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Teamfähige Praktiker

Junger Mann sitzt am Schreibtisch und telefoniert.
Praktische Erfahrung gefragt: Vorherige Berufsausbildungen oder Praktika helfen Studierenden beim Berufseinstieg im Bereich Maschinenbau.
Foto: Julien Fertl

Interview

Teamfähige Praktiker

abi>> sprach mit Dr. Jörg Friedrich, Abteilungsleiter Bildung beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), über die Karriereperspektiven von Maschinenbauingenieuren.

abi>> Dr. Friedrich, wie sieht der Arbeitsmarkt für Absolventen im Maschinenbau generell aus?

Dr. Jörg Friedrich: Der Begriff „normal“ beschreibt am besten die aktuelle Arbeitsmarktsituation. Wir verzeichnen eine zunehmende Anzahl von Absolventen. Gleichzeitig steigen der Einstellungsbedarf der Unternehmen und damit die Anzahl der Arbeitsplätze. Die Mehrheit der Maschinenbauingenieure arbeitet in Forschung und Entwicklung.

abi>> Welche Faktoren helfen beim Berufseinstieg?

Ein Porträt-Foto von Dr. Jörg Friedrich

Dr. Jörg Friedrich

Foto: Moser

Dr. Jörg Friedrich: In unserer jüngsten Befragung stellte sich heraus, dass die Unternehmen es sehr schätzen, wenn die Absolventen vor oder während des Studiums praktische Erfahrungen erwerben. Dazu zählen Praktika, vorherige Berufsausbildungen oder in Betrieben erstellte Bachelor- und Masterarbeiten. Die Studierenden sollten daher jede Gelegenheit nutzen, Praxiserfahrungen zu sammeln, auch wenn sich das Studium dadurch zeitlich verlängert. Sehr wichtig sind den Arbeitgebern Soft Skills wie Teamfähigkeit. Der reine Technik-Freak ist heute weniger gefragt.

abi>> Wie verläuft typischerweise der Einstieg in den Beruf?

Dr. Jörg Friedrich: Je nach Firmengröße und -struktur suchen die Unternehmen gezielt nach geeigneten Absolventen für eine konkrete Stelle. Dabei orientieren sie sich beispielsweise an vorher absolvierten, passenden Praktika der Bewerber. Für den Einstieg ist es ideal, beim späteren Arbeitgeber eine Abschlussarbeit anzufertigen. Tendenziell steigen Bachelorabsolventen eher in Produktionsabteilungen ein. Mit einem Masterabschluss führt der Weg häufiger in die Forschung und Entwicklung.

abi>> Welche Einflüsse bestimmten die weiteren Perspektiven im Maschinenbau?

Dr. Jörg Friedrich: Neben der Konjunktur bestimmt das Thema Digitalisierung in Form von „Industrie 4.0“ die weitere Entwicklung. Es geht darum, große Datenmengen aus Produktionsprozessen richtig zu erheben und zu nutzen. In Zukunft interessant werden zudem additive Fertigungsverfahren wie der 3-D-Druck. Hier werden die nächsten Jahre zeigen, ob diese Technologien ihren Weg aus der Prototypen-Entwicklung in die industrielle Massenproduktion finden werden.

abi>> 22.09.2016

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