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„Viel vom Wissen der Kollegen profitiert“

Blick in einen Schaltschrank mit verschiedenen Kabeln und Anschlüssen
Wie ist ein Schaltschrank aufgebaut? Während seiner Zeit in Rumänien konnte Timo Besemer sein erlerntes Wissen vertiefen und zudem durch den Kulturaustausch viele neue Erfahrungen sammeln.
Foto: Julien Fertl

Elektroniker in Rumänien

„Viel vom Wissen der Kollegen profitiert“

Timo Besemer absolviert bei Daimler eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Dabei sammelte der 21-Jährige drei Wochen lang Erfahrungen in einem Tochterunternehmen in Rumänien.

Obwohl ich erst wenige Tage in Rumänien war, hatte sich der Aufenthalt bereits gelohnt: Innerhalb kürzester Zeit habe ich viel Neues gelernt und spannende Einblicke gewonnen. Der Auslandseinsatz während meiner Ausbildung hat mich in mehrfacher Hinsicht weitergebracht.

Aber der Reihe nach: Im Anschluss an mein Abitur 2016 habe ich bei Daimler im baden-württembergischen Esslingen mit meiner Ausbildung zum Elektroniker begonnen. Schon im ersten Lehrjahr eröffnete sich mir die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Daimler entsendet jährlich rund 120 Azubis für drei bis sechs Wochen überwiegend ins europäische Ausland, teilweise aber auch zu Produktions- und Vertriebsstandorten in China.

Ich wollte mich aber zunächst noch intensiver der Theorie widmen, damit ich das Gelernte bei einem Auslandsaufenthalt besser in der Praxis anwenden kann. Und doch habe ich im ersten Lehrjahr bereits Auslandserfahrung gesammelt. Allerdings ging es dabei nicht um fachliche Ausbildung, sondern um ehrenamtliches Engagement. Seit einigen Jahren unterstützt Daimler das Projekt „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Polen“. Gemeinsam mit zehn anderen Azubis habe ich mich zwei Wochen in Lublin in einer jüdischen Gedenkstätte engagiert und mehr über die deutsche NS-Geschichte erfahren. Dazu gehörte auch ein Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz.

Einblick in rumänisches Tochterunternehmen

Ein Porträt-Foto von Timo Besemer

Timo Besemer

Foto: Tim Redlich

Ein knappes Jahr später startete schließlich mein Austausch im Rahmen des Daimler-Ausbildungsprogramms „Training goes Global“. Zur Auswahl standen Einsätze in Tschechien, Slowenien oder Rumänien. Beworben habe ich mich mit einem Motivationsschreiben, in dem ich auch hätte angeben können, in welches Land ich am liebsten wollte. Doch ich hatte keine Präferenz, war offen für Neues und habe mich einfach auf den kulturellen Austausch gefreut.

Letztendlich konnte ich mit einem weiteren Azubi das Daimler-Tochterunternehmen „SC Star Transmission SRL“ im rumänischen Sebes kennenlernen. Dort werden spezielle Getriebe für Mercedes-Benz montiert. Unsere Kollegen vor Ort haben uns alle Bereiche des Werks gezeigt, bevor wir immer mehr in die Arbeit einbezogen wurden. Dabei ging es um ganz praktische Dinge: Wir haben uns beispielsweise mit der Funktionsweise von Schaltschränken beschäftigt.

Außerdem konnten wir live miterleben, wie ein Teil der Produktionslinie neu aufgebaut wurde. Auch dort waren wir gefragt: Wie würdet ihr das machen und in welcher Reihenfolge welche Maschinen aufbauen? Es war toll, dass wir direkt integriert wurden und die Kollegen sich stets Zeit für unsere Fragen genommen haben. Von deren Wissen habe ich viel profitiert.

Unternehmen übernahm die gesamte Organisation

Vor allem persönlich hat mich die Zeit im Ausland vorangebracht. Mein Englisch war zwar vorher schon gut, aber dort konnte ich es weiter verbessern. Besonders wichtig war mir der Einblick in eine neue Kultur. In vielen kleinen Alltagssituationen habe ich erlebt, wie die kulturelle Prägung das Verhalten beeinflusst: Als ich etwa einmal allein im Pausenraum saß, setzte sich ein Kollege direkt neben mich – das würde man in Deutschland wahrscheinlich so nicht tun. Hier ist das ganz normal, schließlich sollte ich mich nicht allein fühlen. Das hat mir gezeigt, wie offen und unkompliziert viele Rumänen sind.

Angenehm war, dass sich Daimler um die gesamte Organisation des Auslandsaufenthaltes gekümmert hat: Der Flug wurde vom Unternehmen gebucht und bezahlt; ebenso die Unterkunft in Sebes. Für die drei Wochen in Rumänien musste ich keinen Urlaub nehmen, der Aufenthalt galt als Teil der Ausbildung.

Insgesamt hat mir das alles so gut gefallen und war eine so große Bereicherung, dass ich später unbedingt wieder – vielleicht sogar für ein paar Jahre – im Ausland arbeiten möchte.

abi>> 25.06.2018