First Class Beratung
Wie kann man die Reiselust und das Fernweh bei den Passanten wecken? "Eine ansprechende Schaufensterdeko trägt sicher dazu bei", weiß Francesca Jütz aus Bad Homburg.
Für Francesca Jütz ist der PC ein unentbehrliches Arbeitsmittel
Foto: DER Reisebüro
Die zukünftige Reiseverkehrskauffrau stattet deshalb das Schaufenster des DER Reisebüros in Bad Homburg bei Frankfurt am Main regelmäßig mit farbenfrohen Werbeplakaten und aktuellen Reiseangeboten aus. Die 20-Jährige sorgt auch dafür, dass die Katalogwand im Büro immer mit den neuesten Prospekten bestückt ist.
In der bisherigen anderthalbjährigen Lehrzeit konnte Francesca Jütz bereits Einblick in alle Tätigkeiten eines Reisebüros gewinnen - angefangen beim persönlichen und telefonischen Kundenkontakt über die Auftragsbearbeitung bis hin zur Buchung touristischer Leistungen. In ihrer Arbeit setzt sie verschiedene Reservierungs- und Buchungssysteme ein. „Zunächst lernte ich einfache Leistungen wie Bahntickets oder Badeaufenthalte zu buchen. Später folgen schwierigere Buchungen wie Flüge oder Kreuzfahrten."
Schulungen im Betrieb
Den Umgang mit „TOMA", der Buchungsmaske verschiedener Veranstalter, hat sie in einer Schulung im Betrieb gelernt. Auch andere Themen wie Versicherungen, Kreuzfahrten, Verkauf oder Prüfungsvorbereitung werden in Schulungen und Seminaren vermittelt. Ergänzend dazu besucht Francesca Jütz an zwei Tagen pro Woche die Berufsschule. „Im wichtigsten Lernfeld Touristik beschäftigen wir uns unter anderem mit Länderkunde, Transportmitteln und Flugzeitenberechnungen", erläutert sie. Außerdem belegt sie die Fächer Reiserecht, Politik, Englisch und Spanisch sowie Rechnungswesen.
Im dritten Lehrjahr wird sie lernen, mit Reklamationen umzugehen, die Informationspflicht des Reisebüros bezüglich Einreisebestimmungen und Versicherungen einzuhalten sowie Kundenbindungsaktionen zu planen und durchzuführen. Ein dreimonatiger Schnupper-Aufenthalt bei einem der konzerneigenen Veranstalter ist ebenfalls vorgesehen. „Nach dreijähriger Lehrzeit sollten die Auszubildenden in der Lage sein, den Wunsch und Bedarf des Kunden genau zu ermitteln, mit Hilfe der Buchungssysteme ein entsprechendes Angebot zu erstellen und eine Reise inklusive Zusatzleistungen wie Versicherung, Eintrittskarten, Mietwagen, Visabeantragung oder Parkplatzbuchung zu verkaufen", fasst Andrea Stubner, Ausbilderin und Verkaufsleiterin dieser Filiale, das Ausbildungsziel zusammen.
Das Kennenlernen fremder Länder und Kulturen, die Teamarbeit und der Umgang mit verschiedenen Kundentypen faszinieren Francesca Jütz besonders und waren auch die Gründe für ihre Berufswahl. „Sehr gefreut habe ich mich einmal über eine Karte, die mir mein Kunde aus dem von mir gebuchten Urlaub geschickt hat." Bei ungeduldigen oder unfreundlichen Kunden bemüht sie sich, ihr Lächeln zu bewahren und das Kundenverhalten nicht persönlich zu nehmen. „Kommunikationsfähigkeit und die Freude am Umgang mit Menschen sind das A und O für diesen Beruf", bestätigt auch Andrea Stubner. Gefragt seien außerdem Flexibilität im Denken, Geschick im Umgang mit Computer und Internet, ein gepflegtes Äußeres sowie Englisch zur Kommunikation mit internationalen Kunden und Hotels.
Nachschlagewerk Internet
Trotz der Vielzahl von Online-Reisebüros sieht die Ausbilderin Andrea Stubner für das Berufsbild der Reiseverkehrskaufleute eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. „Viele Kunden suchen wieder den persönlichen Kontakt und eine kompetente Beratung, bei der man auf ihre Wünsche eingeht. Da kann das Internet nicht mithalten." Aber das World Wide Web sorgt trotzdem für Veränderungen: „Durch das Internet sind viele Kunden bereits vorinformiert und stellen detailliertere Rückfragen, als es früher der Fall war", stellt Andrea Stubner fest. „Das Internet bietet aber während der Ausbildung auch ein sehr umfangreiches Nachschlagewerk. Geeignete Hotels für Familien, Gebiete speziell für Taucher, aktuelle Einreiseinformationen oder optimale Klimabedingungen für das Wunschziel sind heutzutage einfach per Mausklick zu finden und auf aktuellem Stand."

