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Ein Wachstumsbereich – zumindest teilweise

junge Frau bearbeitet eine Landkarte am Computer.
In den Geo-Berufen sind neben der passenden Spezialisierung vor allem Flexibilität und Arbeitsbereitschaft gefragt.
Foto: Christof Stache

Studieren mit und unter der Erde: Geowissenschaften und Co. – Arbeitsmarkt

Ein Wachstumsbereich – zumindest teilweise

Wer sich für einen Studiengang entscheidet, möchte oft auch wissen: Wie sehen später meine Chancen am Arbeitsmarkt aus? Gerade bei den vielen unterschiedlichen Geo-Berufen kommt es bei der Antwort sehr auf die Spezialisierung an.

Schon die Anzahl der Studiengänge mit einem geografischen oder geologischen Bezug ist in Deutschland groß, dementsprechend vielfältig sind Fachwissen und Fähigkeiten der Absolventen. „Ganz allgemein gesprochen sind die Einsatzmöglichkeiten für Absolventen von Geo-Studiengängen breit gefächert. Der Arbeitsmarkt ist in einigen Teilbereichen sogar sehr gut, wenn man bereit ist, flexibel zu sein“, sagt Andreas Hagedorn, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler.

So kämen Geografen häufig im städtebaulichen Bereich unter und seien an der Planung von Neubaugebieten, Stadtvierteln oder Naherholungsräumen beteiligt. „Geowissenschaftler wie Geologen, Geophysiker oder Ingenieurgeologen haben in der Bauindustrie und den angrenzenden Gebieten sehr gute Chancen“, erklärt Andreas Hagedorn. Dort könnten sie etwa bei der Erschließung von Baugrund, der Beseitigung von Altlasten, dem Umweltschutz oder Fragen rund ums Grundwasser eingesetzt werden.

„Die Forschung ist ebenfalls ein wichtiger Arbeitsbereich. Allerdings gibt es dort meist nur befristete Arbeitsverhältnisse, weswegen das für viele Absolventen auf Dauer nicht attraktiv ist“, berichtet Andreas Hagedorn, der selbst Geologe ist. „Der Bergbau ist nach einem tiefen Tal in Deutschland wieder im Kommen. Aktuell ist der Nachbergbau mit all seinen Ewigkeitslasten ein interessanter Bereich“, erklärt er. Ähnliches gelte für Wasserwirtschaft, „dort gibt es in Behörden gerade viele Stellen.“ Diese Experten könnten im Küstenschutz genauso arbeiten wie auf großen Baustellen, wo sie die Beeinträchtigung des Trinkwassers verhindern.

Angebote genau prüfen

Insgesamt hat sich das Angebot an Geo-Studiengängen in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert, wie Experte Andreas Hagedorn berichtet. „Das sind auch alles gute Studiengänge“, betont er. Dennoch sollten Interessierte die einzelnen Angebote genau prüfen. „Mittlerweile gibt es einige Studiengänge, die nur für eine bestimmte Nische auf dem Arbeitsmarkt entwickelt wurden. In dieser Nische kann es durchaus eine Nachfrage nach Fachkräften geben – manchmal ist diese aber sehr gering.“ Markscheider zum Beispiel seien für die Vermessung und Planung von Bergwerken zuständig. „Da werden zwar Leute gesucht, aber nur sehr wenige pro Jahr“, gibt Andreas Hagedorn zu Bedenken.

Deswegen rät der Geologe, sein Studium erst einmal breiter anzulegen in eher klassischen Studiengängen wie Geologie, Geografie, Geoökologie, Bergbau oder Geoingenieurwesen. „Dort erhält man einen ausführlichen Überblick und kann sich durch Wahlfächer, Praktika oder andere Arbeitseinsätze trotzdem Fachwissen für ein spezielleres Gebiet aneignen. So hält man sich mehr als einen Weg offen und bleibt flexibel.“

Immer mehr Geoökologen

Die Berufschancen sind nicht in jeder Geosparte gleich gut. Das erklärt auch Susanne Lindner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Der Arbeitsmarkt für Geowissenschaftler, Geoinformatiker, Geotechnikingenieure und Geoökologen hat sich in den vergangenen Jahren recht stabil gezeigt.“ So liege die Zahl der Erwerbstätigen deutschlandweit seit einiger Zeit bei rund 18.000. Geotechnikingenieure und Geoinformatiker seien dabei mit jeweils rund 1.000 Erwerbstätigen die Minderheit.

„Die Geoökologen, die vor allem im Bereich Umweltschutz tätig sind, stellen hingegen eine wachsende Gruppe dar“, sagt die Expertin. Die Nachfrage nach ihnen hat in den vergangenen Jahren – auf niedrigem Niveau – stark zugelegt und die Erwerbstätigkeit ist gestiegen. „Die Nachfrage nach Akademikern im Bereich Geologie bewegt sich mit rund 800 Stellenneumeldungen in 2016 zwar insgesamt gesehen auf eher niedrigem Niveau, war aber zuletzt steigend“, berichtet Susanne Lindner.

Die Arbeitslosigkeit stieg im Geo-Bereich zwischen 2008 und 2015 an, zeigte sich zuletzt aber leicht rückläufig: Im Jahr 2016 waren bei der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich 1.500 Personen mit Geo-Berufen arbeitslos gemeldet.

abi>> 22.05.2017