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Übersetzer für Wirtschaft und Technik

Eine junge Frau arbeitet zusammen mit drei Kollegen in einem Besprechungszimmer.
Das Berufsfeld Wirtschaftsingenieurwesen verbindet technische und kaufmännische Inhalte.
Foto: Martin Magunia

Wirtschaftsingenieure - Hintergrund

Übersetzer für Wirtschaft und Technik

Wirtschaftsingenieure bringen das Beste aus zwei Welten mit: Sie sind versierte Techniker und kennen sich mit kaufmännischen Themen aus. Das macht sie zu begehrten Mitarbeitern.

Maika Wanitschke sieht sich als Übersetzerin – zwischen Bauherren, die bestimmte Wünsche für ihr Bauvorhaben haben, und Ingenieuren, die diese Wünsche technisch umsetzen. „Diese Mischung aus technischen und kaufmännischen Inhalten fand ich von Anfang an sehr spannend in meinem Studium“, erklärt die 30-Jährige, die an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat. „Der Schwerpunkt der TU liegt auf dem Tiefbau. Weil ich mich aber mehr für den Hochbau interessierte, habe ich bis zu meinem Diplom in Freiberg eine Zeitlang parallel Vorlesungen an der Universität Dresden besucht.“

Zwischen Marketing und Bundesliga

Porträt von Maika Wanitschke. Foto: Privat

Maika Wanitschke

Foto: Privat

Ihren Arbeitgeber, die Phase 10 Ingenieur- und Planungsgesellschaft im sächsischen Freiberg, lernte sie während eines Praktikums kennen. Weitere Praktika und Werkstudententätigkeiten bei anderen Unternehmen folgten. „Ich finde es sehr wichtig, sich im theorielastigen Universitätsstudium selbst Praxiserfahrung anzueignen“, betont die Wirtschaftsingenieurin.

In der Ingenieur- und Planungsgesellschaft, in der Maika Wanitschke tätig ist, arbeiten gut 20 Beschäftigte. Aufgrund des kleinen Teams hat die Wirtschaftsingenieurin viele Aufgaben: Sie ist für das Rechnungswesen sowie Controlling tätig und übernimmt Personalaufgaben – inklusive der Verträge mit neuen Kollegen. Außerdem kümmert sie sich um Marketing. „Neben den kaufmännischen Tätigkeiten, leite ich auch Teams für technische Projekte, darunter den Bau einer Schule, den Umbau eines Rathauses und gewerbliche Bauten.“ Zusammen mit einem größeren Team ist sie zudem in den Stadionausbau des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden involviert. Auch hier fungiert sie wieder als Übersetzerin zwischen Technikern und Nicht-Technikern.

„Arbeitslosenquote auf sehr niedrigem Niveau“

Das Wissen aus zwei Welten schätzen viele Arbeitgeber. Entsprechend hat sich der Arbeitsmarkt für Wirtschaftsingenieure in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt, weiß Susanne Lindner. „Die Zahl der Beschäftigten ist stetig gewachsen und lag 2016 bei gut 51.000“, sagt die Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitslos gemeldet waren bei der Bundesagentur für Arbeit im Jahresdurchschnitt 2016 rund 1.900 Wirtschaftsingenieure. „Die Arbeitslosenquote befindet sich, auch im Vergleich mit anderen Akademiker-Berufsgruppen, mit 3,6 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau“, so Susanne Lindner.

Und die Nachfrage nach Wirtschaftsingenieuren steigt: 2016 wurden bei der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 2.600 Stellen neu gemeldet. Zwar gibt es noch keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, aber die recht hohe Vakanzzeit von 94 Tagen – also die Dauer vom gewünschten Besetzungstermin bis zur tatsächlichen Abmeldung einer Stelle bei der Arbeitsagentur – deutet darauf hin, dass Betriebe inzwischen etwas mehr Zeit für die Suche nach einem geeigneten Experten einplanen müssen. Knapp 19.000 Absolventen verließen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 die Hochschulen mit einem Abschluss in Wirtschaftsingenieurwesen – ihre Zahl ist den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Wer will, kann vor dem Studium auch eine berufliche Ausbildung absolvieren, die die Bereiche Wirtschaft und Technik zumindest teilweise kombiniert. Dazu zählen etwa der/die Informatikkaufmann/-frau und der/die Industriekaufmann/-frau.

Universell einsetzbar

Portrait von Axel Haas. Foto: Privat

Axel Haas

Foto: Privat

Dass die Jobchancen gut sind, verwundert nicht, so Axel Haas, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Wirtschaftsingenieure e.V. (VWI): „Der Wirtschaftsingenieur ergänzt und unterstützt die Unternehmen durch integrative Fähigkeiten und fördert so die Kommunikation zwischen Ingenieuren und Betriebswirtschaftlern.“ Dank ihrer breiten Ausbildung sind Wirtschaftsingenieure universell einsetzbar. Sie arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Produktion, Logistik, Beschaffung und Vertrieb in Industrieunternehmen aller Wirtschaftsbereiche sowie bei Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Ein weites Feld, zwischen Technik und Wirtschaft.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Wirtschaftsingenieur/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Wirtschaftsingenieur/in)
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

BERUFETV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e.V. (VWI)

www.vwi.org

Berufsbilduntersuchung des VWI über Wirtschaftsingenieure

www.vwi.org/hauptmenue/beruf-studium/wirtschaftsingenieurwesen/berufsbild.html

abi>> 10.05.2017

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