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"Es wird viel Wert auf Geselligkeit gelegt"

Straßenname an einer Hausmauer in Spanien
Die iberische Halbinsel ist für ihren mediterranen Flair bekannt.
Foto: Franziska Loos

Auslandspraktikum in Spanien

"Es wird viel Wert auf Geselligkeit gelegt"

Paula Gilgenberg durfte im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Bayer AG sechs Wochen im Ausland verbringen. Für abi» hat die 21-Jährige von ihrem Aufenthalt im spanischen Alcalá de Henares berichtet.

Auf einer Berufsmesse traf ich auf meinen heutigen Arbeitgeber. Eine junge Frau erzählte mir dort von ihrer Ausbildung zur „Assistant for International Office Management“. Bei der Ausbildung, die bei Bayer unter dem englischsprachigen Titel läuft, handelt es sich um ein kombiniertes Aus- und Fortbildungsprogramm mit zwei Abschlüssen, das sich gezielt an Abiturienten wendet. Im Gespräch habe ich gemerkt, dass das genau das ist, was ich mir beruflich vorgestellt habe. Ich bewarb mich ein Jahr vor dem Abitur und erhielt die Zusage. Nach meinem Schulabschluss erwartete mich erst eine auf eineinhalb Jahre verkürzte Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement und anschließend eine fast zweijährige Fortbildung zur Fachwirtin für Büro- und Projektorganisation.

Ein richtiger Schub in Sachen Sprache

Ein Porträt-Foto von Paula Gilgenberg

Paula Gilgenberg

Foto: Privat

Nach Abschluss der Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement verbrachte ich sechs Wochen lang in Alcalà de Henares, in der Nähe von Madrid. Dort arbeitete ich bei BerliMed, einer kleinen Produktionsstätte von Bayer. Jeder der angehenden Assistenten musste sich zuvor intern auf eine der Stellen im Ausland bewerben, manche blieben auch nur drei oder vier Wochen dort. Mit vier Kolleginnen war ich in der Assistenz des Generaldirektors beschäftigt. Eine der Kolleginnen dort hatte schon in Deutschland gearbeitet und hatte entsprechend gute Sprachkenntnisse, aber wir sprachen natürlich trotzdem hauptsächlich Spanisch. Während eines einjährigen Schüleraustauschs in Mexiko hatte ich mich bereits mit der Sprache befasst, der firmeninterne Auslandsaufenthalt hat mir dann aber noch einmal einen richtigen Schub gebracht.

Keine Angst vor Fehlern

Im Vergleich zu der Arbeit in Deutschland sind mir direkt am Anfang einige Unterschiede aufgefallen: Zum einen duzen sich in Spanien alle in der Firma, das sorgt für eine sehr lockere Atmosphäre. Zum anderen gibt es häufigere und längere Pausen als bei uns – es wird viel Wert auf Geselligkeit gelegt. Abends bin ich oft noch mit Kollegen ausgegangen, die sich alle sehr für meine Heimat und die deutsche Sprache interessiert haben. Diese offene Art hat mir meine Angst genommen, beim Spanischsprechen viele Fehler zu machen. Am besten ist es, einfach draufloszureden, dann macht man auch weniger Fehler – das habe ich während meines Aufenthalts gelernt.

In meiner Fortbildung zur Fachwirtin für Büro- und Projektorganisation kann ich nun meine verbesserten Sprachkenntnisse häufig anwenden – sei es, wenn ich Geschäftsreisen ins spanischsprachige Ausland für meine Kollegen buchen muss, oder bei der Zusammenarbeit mit Kollegen aus Spanien oder Südamerika. Ich kann jedem nur empfehlen, eine Weile ins Ausland zu gehen, denn man lernt wirklich enorm viel in dieser Zeit.

abi>> 07.12.2015