Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Ziel: eine eigene Filiale

Junge Frau steht an einem Supermarktregal und berät eine junge Kundin.
Der Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel verbindet die Arbeit am Schreibtisch mit dem persönlichen Kontakt zum Kunden im Laden.
Foto: Julien Fertl

Handelsfachwirtin

Ziel: eine eigene Filiale

Kunden beraten, Bestellungen aufgeben, Personalpläne erstellen: Während ihrer Abiturientenausbildung beim Dänischen Bettenlager auf Sylt übernimmt Bianca Pohlmann (23) bereits viel Verantwortung. Für abi>> berichtet sie über ihren beruflichen Alltag.

Nach dem Abitur hatte ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau in Erwägung gezogen. Doch das allein reichte mir nicht aus – ich wollte gern mehr mit Menschen zusammenarbeiten, statt nur am Schreibtisch zu sitzen. Also bewarb ich mich beim Handelsunternehmen Dänisches Bettenlager um eine Ausbildung als Kauffrau im Einzelhandel inklusive einer Weiterbildung zur Handelsfachwirtin. Diese sogenannte Abiturientenausbildung steht ausschließlich Kandidaten mit Hochschulreife oder Fachhochschulreife offen.

Meine Ausbildung habe ich nach eineinhalb Jahren abgeschlossen, für den Abschluss Fachwirtin benötige ich insgesamt drei Jahre. In dieser Zeit lerne ich einerseits den Handel mit all seinen Facetten kennen. Andererseits erlange ich das Wissen, das ich brauche, um später eine eigene Filiale zu leiten. Alle drei Monate fahre ich für jeweils drei Wochen ins Bildungszentrum nach Springe bei Hannover, wo der theoretische Teil meiner Handelsfachwirt-Weiterbildung stattfindet. Darüber hinaus erwerbe ich bald meinen Ausbilderschein, sodass ich auch selber Auszubildende anlernen kann.

Kundenkontakt und Organisation

Ein Porträt-Foto von Bianca Pohlmann

Bianca Pohlmann

Foto: Melissa Richter

Auf Sylt lerne ich den Verkauf von der Pike auf kennen. Zusammen mit meinen neun Kolleginnen und Kollegen kümmere ich mich unter anderem um die Sauberkeit und Ordnung im Laden. Zu unseren Produkten – vornehmlich Möbel und Matratzen – erhalten wir regelmäßig Schulungen. Das Wissen daraus setzen wir im Alltag ein, etwa wenn wir Kundengespräche führen. Nicht zuletzt schreibe ich Personalpläne. Rund zwei Drittel meiner Arbeitszeit verbringe ich auf der Verkaufsfläche und etwa ein Drittel im Büro, wo ich Bestellungen aufgebe oder aufgrund von Krankmeldungen auch mal spontan die Personalpläne ändern muss.

Einmal im Monat begleite ich einen ganzen Tag lang meinen Filialleiter. Dabei lerne ich vieles über Personalführung oder Buchhaltung: Wie motiviere ich die Mitarbeiter? Wie erreiche ich die gesteckten Umsatzziele? Wie führe ich ein erfolgreiches Geschäft? Diese Kenntnisse werde ich später brauchen, um erfolgreich eine eigene Filiale zu leiten. Wo genau ich später eingesetzt werde, weiß ich noch nicht – das wird sich erst in den nächsten Monaten entscheiden.

Empathisch und kommunikativ

Die größte Herausforderung im Handel sind für mich anspruchsvolle Kunden, die zum Beispiel mit Reklamationen zu uns kommen. In Seminaren lernen wir unter anderem, mit Kritik und angespannten Situationen umzugehen, sodass die Kunden den Laden am Ende hoffentlich mit einem Lächeln verlassen.

Mir gefällt im Handel vor allem die Mischung aus Kundenkontakt und administrativen Aufgaben. Für meine Arbeit muss ich kommunikativ und empathisch sein, mich also gern auf die unterschiedlichsten Menschen einlassen. Außerdem sollte ich mich für die Waren, die wir anbieten, auch wirklich interessieren – ansonsten kann ich sie nicht überzeugend verkaufen.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 29.05.2017