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Pluspunkt für die Karriere

Eine Frau arbeitet im Flugsimulationsraum.
Die Ausbildung zum Fluglotsen wird an der Flugsicherungsakademie in Langen angeboten.
Foto: Thomas Lohnes

Sonderausbildungen und innovative Ausbildungskonzepte

Pluspunkt für die Karriere

Ein Plus an Qualifikation, Verantwortung und Anspruch – Sonderausbildungen und innovative Ausbildungskonzepte können für Abiturienten, die mehr wollen, eine attraktive Alternative zum Studium sein.

Der Trend, Zusatzqualifikationen für Azubis anzubieten, steigt. Nach Angaben der Datenbank AusbildungsPlus ist die Zahl der Angebote von 2004 bis 2013 um 76 Prozent auf rund 17.600 gestiegen. Viele davon verzahnen Praxis und Theorie miteinander und sind passgenau auf die Anforderungen im jeweiligen Ausbildungsbetrieb zugeschnitten. Die meisten Zusatzqualifikationen sind im kaufmännischen Bereich angesiedelt, es gibt jedoch auch Angebote in der IT oder im Bereich Fremdsprachen.

„Während einer dualen Ausbildung kann man zahlreiche Zusatzqualifikationen wählen, etwa bestimmte betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Computer-Zertifikate, Fremdsprachen oder interkulturelle Kompetenzen“, erklärt Carina Herlan, Berufsberaterin für Abiturienten bei der Agentur für Arbeit in Karlsruhe. Davon profitieren beide Seiten. Zum einen verschaffen sich die Auszubildenden durch die zusätzlichen Kenntnisse einen Vorsprung auf der Karriereleiter. Zum anderen können die Unternehmen damit spezifische Qualifikationsprofile abdecken.

Doppelt hält besser

Für leistungsstarke Abiturienten sind Zusatzqualifikationen, die einer Weiterbildung entsprechen, besonders interessant. Wer sich für diesen Weg einer doppelt qualifizierenden Erstausbildung entscheidet, hat am Ende zwei Abschlüsse in der Tasche – den der regulären dualen Ausbildung und den der Fortbildung. Diese sogenannten Sonderausbildungen sind direkt auf Abiturienten zugeschnitten. In der Regel wird die Hochschulreife als Zugangskriterium vorausgesetzt.

„Sonderausbildungen führen zu einer höheren Qualifizierung als eine klassische duale Ausbildung. Dabei können Abiturienten auch meist die Ausbildungszeit verkürzen. Ein Beispiel hierfür ist die Ausbildung zum Finanzassistenten, die zwei bis zweieinhalb Jahre dauert“, erklärt Carina Herlan. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Sonderausbildungen, etwa den Handelsassistenten, den Immobilienassistenten, den Eurokaufmann oder den Betriebswirt im Außenhandel. Aber nicht nur in der Industrie, sondern auch im Handwerk bieten sich Möglichkeiten. So kann man sich beispielsweise parallel zur Ausbildung in einigen Handwerksberufen zum Betriebsassistenten im Handwerk qualifizieren.

Spezielle Zusatzfächer

Im Ausbildungsaufbau unterscheiden sich Sonderausbildungen von den klassischen dualen Ausbildungen. Oft entfallen im Berufsschulunterricht allgemeinbildende Fächer, da Abiturienten diese Inhalte bereits in der Schule gelernt haben. Dafür kommen spezielle Zusatzfächer hinzu. Diese Kurse finden zusätzlich zum normalen Berufsschulunterricht statt und ergänzen somit die Ausbildung. Als Ausbildungsorte dienen beispielsweise Berufsschulen, Bildungseinrichtungen der Kammern, Fachakademien oder Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA).

Neben den dual aufgebauten Sonderausbildungen gibt es zudem Ausbildungsmöglichkeiten für Abiturienten, die an speziellen Schulen angeboten werden. Hierzu zählt zum Beispiel die Ausbildung zum Fluglotsen, die an der Flugsicherungsakademie in Langen (Hessen) stattfindet, oder die Ausbildung zum Industrietechnologen in verschiedenen Fachrichtungen an der Siemens-Akademie in Erlangen, München und Berlin.

Chef in der Juniorfirma

Aber auch innerhalb regulärer Ausbildungen werden immer häufiger besondere Projekte angeboten. So bieten einige Unternehmen und Ausbildungsbetriebe ihren Azubis beispielsweise die Möglichkeit, eigenständig eine Juniorfirma zu führen, Erfahrungen in Auslandsniederlassungen zu sammeln oder an teamfördernden Maßnahmen teilzunehmen. Mit solchen innovativen Ausbildungskonzepten punkten die Unternehmen beim Nachwuchs und fördern gleichzeitig wichtige Schlüsselqualifikationen wie Verantwortungsbewusstsein, interkulturelle Kompetenzen oder Teamfähigkeit.

Nach innovativen Ausbildungen suchen

Das Angebot an besonderen Ausbildungsgängen für Abiturienten ist regional unterschiedlich. Wie man einen Ausbildungsbetrieb findet, der eine Sonderausbildung oder eine Zusatzqualifikation ermöglicht, erklärt Berufsberaterin Carina Herlan: „In der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit können Abiturienten die konkrete Qualifikation eingeben und erhalten eine Liste der Betriebe mit Stellenbeschreibung und Einstellungsmodalitäten.“ Empfehlenswert ist darüber hinaus die Datenbank www.ausbildungplus.de, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung bereitgestellt wird und in der ebenfalls nach Zusatzqualifikationen recherchiert werden kann.

Hinweise auf Unternehmen wiederum, die innovative Ausbildungskonzepte zu bieten haben, sind unter den Preisträgern von Wettbewerben wie dem Hermann-Schmidt-Preis oder dem Ausbildungs-Ass zu finden.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Beschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Abiturientenausbildung)
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.

https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs

AusbildungPlus

Onlineauftritt von AusbildungPlus mit interessanten Erfahrungsberichten von Auszubildenden und einer umfangreichen Liste an Zusatzqualifikationen:
www.ausbildungplus.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Infoseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Thema Zusatzqualifikationen.
www.bibb.de/de/703.php

Ausbildungs-Ass

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland und die Junioren des Handwerks vergeben jedes Jahr das „Ausbildungs-Ass“ an die besten Ausbildungsbetriebe.
www.ausbildungsass.de

Hermann-Schmidt-Preis

Der Verein „Innovative Berufsbildung e.V.“ zeichnet besondere Leistungen aus ausgewählten Bereichen der Berufsbildung aus. Eine Liste der Preisträger aus den vergangenen Jahren findet sich unter:
www.wbv.de/hermann-schmidt-preis/die-preistraeger.html

Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e.V.

www.zbb.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag

www.dihk.de

Zentralverband des deutschen Handwerks

www.zdh.de

abi>> 08.02.2016