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„Besser kann es nicht laufen“

Eine Frau sitzt an einem großen Tisch und skizziert die Umrisse eines Städtemodells auf ein Blatt Papier.
Dank des stabilen Arbeitsmarkts haben Absolventen der Architektur gute Chancen auf eine passende Anstellung.
Foto: Isabella Fischer

Architekten – Interview

„Besser kann es nicht laufen“

Inga Stein-Barthelmes, Leiterin des Referats Wirtschaftspolitik bei der Bundesarchitektenkammer, gibt Tipps zu Berufseinstieg und Karriere.

abi>> Frau Stein-Barthelmes, wie schwierig ist es, mit wenig Berufserfahrung eine Anstellung in der Architektur zu finden?

Inga Stein-Barthelmes: Natürlich gilt: Je mehr Berufserfahrung, desto besser. Der „fertige“ (Innen-)Architekt hat derzeit die Möglichkeit, sich seinen Job auszusuchen – besser kann es eigentlich gar nicht laufen. Aber auch als Absolvent habe ich aufgrund der sehr guten Arbeitsmarktlage gute Chancen auf eine passende Anstellung. Die (Innen-)Architekturbüros suchen ebenso Mitarbeiter wie der öffentliche Dienst. Auch in anderen Bereichen der freien Wirtschaft wird gesucht, beispielsweise bei Banken und Immobilienfirmen oder bei Unternehmen, die Architekten etwa als Gutachter oder Brandschutzbeauftragte einstellen.

abi>> Wie sieht die Arbeitsbelastung aus?

Ein Porträt-Foto von Inga Stein-Barthelmes

Inga Stein-Barthelmes

Foto: Fred Wagner

Inga Stein-Barthelmes: In der freien Wirtschaft herrscht eine andere Work-Life-Balance als im öffentlichen Dienst, wo der Arbeitsalltag natürlich deutlich geregelter ist. Allerdings ist das Gehaltsniveau auch ein anderes, im öffentlichen Dienst wird nach Tarif gezahlt. Da haben die Büros mehr Spielraum. Dafür ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im öffentlichen Dienst einfacher. Wobei gerade bei jungen Büros das Thema ebenfalls angekommen ist und gelebt wird.

abi>> Wie kann ich Karriere machen?

Inga Stein-Barthelmes: Im öffentlichen Dienst kann ich innerhalb der Verwaltungshierarchie aufsteigen. Als Büroangestellter erhalte ich nach einiger Zeit eventuell die Möglichkeit, eine Projektleitung zu übernehmen. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte sich überlegen, was er will. Der Name eines großen, renommierten Büros im Lebenslauf kann Türen öffnen. Dort wird aber meist ein sehr hoher Arbeitseinsatz erwartet. In einem kleinen, regionalen, jungen Büro mit guter Auftragslage kann es einfacher sein, schnell zu mehr Verantwortung zu kommen. Wer freiberuflich arbeiten will, sollte zunächst in einem Angestelltenverhältnis Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und versuchen „nebenbei“ erste eigene Aufträge zu realisieren. Nachwuchswettbewerbe können ein Sprungbrett sein. Ganz wichtig ist es, sich zunächst etwa im Bereich Betriebswirtschaft fortzubilden.

abi>> Welche Themen beschäftigen die Branche?

Inga Stein-Barthelmes: Allen voran das Thema Nachhaltigkeit – Stichwort Klimaschutz und Energiewende. (Innen-)Architekten, die in diesen Bereichen Experten sind, haben ausgesorgt. Bezahlbarer Wohnraum und serielles Bauen sind weitere wichtige Bereiche. Zudem beschäftigt die Baubranche das Thema Digitalisierung intensiv. Studierende sollten sich schon während der Ausbildung mit der Methodik des „Building Information Modeling“ (BIM) auseinandersetzen. Dabei handelt es sich um eine Planungsplattform, auf die alle zugreifen können, die an einem Bau beteiligt sind. Diese Methode wird in Zukunft vor allem bei Großprojekten Standard sein.

abi>> 03.09.2018