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Der Weg des Bieres

Junger Mann schließt Braumaschine an
Im Gär- und Filterkeller ist handwerkliches Geschick gefragt, um die großen Maschinen vorschriftsgemäß und richtig zu bedienen.
Foto: Ria Kipfmüller

Brauer und Mälzer

Der Weg des Bieres

Der größte Traum von Jan Bornemann wäre eine eigene Brauerei. Zunächst will der 22-Jährige aber das Bierbrauen von der Pike auf lernen und im Beruf Erfahrungen sammeln. Daher absolviert er eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer bei der Warsteiner Brauerei.

Morgens gegen sechs Uhr startet Jan Bornemann in den Arbeitstag. „Die Auszubildenden beginnen meist mit der Frühschicht. Der Braubetrieb läuft aber im Drei-Schicht-Betrieb“, berichtet der 22-Jährige. Er befindet sich im dritten Lehrjahr und hat schon mehrere Stationen im Unternehmen durchlaufen. Die Arbeit im Sudhaus, im Gär- und Filterkeller, in der Abfüllung sowie im Labor lernen die angehenden Brauer und Mälzer reihum kennen und folgen damit dem Weg des Bieres von der Anlieferung der Rohstoffe bis hin zum fertigen Getränk. „Mein Onkel hat den Beruf auch gelernt und zuhause hin und wieder experimentiert. Das hat mich fasziniert. Außerdem haben mich Naturwissenschaften wie Biologie und Chemie in der Schule interessiert. Deshalb habe ich mich für die Ausbildung entschieden“, erläutert er.

Theoretisches Wissen und praktisches Können

Ein Porträt-Foto von Jan Bornemann

Jan Bornemann

Foto: privat

Im Rahmen der Bewerbung um den Ausbildungsplatz musste er ein persönliches Vorstellungsgespräch und einen schriftlichen Einstellungstest absolvieren. Pro Lehrjahr stellt die Privatbrauerei neben den technischen und kaufmännischen Auszubildenden einen Azubi zum Brauer und Mälzer ein. Jan Bornemann war erfolgreich und konnte sich seinen Ausbildungsplatz sichern.

Während der dreijährigen dualen Ausbildung lernt er sowohl im Unternehmen in Warstein als auch im Blockunterricht in der Berufsschule in Dortmund. „Zunächst haben wir uns im Betrieb und in der Schule mit den Rohstoffen und den ersten Schritten der Bierbereitung im Sudhaus befasst.“ Alles über die Herstellung des Bierbestandteils Malz lernen die Warsteiner-Azubis in einer Gelsenkirchener Mälzerei. Unterrichtsinhalte in der Berufsschule sind neben der Bier- und Malzbereitung die Getränketechnik, Wirtschafts- und Betriebslehre sowie Englisch. Die Abschlussprüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil, bei dem zum Beispiel in der schuleigenen Brauerei praktisches Können im Sudhaus geprüft wird.

Handwerkliches Geschick gefragt

Neben der Herstellung und Abfüllung des Bieres sollen die Auszubildenden außerdem die Installation von Schankanlagen zum Beispiel in Restaurants und Kneipen beherrschen. „Neben naturwissenschaftlichen Kenntnissen ist handwerkliches Geschick auf jeden Fall wichtig für den Beruf“, meint Jan Bornemann, der nach der Ausbildung zunächst Berufserfahrung sammeln möchte. Später würde er gerne ein Studium aufnehmen, beispielsweise zum Ingenieur für Brau- und Getränketechnologie oder zum Diplombraumeister. „Ich finde es vorteilhaft, wenn man eine praktische Ausbildung absolviert, bevor man studiert. Man weiß, wie die Prozesse laufen, worauf es ankommt und wie Betriebe strukturiert sind“, sagt er.

Mit dem Studium will er sich die Möglichkeit offenhalten, eine Führungsposition zu besetzen. Oder eben irgendwann sein eigenes Unternehmen zu gründen. Und natürlich soll es dabei um Bier gehen: „Ich finde es faszinierend, dass man aus nur vier Rohstoffen, nämlich Wasser, Malz, Hopfen und Hefe so viele verschiedene Biersorten brauen kann.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf>>

abi>> 25.10.2016

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