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Zum Wohl der Gäste

Eine junge Frau macht ein Hotelbett zurecht.
Damit sich die Gäste im Hotel wohl fühlen, überprüfen Hotelfachleute vor ihrer Ankunft noch einmal die Zimmer.
Foto: Ria Kipfmüller

Zusatzqualifikationen in der Ausbildung

Zum Wohl der Gäste

Nach ihrem Abitur war Mona Hölsch unentschlossen: Ausbildung oder Studium? Für den Bereich Tourismus und Hotel hatte sich die 21-Jährige schon entschieden, aber noch nicht, auf welchem Weg sie ihr Berufsziel erreichen wollte.

Mona Hölsch stieß auf die Möglichkeit, eine Ausbildung mit Zusatzqualifikation zu absolvieren – ein Angebot speziell für Abiturienten. „In diesem Moment war die Entscheidung gefallen”, erinnert sich die 21-Jährige.

Heute ist sie im dritten Ausbildungsjahr zur Hotelfachfrau mit Zusatzqualifikation Hotelmanagement im Maritim Hotel in Stuttgart. Wie die anderen Azubis durchläuft sie alle Stationen im Hotel – vom Service bis zum Housekeeping. „Der betriebliche Teil ist der gleiche, wir lernen alles von der Pike auf – eine Sonderbehandlung gibt es für die Azubis mit Zusatzqualifikation nicht”, sagt sie lachend.

Drei Fremdsprachen lernen

Ein Porträt-Foto von Mona Hölsch

Mona Hölsch

Foto: Privat

Der große Unterschied zur Ausbildung der Kollegen besteht im schulischen Teil, den Mona Hölsch in einer reinen Zusatzqualifikations-Klasse zwölf Wochen im Jahr an der Hotelfachschule absolviert. Alle Hotelfachauszubildenden Baden-Württembergs kommen für den gemeinsamen Unterricht zusammen und wohnen auch vor Ort im Internat oder in Ferienwohnungen. Der Unterricht findet in Blockseminaren statt, so dass sich die Azubis mit dem Lernstoff auseinandersetzen können. „In unserem Unterricht fallen Fächer wie Sport, Religion und Geschichte weg und werden durch Grundlagen in BWL, VWL und Marketing ersetzt“, erklärt Mona Hölsch. Einen großen Teil der Zeit nimmt außerdem der Fremdsprachenunterricht ein: Englisch, Spanisch und Französisch stehen für die 21-Jährige und ihre Mitauszubildenden auf dem Stundenplan – vor allem Fachbegriffe aus den Bereichen Küche, Rezeption und Veranstaltung werden gepaukt. Eine große Herausforderung, die viel Arbeit bedeutet: „Häufig sitze ich noch spätabends an den Büchern“, erzählt die Auszubildende.

Fit für eine Führungsaufgabe

Zurück im Hotel übt sich Mona Hölsch auch in organisatorischen Aufgaben. „Wir Azubis mit Zusatzqualifikation werden im Laufe der Ausbildung in vier verschiedenen Büroabteilungen eingesetzt. Normalerweise sind es nur ein bis zwei solcher Stationen“, erklärt sie. Dafür ist sie einen Monat weniger im Service tätig. Das Ziel ist es, die Auszubildenden schon während ihrer Lehrjahre auf eine Führungsposition vorzubereiten. Gerade ist Mona Hölsch für vier Wochen im Büro des Housekeeping im Einsatz. Dort begleitet sie die leitende Hausdame bei deren täglicher Arbeit. Auch die Bereiche Service, Rezeption, Buchhaltung und Veranstaltung stehen auf dem Programm.

Im Sommer wird Mona Hölsch ihre dreijährige Ausbildung abschließen. Mit der Zusatzqualifikation in der Tasche möchte sie auf einem Hotelschiff in den USA oder in Spanien arbeiten, um sich anschließend für ein Studium im Bereich Tourismusmanagement zu bewerben.

Dass sie sich nach dem Abitur für die Ausbildung und gegen das Studium entschieden hat, hat Mona Hölsch noch keine Sekunde bereut: „Ich habe viel Arbeit, aber auch ebenso viel Spaß. In den vergangenen Jahren habe ich ziemlich starke Nerven bekommen, bin selbstbewusster geworden und habe nicht nur fachlich, sondern auch ganz viel fürs Leben gelernt.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 20.11.2015