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Technik plus Wirtschaft

Profil von Autoreifen.
Autos und BWL - das ermöglicht die Zusatzqualifikations Betriebsassistent.
Foto: Julien Fertl

Zusatzqualifikation Betriebsassistent

Technik plus Wirtschaft

Jules Wagener (19) aus Osnabrück ergänzt die duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker um die Zusatzqualifikation zum Betriebsassistenten.

Vierrädrige Untersätze faszinieren Jules Wagener schon lange. „Seit meinem 13. Lebensjahr schraube ich regelmäßig an Autos. Seit Kurzem habe ich einen Oldtimer, an dem ich bastele. Auch Rennen interessieren mich, daher bin ich schon einmal bei der deutschen Kart-Meisterschaft mitgefahren. Also entschied ich mich, Kfz-Mechatroniker zu werden“, berichtet der 19-Jährige.
Bald beginnt er bei seinem Ausbildungsbetrieb, dem Autohaus Hülsmann und Tegeler im Osnabrücker Stadtteil Oesede, das zweite Lehrjahr. „Es gefällt mir gut – ich lerne viel Neues, verstehe mich mit den Kollegen und mit den Ausbildern“, berichtet Jules Wagener.

Ausbildung, Meister, Studium

Porträtfoto von Jules Wagener

Jules Wagener

Foto: Privat

Dennoch denkt er bereits über die Ausbildung hinaus: Er möchte nach seinem Abschluss die Meisterprüfung ablegen, ein oder zwei Jahre arbeiten und dann mit dieser Praxiserfahrung dual Wirtschaftsingenieurwesen studieren, Fachrichtung Automobilmarkt. Dafür muss er seine Ökonomie-Kenntnisse ausbauen. Die Lösung: Die Zusatzqualifikation zum Betriebsassistenten. Hier lernt man, wie man Unternehmen aufbaut und führt. „Diese entspricht mehr oder weniger den Teilen drei und vier des Meisters, also dem betriebswirtschaftlichen Teil, ist aber für mich kostengünstiger als ein Meisterabschluss. Teil eins und zwei des Meisters – den fachlichen Part – muss ich dann zwischen Ausbildungsabschluss und Studienbeginn nachholen“, erläutert der Azubi.

Schrauben und Wirtschaft

Bei seiner dualen Ausbildung schraubt, schweißt und verdrahtet Jules Wagner in der Autowerkstatt und eignet sich in der Berufsbildenden Schule die Theorie an, die man als Kfz-Mechatroniker beherrschen muss. Dazu kommt ein zusätzlichen Tag pro Monat für die Zusatzqualifikation – sechs Stunden an derselben Berufsschule, in denen Jules Wagener und seine Mitschüler sich mit „viel Kaufmännischem“ beschäftigen: Sie lernen, wie die Buchhaltung im Unternehmen funktioniert, wie man den Preis von Waren kalkuliert und was in einem Angebot stehen muss.
„Noch fällt mir vieles leicht, weil ich mein Wissen aus der Schule nutzen kann. Doch in etwa zwei Jahren steht sowohl bei der dualen Ausbildung als auch bei der Zusatzqualifikation die Prüfungsphase an – nahezu zeitgleich, weil ich meine duale Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen will. Das kann stressig werden, meinen die Leute, die den Abschluss bereits haben“, sagt Jules Wagener.

Herausforderungen meistern

Mit Freude am Lernen und seinem echten Interesse für ökonomische Zusammenhänge wird er jedoch diese Herausforderung meistern, hofft er. Auf die Unterstützung seines Ausbildungsbetriebes kann er dabei bauen: Dieser stellt ihn für den zusätzlichen Berufsschultag frei. „Andere Azubis haben da nicht so viel Glück. Sie müssen den zusätzlichen Berufsschultag mit Überstunden herausarbeiten. Ich bin meinem Unternehmen dankbar, dass das bei mir anders ist“, betont der 19-Jährige.

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

abi>> 22.10.2018