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„Jeder Kunde tickt anders“

Eine junge Frau steht vor einem Regal und schaut sich ein Reisemagazin an.
Aus der großen Auswahl an Reiseangeboten das richtige für den jeweiligen Kunden zu finden – das ist eine der Herausforderungen, der sich Isabelle Moegelin in ihrer Ausbildung zur Tourismuskauffrau täglich stellt.
Foto: Katharina Kemme

Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen

„Jeder Kunde tickt anders“

Isabelle Moegelin wusste nach einem Betriebspraktikum in einem Reisebüro, dass sie gerne dauerhaft an einem solchen Ort arbeiten möchte. Das hat die heute 22-Jährige in die Tat umgesetzt: Sie fand eine Ausbildungsstelle beim Hamburger Reisebüro Globetrotter und wird in wenigen Wochen ihr Abschlusszeugnis als Tourismuskauffrau in der Hand halten. Begeistert von ihrem Beruf ist sie nach wie vor.

Kürzlich passierte etwas, das für Isabelle Moegelin zu den Dingen gehört, die sie immer wieder für ihre Tätigkeit motivieren: Ein Kunde wollte eine Tagesfahrt mit einem Busunternehmen buchen. „Das ist für uns Reisebüromitarbeiter nicht gerade die spannendste Aufgabe, eher Routine. Doch als ich mich nach dem Verkauf verabschieden wollte, meinte der Kunde: 'Nein, das war doch erst der Anfang! Ich möchte noch eine Expeditionskreuzfahrt buchen.' Schon wurde aus dem kurzen Verkauf einer Tagesfahrt eine mehrstündige erfolgreiche Beratung“, erzählt die 22-Jährige.

Offenbar hatte sie den sprichwörtlichen Nerv des Interessenten getroffen. Dies gehört nach Meinung der angehenden Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen mit Schwerpunkt Reisevermittlung zum Schönsten und gleichzeitig Schwierigsten, was ihr Beruf zu bieten hat: zu erspüren, was der Kunde möchte, um ihm dann das passende Angebot zu unterbreiten. „Jeder Kunde tickt anders“, hat Isabelle Moegelin in ihrer dreijährigen Ausbildungszeit festgestellt. Wenn die Menschen nach der Reise begeistert zu ihr ins Büro kommen und berichten, findet sie das toll.

Theorie und Praxis ideal verknüpfen

Ein Porträt-Foto von Isabelle Moegelin

Isabelle Moegelin

Foto: privat

Im Berufsschulunterricht lernt die 22-Jährige unter anderem, wie sie ein Verkaufsgespräch zielorientiert führt, und beschäftigt sich im Fach Steuerung und Kontrolle mit Buchhaltung. Außerdem wird sie in allgemeinbildenden Fächern wie Wirtschaft und Gesellschaft ausgebildet. Sich gut auf Deutsch ausdrücken zu können, ist für die künftige Tourismuskauffrau ebenso wichtig wie das Beherrschen von Fremdsprachen. Daher findet der Marketing-Unterricht in der Berufsschule zum Beispiel auf Englisch statt. Die Auszubildenden beschäftigen sich mit Länderkunde, verschiedenen Arten von Reisen, wie Bahn- oder Flugreisen, und natürlich mit Marketingstrategien. Außerdem setzen sie sich damit auseinander, wie man elektronische Buchungssysteme nutzt.

Im Reisebüro kann Isabelle Moegelin die Theorie dann in die Praxis umsetzen und weiß dank Tipps der erfahrenen Kollegen, was sie noch verbessern kann.

Reiseerfahrungen mit anderen teilen

Für die Ausbildung ist Isabelle Moegelin aus ihrer Heimatstadt Buxtehude ins benachbarte Hamburg gezogen. Das Büro befindet sich in einem Hamburger Einkaufszentrum. Damit hat die junge Frau viel Laufkundschaft, aber auch Stammkunden kommen regelmäßig zu ihr und ihren Kollegen. Wenn sie ihren jetzigen Arbeitsort betritt, denkt sie manchmal an ihr Betriebspraktikum in der neunten Klasse. „Das habe ich in einem Reisebüro in Hamburg-Finkenwerder absolviert und sofort gemerkt: Das möchte ich gern dauerhaft machen.“ Nach weiteren Praktika, Abitur und einer einjährigen Reise rund um den Globus, bewarb sie sich für die Ausbildungsstelle im Globetrotter Reisebüro und steht nun kurz vor dem Abschluss. „Ich wollte als Tourismuskauffrau meine Reiseerfahrungen mit anderen teilen.“

Nach Ausbildungsende werden sich die Wege von Isabelle Moegelin und ihrem Ausbildungsbetrieb dennoch trennen. „Ich wechsele in ein Reisebüro eines anderen Unternehmens, weil ich noch weitere Erfahrungen sammeln möchte“, begründet sie ihre Entscheidung. Für die Zukunft wünscht sie sich eine berufliche Tätigkeit, bei der sie ihre Reisebegeisterung mit ihrer Liebe zur digitalen Welt, speziell zu den sozialen Medien, verbinden kann. Grundsätzlich ist sie aber auch für Alternativen offen: „Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, ins Ausland zu gehen. Zum Glück muss ich das nicht sofort entscheiden, denn ich stehe ja erst am Anfang meines Berufslebens.“

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abi>> 28.02.2018

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