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Hilfe für Hund und Halter

Untersuchen der Zähne eines Hundes in einer Praxis
Der tierische Organismus ist ähnlich komplex wie der des Menschen. Erkrankungen müssen daher ebenso sorgfältig behandelt werden.
Foto: Heidrun Hönninger

Tiermediziner/innen

Hilfe für Hund und Halter

In seiner Kleintierpraxis behandelt Dr. med. vet. Bastian Bronnert (35) viele der Tierarten, die sich in Düsseldorfer Haushalten tummeln. Dabei hat er nicht nur ein Herz für Hund, Katze und Co, sondern auch für die Menschen an ihrer Seite.

Wenn Tierarzt Bastian Bronnert von seinem Praxisalltag erzählt, erkennt man nicht gleich, dass es sich bei seinen Patienten um Vierbeiner handelt. Da ist von Husten, Durchfall und Parodontitis die Rede, von Blutproben, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen. „Der tierische Organismus ist vom Körperbau, den Funktionen und der Psyche her ähnlich komplex wie der des Menschen. Die Erkrankungen gleichen einander und müssen ebenso sorgfältig behandelt werden“, erklärt er.

Von Schneidezahn bis Pfote

Während der frühe Vormittag meist für operative Eingriffe reserviert ist, etwa für Kastrationen, Zahn- oder Tumoroperationen, widmet sich der Fachtierarzt für Kleintiere in der Sprechstunde verschnupften Katzen und humpelnden Hunden. Dabei muss sich Bastian Bronnert immer auch um Herrchen oder Frauchen kümmern: „Oft dauert die Überzeugungsarbeit am Besitzer des Patienten länger als die Behandlung des Tieres selbst.

Neben vielen schönen Momenten, kann es auch sehr traurig werden. Etwa wenn ich ein Tier einschläfern muss.“ Er tröstet dann die Tierhalter, erklärt seine Entscheidung, vertritt sie aber auch selbstbewusst.

Ein Porträt-Foto von Dr. med. vet. Bastian Bronnert

Dr. med. vet. Bastian Bronnert

Foto: Privat

Obwohl der 35-Jährige die komplette Bandbreite medizinischer Versorgung abdeckt, ist sein Spezialgebiet die Zahnmedizin. Unterstützung im Bemühen um die Gesundheit seiner meist haarigen Patienten – Exoten wie Reptilien überweist er an einen Kollegen – erfährt er von seinem tiermedizinischen Team sowie seiner Frau, die sich als Praxismanagerin um Buchhaltung und Termine kümmert: „Als Inhaber sollte man entweder unternehmerisch fit sein oder mit jemandem zusammenarbeiten, der sich mit Zahlen auskennt“, empfiehlt er.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Tiermediziner

Die Liebe zum Tier in Deutschland ist groß. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe schätzt den Bestand hierzulande auf rund 28 Millionen Kleintiere, davon fast 12 Millionen Katzen und sieben Millionen Hunde. Hinzu kommen Fische, Vögel, Reptilien, Pferde sowie Nutztiere wie Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Entsprechend vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten für Tiermediziner, unter denen fast Vollbeschäftigung herrscht. Rund 28.000 Tierärzte waren laut Statistik der Bundestierärztekammer Ende 2014 in Deutschland tätig. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Tiermediziner bewegt sich nach Aussage der Bundesagentur für Arbeit um 500, die gemeldeten Stellenangebote liegen bei knapp 100.

„Tierärzte arbeiten in der Nutz- und Kleintierpraxis ebenso wie im öffentlichen Veterinärwesen und in der Lebensmittelsicherheit. Dort sind sie etwa für die Schlachttier- und Fleischuntersuchung zuständig. Auch Pharmaunternehmen, Tierfuttermittelindustrie und Forschung und Lehre sind Optionen. Am beliebtesten sind Kleintiere und Pferde, gerade bei Frauen, die auch die meisten Absolventinnen stellen“, erläutert Heiko Färber vom Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. Wer als Tierarzt praktizieren möchte, benötigt grundsätzlich das Staatsexamen sowie eine Approbation, also die staatliche Zulassung. Die Bewerbung für das bundesweit zulassungsbeschränkte Studium erfolgt über hochschulstart.de.

Kleinvieh macht auch Mist – aber weniger

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Frauenanteil unter den Studienanfängern zum Wintersemester 2014/15 bei 83 Prozent. Diesen Eindruck einer weiblichen Dominanz bestätigt Bastian Bronnert: „In meinem Gießener Veterinärmedizin-Studiengang 2007 waren von 180 Studierenden nur 20 Männer. Viele meiner Kommilitoninnen zog es zu den Kleintieren, Nutztiere sind noch immer eine eher männliche Domäne.“

Laut Bundestierärztekammer verdient man in der Nutztierpraxis am besten, als Assistenz in einer Kleintierpraxis ist das Gehalt deutlich niedriger. Bastian Bronnert war nach erfolgreich abgelegten Staatsexamen und der erforderlichen Approbation vier Jahre lang in einer Gemischtpraxis tätig: „Ich habe von Maus bis Rind alles behandelt und nebenbei promoviert. Not- und Wochenenddienste waren in dieser Zeit üblich: Wenn beispielsweise ein Rind eine Euterentzündung hatte oder das Kalb kam, mussten wir raus.“ Am Ende stand dann meist das gute Gefühl, dem Tier geholfen zu haben – ein Lohn, der die Mühe durchaus rechtfertigte.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Tierarzt/Tierärztin)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchworte: Tiermedizin, Veterinärmedizin)
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V.

www.tieraerzteverband.de

Bundestierärztekammer

www.bundestieraerztekammer.de

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG)

www.dvg.net

Berufsverband der verbeamteten Tierärzte

www.amtstieraerzte.de

abi>> 09.06.2016