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Mehr als psychische Krankheiten

Ein junger Mann sitzt auf einem Sessel und liest in einem Fachbuch. (Foto: Axel Jusseit)
Psychologen sind gefragte Experten und können in den verschiedensten Bereichen arbeiten.
Foto: Axel Jusseit

Psychologen

Mehr als psychische Krankheiten

Tendenz steigend: Immer mehr Menschen leiden an psychischen Erkrankungen. Dementsprechend sind Psychologen gefragter denn je. Sie finden auf dem Arbeitsmarkt viele Einsatzfelder.

An der Humboldt Universität Berlin ist Tanja Schuck mit dem Diplomstudiengang Psychologie gestartet, an der Universität Leipzig hat sie den Bachelor abgeschlossen, an der Universität Halle den Master in Sportpsychologie. „Die Arbeitgeber konnten aber offenbar mit Sportpsychologie nichts anfangen – meine Bewerbungen waren leider nicht erfolgreich“, erzählt die ehemalige Leistungssportlerin. „Schon während des Studiums hatte ich Seminare gegeben, Vorträge gehalten und als Coach gearbeitet – damit habe ich mich dann nach Studienabschluss selbstständig gemacht.“ Heute berät die 31-Jährige aus dem thüringischen Altenburg Unternehmen, Privatpersonen und Sportler rund um die Themen Motivation, Kommunikation und Stressbewältigung. „Meist muss man bei Problemen direkt an mehreren Rädchen drehen“, so ihre Erfahrung.

Ein Porträt-Foto von Tanja Schuck

Tanja Schuck

Foto: privat

Sie führt mit ihren Klienten Einzel- oder Gruppengespräche und hält Workshops. Die Techniken dafür hat sie zum einen im Studium gelernt und sich zum anderen durch verschiedene Weiterbildungen angeeignet, zum Beispiel durch eine Trainerausbildung. „Mir war schon mit 14 Jahren klar, dass ich gerne Psychologie studieren wollte“, sagt Tanja Schuck. „Einerseits wollte ich mich selbst besser kennenlernen, andererseits lernen, Menschen hinter ihre Fassade zu schauen.“

Fast die Hälfte ist selbstständig

Im Jahr 2015 haben laut dem Statistischen Bundesamt knapp 11.000 Absolventen einen Abschluss in Psychologie gemacht, darunter fast 8.600 Frauen. „Nach ihrem aktuell ausgeübten Beruf befragt, gaben rund 92.000 Personen an, als Psychologe tätig zu sein“, sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit. „Fast die Hälfte bot ihre Dienstleistungen auf selbstständiger Basis an.“ Die Zahl der sozialversicherungspflichtig angestellten Psychologen belief sich 2015 laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit auf über 34.000.

Die meisten Stellenangebote kommen aus dem Gesundheitswesen, etwa von Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken. „Aber auch das Bildungs- und Sozialwesen, die Öffentliche Verwaltung, kirchliche Vereinigungen, Bildungs- und Jugendorganisationen sowie Unternehmensführungen und -beratungen suchen Psychologen“, so Ralf Beckmann. 2015 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit 2.200 Angebote für Psychologen – neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kamen rund 350 Offerten für Psychotherapeuten, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich in den letzten Jahren auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau von rund 2,4 Prozent.

Studienfach ist sehr beliebt

Psychologie ist ein beliebtes Studienfach: 2015 waren über 71.000 Männer und Frauen für ein Studium der Psychologie eingeschrieben – doppelt so viele wie sieben Jahre zuvor. Nach dem Bachelorabschluss lassen viele noch ein Masterstudium folgen, was bei zahlreichen Arbeitgebern auch gewünscht ist. Wer nach dem Studium Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut werden will, muss mit einer langen und kostenintensiven Weiterbildung rechnen. „Die Psychotherapie ist – neben der Rechtspsychologie und der Verkehrspsychologie – eine der umfangreichsten Weiterbildungen, die man machen kann“, sagt Fredi Lang vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen.

Psychologen sind nicht nur für psychische Krankheiten zuständig. Sie helfen in Kliniken zum Beispiel Krebspatienten oder anderen schwer Erkrankten dabei, ihre Krankheit psychisch zu bewältigen. Auch in der Marktforschung sind Psychologen beschäftigt, zum Beispiel, indem sie Kaufmotive und Kaufentscheidungsprozesse von Verbrauchern erforschen. In der Forensik helfen sie bei der Untersuchung von Straftaten. Ein großes Feld ist die Wirtschaftspsychologie – darunter fallen alle Tätigkeiten in einem Unternehmen, etwa in der Personalabteilung, in der Personalentwicklung oder im betrieblichen Gesundheitsmanagement. In der Umweltpsychologie geht es hingegen darum, Menschen zu einem umweltschonenden Verhalten zu bewegen. Wer also beim Beruf des Psychologen immer nur an Gespräche auf der Couch denkt, verpasst die große Bandbreite an Möglichkeiten, die ein Psychologiestudium bietet.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Psychologe/Psychologin). www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen (Suchwort: Psychologie).
www.kursnet.arbeitsagentur.de

BERUFETV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

abi>> Infomappen

Willst du wissen, welche Studienberufe es in diesem Bereich gibt? Dann schau mal in die abi>> Infomappe 5.2 Psychologie, Pflege und Therapie (nichtärztlich), Medizintechnik in deinem Berufsinformationszentrum (BiZ). Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter

www.biz-medien.de/abi

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.

www.bdp-verband.org

DPtV Deutsche PsychotherapeutenVereinigung e.V.

www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de

Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V.

www.vfp.de

Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs)

www.dgps.de

abi>> 30.01.2017