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Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung

Ein junger Mann führt ein Bewerbungsgespräch mit einer jungen Frau.
Die Vielzahl der Arbeitgeber bewertet Auslandserfahrung, die bereits während der Ausbildung gemacht wurde, als sehr positiv. Bei einer Bewerbung kann dies oftmals das entscheidende Kriterium für eine Zusage sein.
Foto: Martin Rehm

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Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung

Was erhoffen sich Unternehmen, wenn sie ihre Azubis für einige Zeit ins Ausland schicken? Und wie unterstützen sie sie dabei? Drei Personal-Verantwortliche berichten:

Angela Horstmann betreut die kaufmännischen Auszubildenden bei der Bischof + Klein SE & Co. KG. Das Unternehmen im nordrhein-westfälischen Lengerich stellt flexible Verpackungen und technische Folien aus Kunststoff und Kunststoffverbunden her.

Ein Porträt-Foto von Angela Horstmann

Angela Horstmann

Foto: Bischof + Klein Holding SE & Co. KG

„Wir bieten unseren Azubis die Möglichkeit, für ein paar Wochen Auslandsluft zu schnuppern. Dabei werden sie vorrangig in einem unserer vielen Tochterunternehmen eingesetzt. Dafür gibt es eine Menge zu organisieren. Das macht selbstständig, erfordert Organisationsgeschick und bringt Verantwortung mit sich. Wir unterstützen unsere Azubis aber dabei. Zudem machen sie in kurzer Zeit enorme Fortschritte in der jeweiligen Fremdsprache. Das hilft anschließend hier in Deutschland, wenn etwa E-Mails auf Englisch verfasst werden müssen oder ein französischsprachiger Kunde am Telefon ist. Die Azubis lernen die Kollegen und Arbeitsweisen im Tochterunternehmen kennen, wodurch Synergien entstehen und genutzt werden können.

In über 90 Prozent der Fälle haben wir in der Vergangenheit von der Unterstützung des Erasmus+-Programms profitiert. B+K trägt die Kosten für Flug und Unterkunft. Der Auslandsaufenthalt erfolgt grundsätzlich in den Schulferien, damit keine Unterrichtsstunden ausfallen. Die Zeit vor Ort zählt hingegen als Arbeitszeit.“

 Siegfried Czock ist bei der Robert Bosch GmbH verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Das Technologie- und Dienstleistungs-Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Stuttgart; weltweit gehören zur Bosch-Gruppe rund 400.500 Mitarbeiter.

Ein Porträt-Foto von Siegfried Czock

Siegfried Czock

Foto: Bosch

„Seit über 50 Jahren bietet Bosch seinen Auszubildenden die Möglichkeit, an einer internationalen Lehrlingsentsendung teilzunehmen. Dieser Baustein ist fest in die Ausbildung bei Bosch in Deutschland integriert und trägt insbesondere zur Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden bei. Unser Ausbildungsnetzwerk in 31 Ländern ermöglicht Jugendlichen diese interkulturelle Chance.

In der Regel erfolgt die Entsendung am Ende des zweiten Lehrjahres. Die Auszubildenden werden von Beginn an in die Planungen integriert. Die Entsendung gilt als Arbeitszeit. Anfallende Kosten für Reise, Unterbringung sowie eine Verpflegungspauschale werden vom Unternehmen getragen. Durch den Auslandsaufenthalt lernen die Auszubildenden, wie wichtig interkulturelle Kompetenz in der heutigen Wirtschaft ist. Die Entsendung fördert auch das Bewusstsein für Mobilität und Flexibilität im Berufsalltag.“

 Heike Brenner ist Ausbildungsbeauftragte bei Optima. Das Unternehmen plant und fertigt Abfüll- und Produktionsanlagen sowie Verpackungsmaschinen für Kunden im In- und Ausland. Der Stammsitz ist in Schwäbisch Hall. Pro Jahr starten rund 40 Auszubildende.

Ein Porträt-Foto von Heike Brenner

Heike Brenner

Foto: Optima packaging group GmbH

„Auslandserfahrungen sind bei Optima sehr wichtig: Wir haben weltweit 14 Auslandsniederlassungen und über 2.250 Mitarbeiter. 85 Prozent der Maschinen werden exportiert. Mit den Kollegen der Auslandsniederlassungen und ausländischen Kunden wird in englischer Sprache kommuniziert.

Unsere Auszubildenden sammeln bereits während ihrer Ausbildung Auslandserfahrung. Die Industriekaufleute sind für drei Wochen bei der Optima Tochtergesellschaft in den USA, die Industriekaufleute mit Zusatzqualifikation „Internationales Wirtschaftsmanagement“ darüber hinaus für drei Wochen in Frankreich oder Mexiko. Die gewerblichen Auszubildenden bekommen Einblicke in die Montagetätigkeit im europäischen Ausland.

Bei diesen Auslandseinsätzen sollen vor allem die Sprachkenntnisse und das Fachvokabular verbessert werden. Ein Gefühl für andere Kulturen und erste Kontakte zu den Kunden des Unternehmens ergibt sich zwangsläufig. Wer gerne unterwegs ist, kann nach der Ausbildung als Facharbeiter auf Montage die ganze Welt kennenlernen.

Die Auszubildenden müssen für diese Auslandseinsätze keinen Urlaub nehmen, das ist bezahlte Arbeitszeit. Die Kosten für Flüge, Unterkunft und Verpflegung übernimmt das Unternehmen.“

abi>> 25.06.2018