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„Steigender Bedarf an Psychologen“

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Praktika oder Schwerpunktsetzungen im Studium können beim Berufseinstieg als Psychologe helfen.
Foto: Axel Jusseit

Interview

„Steigender Bedarf an Psychologen“

Wie ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Psychologen? abi>> sprach mit Fredi Lang, Referatsleiter Fach- und Bildungspolitik beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.

abi>> Herr Lang, wie stehen für Psychologinnen und Psychologen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Fredi Lang: Die Arbeitslosigkeit bei Psychologen bewegt sich seit vielen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Es kann manchmal eine Weile dauern, bis man nach dem Studium eine Stelle findet, aber insgesamt fällt die Arbeitslosigkeit gering aus. (Siehe Hintergrund „Mehr als psychische Krankheiten“ und Infografiken Psychologen)

abi>> Warum sind Psychologen so gefragt?

Ein Porträt-Foto von Fredi Lang

Fredi Lang

Foto: privat

Fredi Lang: Die immer komplexeren Lebensbedingungen und gesellschaftlichen und familiären Strukturen, der Mangel an persönlichen Ressourcen und hohe Arbeitsmarktanforderungen führen vermehrt dazu, dass Menschen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben Unterstützung brauchen. Sie geraten in Krisen, aus denen sie alleine nicht mehr herauskommen. Daher sehe ich auch in Zukunft einen steigenden Bedarf an Psychologen.

abi>> Was sind die typischen Arbeitsfelder?

Fredi Lang: Ein Bereich ist nach wie vor das Gesundheitswesen, von der Psychotherapie bis zur Rehabilitationspsychologie. Der zweite ist die Wirtschaftspsychologie: Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutzthemen, Personalauswahl und -entwicklung, Organisationsentwicklung oder Streitschlichtung gehören dazu. Der dritte Bereich ist die Bildungspsychologie, also Schulpsychologie, Erziehungsberatung, Bildungsförderung, Studien- und Berufsberatung. (Siehe Podcast "Arbeitsmarkt Psychologen")

abi>> Welche Trends sehen Sie bei Psychologen?

Fredi Lang: Psychologie wird immer mehr zu einer Schlüsselwissenschaft für andere Professionen. Das führt dazu, dass viele kleinere Berufsfelder wie Sportpsychologie, Werbepsychologie, Umweltpsychologie, Börsenpsychologie oder Tourismuspsychologie ein hohes Entwicklungspotenzial haben.

abi>> Wie gelingt der Berufseinstieg?

Fredi Lang: Eine Selbstständigkeit unmittelbar nach dem Studium bietet sich meist nicht an, weil man dafür das entsprechende Auftreten und Berufskompetenz braucht, die mit praktischer Erfahrung und Fortbildung verbunden sind. Beim Berufseinstieg helfen können eine praxisorientierte Masterarbeit, Praktika oder Schwerpunktsetzungen im Studium. Auch Netzwerke sind wichtig.

abi>> Welche persönlichen Kompetenzen sind gefragt?

Fredi Lang: Das ist abhängig vom Arbeitsfeld. Wenn man gutachterlich tätig werden will, sind Empathie, Kommunikationsfähigkeit oder Sozialkompetenz weniger wichtig, als wenn man gesundheitspsychologisch oder psychotherapeutisch arbeiten will. Grundsätzlich sollte man sich gern auf Menschen einlassen. Für den Studienerfolg hilfreich ist das Interesse für Mathematik und Englisch, denn in der Psychologie spielen Statistik und Methoden eine große Rolle.

abi>> 30.01.2017