Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Die Kunst, von der Kunst zu leben

Künstler zeichnet einen Affen auf einer Staffelei
Nur wenige Künstler können allein von der Kunst leben und sind auf Nebenverdienste angewiesen.
Foto: Thomas Lohnes

Künstlerische Berufe

Die Kunst, von der Kunst zu leben

Ob Maler oder Musiker – viele sind freiberuflich tätig, müssen flexibel reagieren und vor allem fit sein in puncto Selbstmarketing.

Festanstellungen etwa in Ensembles, Orchestern oder an Hochschulen gibt es nur in begrenzter Zahl. Rund 134.000 Menschen waren laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit im März 2014 in künstlerischen Berufen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Darunter waren 24.000 Musiker, 15.000 Schauspieler, 9.000 Theater-, Film- und Fernsehschaffende sowie 34.000 Grafik- und Fotodesigner. Dem Mikrozensus zufolge waren im Jahr 2012 zudem schätzungsweise 145.000 künstlerische Spezialisten und Experten als Selbständige tätig.

In puncto Arbeitslosigkeit hat sich laut Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit die Situation in den letzten Jahren leicht verbessert: „Im Jahr 2014 waren durchschnittlich rund 11.600 Personen arbeitslos gemeldet, die etwa als studierte Musiker, Schauspieler oder Designer im künstlerischen Bereich arbeiten wollten. Das waren elf Prozent weniger Arbeitslose als fünf Jahre zuvor.“ Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen für abhängige Beschäftigungen ist etwas gestiegen, bewegt sich aber mit 1.200 Stellen weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Künstler und Arbeitgeber zusammenbringen

Ein Porträt-Foto von Jörg Brückner

Jörg Brückner

Foto: Privat

Einige Künstler verdienen sehr gut, jedoch können viele nicht allein von der Kunst leben und sind auf Nebenjobs angewiesen. So ist es unter Musikern beispielsweise verbreitet, sowohl zu unterrichten als auch in einem Orchester oder Ensemble als freie Mitarbeiter zu spielen. „Künstler müssen sich heute möglichst breit aufstellen, als Schauspieler zum Beispiel nicht nur Theater, sondern auch Fernsehen abdecken“, weiß Jörg Brückner, Leiter der ZAV-Künstlervermittlung Berlin, die unter dem Dach der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit steht. Sie ist unter anderem für Schauspieler, Filmschaffende, Sänger, Tänzer und Musiker eine wichtige Anlaufstelle. An sieben Standorten bundesweit stellt sie den Kontakt zwischen Künstlern und Arbeitgebern her, wobei es um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen geht. „Wir wissen sehr genau, was die Arbeitgeberseite – etwa Theater, Musicals oder Kreuzfahrtunternehmen – für ihre Ensembles sucht“, sagt Jörg Brückner. Der Service ist provisionsfrei.

Die Vermittler bringen selbst einen fachlichen Hintergrund mit, sind Choreografen oder etwa Dramaturgen: „Wir schauen uns die Leistungen der Künstler an, beurteilen, inwieweit sie für eine Zusammenarbeit geeignet sind und nehmen sie in unseren Künstlerpool auf“, erklärt Jörg Brückner. Künstlerkarrieren werden über einen längeren Zeitraum begleitet.

Karrierevorsprung dank Selbstvermarktung

Die ZAV-Standorte sind nicht nur vernetzt und bieten einen Überblick über den deutschsprachigen sowie internationalen Markt. Es werden zudem Workshops, etwa zum Thema Selbstvermarktung, angeboten: „Durch die wachsenden Möglichkeiten von Social Media wird das Thema immer wichtiger. Dienstleistungen, die früher an Agenturen abgegeben wurden, übernehmen die Künstler heute selbst. Die Eigenverantwortung nimmt zu“, weiß Jörg Brückner. Das wissen auch die Hochschulen, die oftmals entsprechende Kurse anbieten.

Da die ZAV eng mit Hochschulen kooperiert und gemeinsame Projekte zwischen Auftraggebern und Künstlern organisiert, werden erste Kontakte bereits während des Studiums oder der Ausbildung aufgebaut.

Abgesichert über die Künstlersozialkasse

Viele Musiker und Künstler arbeiten ohne festes Engagement in der Freiberuflichkeit. Das bedeutet: Um die soziale Absicherung müssen sie sich selbst kümmern. Ein wichtiger Partner ist hier die Künstlersozialkasse (KSK). Sie übernimmt durch Gelder vom Bund den Anteil an den Kosten der Kranken- und Rentenversicherungen, den ansonsten ein Arbeitgeber zahlen würde.

abi>> 28.12.2015