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Bessere Aussichten in östlichen Bundesländern

Blick in ein Klassenzimmer mit Schülern.
Der Lehrerbedarf in den verschiedenen Fächerkombinationen variiert je nach Bundesland und unterliegt einem stetigen Wandel.
Foto: Martin Rehm

Lehrerbedarf in den Bundesländern

Bessere Aussichten in östlichen Bundesländern

Der Bedarf an Lehrern für verschiedene Fächer und Schulformen hängt auch stark vom jeweiligen Bundesland ab.

Alle paar Jahre berechnet die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (kurz: Kultusministerkonferenz, KMK) den Einstellungsbedarf für Lehrer und stellt diesem das Angebot an Absolventen gegenüber. Die neueste Modellrechnung gilt für die Jahre 2014 bis 2025. Es handelt sich dabei aber lediglich um eine Prognose, weil die tatsächlichen Zahlen unter anderem von demografischen und bildungspolitischen Faktoren abhängen. Dazu zählen etwa Vorgaben zur Klassengröße, Schulstrukturen, finanzielle Möglichkeiten und pädagogische Maßnahmen.

So stellt die KMK fest, dass zwischen den westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern erhebliche Unterschiede im Verhältnis zwischen Lehrereinstellungsbedarf und -angebot bestehen: In den westdeutschen Ländern übersteigt das Angebot an Lehrkräften den Lehrerbedarf durchschnittlich über alle Lehramtstypen um etwa 38 Prozent, während in den ostdeutschen Ländern die Zahl der Lehrer um durchschnittlich 27 Prozent unter dem Bedarf liegt.

Persönliche Interessen entscheidend

Genau hingucken lohnt sich aber. In Bayern zum Beispiel werden auch noch in den nächsten Jahren insbesondere Gymnasiallehrer für die Fächerverbindungen Mathematik/Informatik, Physik/Informatik und Mathematik/Physik gesucht, während der Bedarf an Lehrern mit den Fächern Deutsch, moderne Fremdsprachen oder Gesellschaftswissenschaften gering bleiben wird.

In Thüringen hingegen besteht Bedarf an Lehrern für Regelschulen und Gymnasien, die Fächer mit einem hohen Anteil an Wochenstunden unterrichten, also beispielsweise Deutsch, Englisch, Mathematik oder Sport.

Baden-Württemberg meldet einen Mangel an Sonderpädagogen – mit Ausnahme der Fachrichtung geistige Entwicklung. Mit der Umsetzung der Inklusion unterrichten Sonderpädagogen auch an allgemeinen Schulen, was sich insgesamt erhöhend auf den künftigen Bedarf auswirkt.

Die Wahl der Schulart und der unterrichteten Lehrfächer sollten Abiturienten aber nicht nur von Einstellungschancen, sondern vor allem von persönlichen Neigungen und Interessen abhängig machen. Zumal grundsätzlich auch der sogenannte „Schweinezyklus“ für Unwägbarkeiten sorgt: Wenn sich heute viele Abiturienten aufgrund der positiven Prognosen für ein bestimmtes Lehramtsstudium entscheiden und in fünf, sechs Jahren auf den Markt drängen, könnte das Angebot an Lehrkräften wider Erwarten schließlich größer als die Nachfrage sein.

abi>> 21.08.2017