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Mit Freundlichkeit punkten

Markieren von Warnhinweisen auf einzelnen Flügen
Check-In, Boarding und Koordination: Bei der Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr ist viel Feingefühl im persönlichen Kontakt mit den Fluggästen gefragt.
Foto: Alex Becker

Servicekauffrau im Luftverkehr

Mit Freundlichkeit punkten

Schon in ihrer Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr kümmert sich Nadine Kos (21) darum, dass sich Passagiere am Münchner Flughafen wohlfühlen. Für den Service-Dienstleister Aerogate sorgt sie mit dafür, dass alles rund um die Flugzeugabfertigung nahtlos ineinander greift.

„Ich liebe meine Ausbildung. Sie ist unglaublich abwechslungsreich“, sagt Nadine Kos. Die 21-Jährige lernt nahezu alle Bereiche eines Flughafens kennen. Sie verkauft Flugtickets, steht den Passagieren an der Info Rede und Antwort, kümmert sich um den Check-in, hilft beim Boarding am Gate, kontrolliert und koordiniert die Be- und Entladung des Flugzeugs auf dem Vorfeld, sucht und findet, wenn Gepäck verloren geht und übernimmt Arbeitsplanungsaufgaben in der Verwaltung. Jeweils zwei Monate wird sie in jeder Abteilung umfassend geschult. „Am meisten Spaß machen mir die Aufgaben, bei denen ich viel mit Menschen zu tun habe. Die Büroarbeit dagegen ist nicht so meins“, erklärt die junge Frau.

Positiv überrascht

Ein Porträt-Foto von Nadine Kos.

Nadine Kos

Foto: Bareither

Aktuell ist Nadine Kos im zweiten Jahr ihrer dualen Ausbildung. In einem halben Jahr wird sie ihre schriftliche IHK-Abschlussprüfung machen. Dann werden vor allem die Inhalte abgefragt, die sie im jeweils sechswöchigen Blockunterricht an der Berufsschule Freising erlernt hat. Neben Luftverkehrswirtschaft, Serviceleistungen und Allgemeiner Wirtschaftslehre pauken die angehenden Servicekaufleute unter anderem Datenverarbeitung und Sprachen. „Wir vertiefen unsere Englischkenntnisse und lernen Spanisch.“

Der Hauch von weiter Welt, die Vielfalt der Ausbildung – all das war Nadine Kos gar nicht bewusst, als sie sich für die Ausbildung im Oktober 2014 bewarb. „Das hat mich richtig positiv überrascht. Mir waren eigentlich ganz andere Sachen wichtig, nämlich, dass ich nach meinem Fachabitur erstmal was Praktisches machen kann. Außerdem wollte ich unbedingt bald mein eigenes Geld verdienen und – für mich ganz entscheidend – in der Nähe bleiben. Da der Flughafen ja quasi fast direkt vor unserer Haustür liegt, habe ich mich dann intensiv darüber informiert, welche Ausbildungsmöglichkeiten es hier gibt.“

Vorstellungsgespräch in großer Runde

Nach eingängiger Online-Recherche war sich Nadine Kos sicher, dass die Servicekauffrau im Luftverkehr am besten zu ihren Interessen und Eigenschaften passt. „Ich bin geduldig und behalte auch in stressigen Situationen Ruhe. Ich bin flexibel, kommunikationsfreudig und da ich zweisprachig aufgewachsen bin, fallen mir Sprachen leicht“, resümiert die Halbkroatin.

Das Vorstellunggespräch, zu dem sie auf ihre Bewerbung hin eingeladen wurde, lief ganz anders ab als erwartet. „Wir wurden zu fünft eingeladen – aber eben nicht zu einem Assessment-Center mit Aufgaben, sondern wirklich einfach zu einem Gespräch in großer Runde. Dabei wurde aber wohl doch geschaut, wie wir miteinander umgehen. Ich nehme an, weil die Sozialkompetenz eine ganz große Rolle in unserem Beruf spielt.“

Wechselnde Arbeitszeiten

Seitdem lernt sie jeden Tag etwas Neues. Der Schichtdienst – der Flughafen muss von 3 Uhr bis 24 Uhr besetzt sein – ist für sie okay. „Die Frühschicht, die um 6 Uhr losgeht, ist mir eigentlich am liebsten. Dann hat man noch was vom Tag“, sagt sie. Für den Umgang mit genervten Fluggästen hat sie zu jeder Tageszeit eine eigene Philosophie parat: „Meine Erfahrung ist, wenn man Verständnis zeigt und freundlich bleibt, dann bekommt man auch viel Freundlichkeit zurück.“

Die Chancen, dass Aerogate sie nach ihrer Ausbildung in eine Festanstellung übernimmt, stehen gut. „Wenn es klappt, bin ich zufrieden. Vielleicht kann ich dann zur Schichtleiterin aufsteigen. Oder ich studiere doch noch Luftverkehrsmanagement. Festlegen möchte ich mich da noch nicht.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf>>

abi>> 10.07.2017