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Psychologie ist beliebt – im Studium und auf dem Arbeitsmarkt

Familientherapeutin im Beratungsgepräch mit Kunden
Die Familienberatung ist einer von zahlreichen Bereichen, in denen Psychologen arbeiten können.
Foto: Ingo Wagner

Psychologen

Psychologie ist beliebt – im Studium und auf dem Arbeitsmarkt

Die Erwerbstätigkeit wächst, die Arbeitslosigkeit ist gering: Psychologen profitieren von einer guten Arbeitsmarktsituation. Zugleich ist Psychologie noch immer eines der beliebtesten Studienfächer.

Man begegnet Menschen mit ganz verschiedenen Anliegen, erhält Einblick in ihre Gefühlswelten, begleitet sie ein Stück auf ihrem Lebensweg und kann ihnen helfend zur Seite stehen: Wenn man Katja Zetzsche fragt, was sie an ihrem Beruf mag, fallen ihr viele Gründe ein. Seit neun Jahren arbeitet die 33-Jährige in einer Familienberatungsstelle im Vogtland. Erste Erfahrungen in diesem Tätigkeitsfeld sammelte sie bereits während ihres Psychologiestudiums an der TU Chemnitz bei einem Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche. Während ihrer Diplom-Prüfungsphase arbeitete sie zudem in einer Familienberatungsstelle in Chemnitz. Als dann im Vogtland eine Stelle frei wurde, bewarb sie sich – und trat zwei Wochen nach ihrer letzten Prüfung bereits ihren ersten Arbeitstag an.

Ein Porträt-Foto von Katja Zetzsche

Katja Zetzsche

Foto: Privat

Seitdem berät die Psychologin Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Einzel-, Paar- und Familiengesprächen. Oft geht es um Beziehungs- und Kommunikationsprobleme, mal muss sie vermitteln, mal aufklären und informieren. „Das Schöne ist: Die Beratung mache ich eigenständig und arbeite trotzdem im Team“, sagt sie. Die acht Mitarbeiter der Beratungseinrichtung tauschen sich aus und stehen einander zur Verfügung, „wenn man mal nicht weiter weiß“. Denn auch schwierige Momente gehören zu ihrem Beruf. Zum Beispiel dann, wenn sie den Ratsuchenden nicht helfen kann.

Breites Anwendungsfeld

Die Familienberatung ist einer von zahlreichen Bereichen, in denen Psychologen arbeiten können. „Das Anwendungsfeld der Psychologie ist sehr breit“, sagt Fredi Lang, Referent für Fach- und Berufspolitik beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Neben den klassischen Feldern der klinischen, pädagogischen sowie der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie gibt es noch viele weitere. Die Bandbreite reicht von der Werbe- über die Rechts- und Verkehrspsychologie bis zur Börsenpsychologie.

Ähnlich groß ist das Spektrum potenzieller Arbeitgeber: Psychologen können etwa in Krankenhäusern, Personalabteilungen, Schulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen oder Institutionen des öffentlichen Dienstes tätig sein. Ein wichtiges Zukunftsfeld ist laut Fredi Lang außerdem der Gesundheitssektor. Er nennt als Beispiel die Reha-Psychologie (siehe Berufsreportage „Das Schubladendenken verliert man schnell“). Zuwächse verzeichneten zudem die Rechts- und die Sportpsychologie (siehe Interview „Auf dem Arbeitsmarkt zählt das ganze Profil“).

Gute Berufseinstiegschancen

Insgesamt haben Psychologie-Absolventen gute Berufseinstiegschancen. „Eigentlich stellt sich nur die Frage, wie lange es bis zur ersten Anstellung dauert“, sagt der Verbandssprecher. Das hänge auch davon ab, wie mobil man sei. „In Regionen mit einer höheren Wirtschaftskraft werden mehr Dienstleistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich finanziert – sowohl im öffentlichen wie im privaten Sektor“, erklärt Fredi Lang. Auch die Nachfrage nach Wirtschaftspsychologen sei dort meist höher.

„Die Erwerbstätigkeit ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Gleichzeitig fällt die Arbeitslosigkeit gering aus“, sagt Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. 2014 lag die Arbeitslosenquote für Absolventen eines Psychologiestudiums durchschnittlich bei weniger als 2,5 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt lag sie in Deutschland damals bei 6,6 Prozent.

Der Mikrozensus verzeichnete 2013 rund 111.000 Erwerbstätige, die ein Psychologiestudium erfolgreich absolviert haben – doppelt so viele wie 2004. Nach ihrem aktuell ausgeübten Beruf befragt, gaben rund 89.000 Menschen an, als Psychologen tätig zu sein. Fast die Hälfte von ihnen bot ihre Dienstleistungen auf selbstständiger Basis an.

Studienfach wird immer beliebter

Zugleich wird das Studienfach immer beliebter: Im Jahr 2013 schlossen laut Statistischem Bundesamt insgesamt 9.088 Menschen ein Psychologiestudium erfolgreich ab – die Mehrzahl von ihnen Frauen (7.317). Zum Vergleich: 2003 waren es lediglich 3.395 Absolventen der Psychologie.

Entsprechend gelassen blicken jene Psychotherapeuten in die Zukunft, die in den nächsten fünf Jahren ihre Praxis an einen Nachfolger übergeben wollen. Laut des Ärztemonitors der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von 2014 schätzen zwei Drittel die Suche als unproblematisch ein. Wer sich als Psychologischer Psychotherapeut mit einer eigenen Praxis selbstständig machen will, muss in der Regel zunächst eine Weiterbildung absolvieren, die meist einen Master voraussetzt. Sie dauert mindestens drei Jahre (berufsbegleitend etwa fünf Jahre) und kann mit bis zu 20.000 Euro und mehr zu Buche schlagen – die Kosten variieren stark, weshalb man sich bei Interesse vorab genau erkundigen sollte. Nach bestandener Prüfung erhält man die Approbation. Mit ihr kann – nach Eintragung ins Arztregister – die Kassenzulassung beantragt werden, die die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen ermöglicht.

Eine Alternative kann die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sein, die auch (Sozial-)Pädagogik-Absolventen offen steht. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dürfen allerdings ausschließlich Menschen bis zum 18. Lebensjahr behandeln.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Psychologie)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Psychologie)
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Psychologie)
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) vertritt die beruflichen Interessen der niedergelassenen, selbstständigen und angestellten/beamteten Psychologinnen und Psychologen aus allen Tätigkeitsbereichen.
www.bdp-verband.de

Online-Stellenmarkt für Psychologen

Stellenmarkt von „Report Psychologie“, der Zeitschrift des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen.
www.report-psychologie.de/stellenmarkt/angebote

Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)

Die BPtK ist die Arbeitsgemeinschaft der Landeskammern der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
www.bptk.de

Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV)

Interessenvertretung für Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Psychotherapeuten in Ausbildung mit mehr als 10.000 Mitgliedern.
www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de

Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)

Das ZPID ist das überregionale Fachinformationszentrum für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern. Es informiert Wissenschaft und Praxis über psychologisch relevante Literatur, Testverfahren, audiovisuelle Medien und Qualitätsressourcen im Internet und ist das Forschungsdatenzentrum für die Psychologie.
www.zpid.de

abi>> 10.09.2015