jedem Fall mitbringen. Schließlich spielen Sprachen bei dieser doppelt qualifizierenden Berufsausbildung neben kaufmännischen Aufgaben eine große Rolle. Obwohl Eurokaufleute für alle exportorientierten Unternehmen interessant sind, ist das Berufsbild noch eher wenig bekannt.

Die Sonderausbildung für Abiturienten vereint zwei Berufe. Wer die Ausbildung erfolgreich absolviert, kann sich über einen doppelt qualifizierenden Abschluss freuen: den Berufsabschluss als Industriekauffrau/-mann oder Kauffrau/-mann für Büromanagement sowie den Abschluss als Fremdsprachenkorrespondent/in nach der IHK-Prüfungsordnung. „Der kaufmännische Teil der Ausbildung findet in einem Industrieunternehmen und der Berufsschule statt, der sprachliche Teil in Kooperation mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern in rein schulischer Form“, erklärt Reinhard Barginda von der Arbeitsagentur in Regensburg. Englisch und Französisch gehören zum Pflichtprogramm, das Erlernen oder Vertiefen der spanischen Sprache ist auf freiwilliger Basis möglich. Darüber hinaus integrieren die einzelnen Industrie- und Handelskammern (IHKs) Zusatzqualifikationen wie Projektmanagement in die zwischen eineinhalb und drei Jahre dauernde Ausbildung.

Sprachkenntnisse in der Praxis anwenden

Ein Porträt-Foto von Andreas Schmid.

Andreas Schmid

Foto: Privat

„Für diese Sonderausbildung interessieren sich vor allem Abiturienten, die ihre Fremdsprachenkenntnisse weiterentwickeln und in der Praxis anwenden wollen. Unternehmen schauen meist sehr genau darauf, welche Sprachkenntnisse bereits vorhanden sind und wie die Noten in den entsprechenden Schulfächern ausfallen. Zudem braucht man eine Vorliebe für administrative und organisatorische Tätigkeiten im Büro“, weiß Reinhard Barginda. „Viele Abiturienten, die nicht direkt nach der Schule in ein Studium starten wollen, suchen nach einer anspruchsvollen Ausbildung“ – das ist die Erfahrung von Andreas Schmid von der Arbeitsagentur in München. „Die Qualifikation berührt das wichtige Thema Interkulturalität und ist für viele Abiturienten interessant. Unternehmen, die grenzüberschreitend arbeiten, brauchen Mitarbeiter, die einen Geschäftsbrief auf Spanisch formulieren, sich mit den Zollbestimmungen in anderen Ländern auskennen und sie übersetzen können oder die ein Marketingkonzept auf Englisch schreiben“, schildert der Experte.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Allerdings ist das Berufsbild noch eher wenig bekannt. Auch die Berufsbezeichnungen unterscheiden sich. So werden Eurokaufleute manchmal Fremdsprachen- oder Industriekaufleute und Fremdsprachenkorrespondenten genannt. „Im Agenturbezirk Regensburg, wo im Jahr rund 180 Ausbildungsverträge zum Industriekaufmann oder zur -kauffrau abgeschlossen werden, beginnen jährlich lediglich etwa acht junge Leute die Ausbildung zum Eurokaufmann oder zur Eurokauffrau“, ergänzt Reinhard Barginda. „Die Arbeitsmarktchancen nach der Ausbildung sind gut – vor allem in Abgrenzung zu den reinen Fremdsprachenkorrespondenten, denen die kaufmännische Qualifikation fehlt.“

Wer keine Ausbildungsstelle als Eurokaufmann/-frau in seiner Region findet, dem rät Berufsberater Andreas Schmid dazu, sich bei einem international tätigen Unternehmen als Industriekaufmann/-frau oder für einen anderen kaufmännischen Beruf zu bewerben: „Da der Bedarf an Sprachkenntnissen vorhanden ist, sind Unternehmen bereit, ihre Mitarbeiter intern zu schulen oder diesen Ausbildungsweg in Kooperation mit der örtlichen IHK zu ermöglichen.“ Anschließend stehen viele Karrierewege offen. So gibt es beispielsweise zahlreiche internationale Studiengänge in Betriebswirtschaft, die teilweise auch berufsbegleitend absolviert werden können. „Mit einem Bachelor hat man die Chance, von der Sachbearbeiterebene in das mittlere Management aufzusteigen“, merkt Berufsberater Andreas Schmid an.

Weitere Informationen zur Sonderausbildung „Eurokaufmann/-frau“ erhältst du bei der Berufsberatung der Arbeitsagenturen sowie den Industrie- und Handelskammern (IHK).

 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Eurokaufmann/-frau)
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Bundesverband Sekretariat und Büromanagement e.V. (bsb)

www.bsboffice.de

AusbildungPlus

Informationsportal zu Sonderausbildungen für Abiturienten
www.ausbildungplus.de

 

abi>> 24.07.2015