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Tierische Vielfalt

Detailaufnahme von einem Schwein mit Ferkel im Stall.
Die Arbeit mit Schweinen oder Geflügel hat für Tiermediziner den Vorteil einer relativ planbaren Arbeitszeit.
Foto: Nancy Heusel

Interview

Tierische Vielfalt

Warum sollten Tiermediziner besonders kommunikationsstark sein? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt Heiko Färber im abi>> Interview. Er ist Geschäftsführer des Bundesverbands praktizierender Tierärzte e.V.

abi>> Welche fachlichen und persönlichen Qualifikationen sollte ein Tiermediziner mitbringen?

Ein Porträt-Foto von Heiko Färber

Heiko Färber

Foto: Privat

Heiko Färber: Man sollte unbedingt kommunikationsstark sein. Gerade im Kleintierbereich hat man es mit Tierhaltern zu tun, die gut informiert sind, alles für ihren Liebling tun würden und mitunter sehr diskussionsfreudig sind. Da muss man sich abgrenzen und seine Entscheidungen selbstbewusst kommunizieren. Tierliebe, keine Angst vor Tieren, körperliche Fitness und eine ausgeprägte naturwissenschaftliche Neigung sind ein Muss. Wer die Selbstständigkeit anstrebt, sollte betriebswirtschaftlich firm sein.

abi>> Wo haben zukünftige Tiermediziner die besten Chancen?

Heiko Färber: Da sich ein Großteil der Absolventen für Kleintiere oder Pferde entscheidet, hat man bei Rindern, Schweinen und Geflügel die größte Auswahl. Die Arbeit mit Nutztieren hat, zumindest bei Schweinen und Geflügel, den großen Vorteil einer relativ planbaren Arbeitszeit – nach 17 Uhr hat man in der Regel Feierabend.

abi>> Wie lässt sich der Berufseinstieg meistern?

Heiko Färber: Praktika in unterschiedlichen Bereichen erweitern in jedem Fall den Horizont. Außerdem sollte man nach dem Studium immer unbedingt einige Jahre angestellt arbeiten und gegebenenfalls die Weiterbildung zum Facharzt anstreben.

abi>> Wie sieht der Berufsalltag eines Tiermediziners aus?

Heiko Färber: In der Nutztiermedizin geht es in erster Linie um die Betreuung der Tierbestände in den landwirtschaftlichen Betrieben. Im Fokus steht dabei die regelmäßige Diagnostik, Analyse der ermittelten gesundheitsrelevanten Parameter, Beratung der Landwirte bezüglich Hygiene und Fütterung, Prophylaxe, Erstellung von Impf- und Sanierungskonzepten und Dokumentationen, die eine qualitätsgesicherte Nutztierhaltung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen garantieren. Kurative Tätigkeiten am Einzeltier, also Diagnose, Therapie und Heilung, rücken dabei in den Hintergrund. Bei Klein- und Heimtieren steht die Behandlung des einzelnen Tiers im Mittelpunkt. Für die Diagnostik hat der Veterinärmediziner hier viele Möglichkeiten zur Verfügung, wie Labor, Computertomographie, Ultraschall oder Röntgen. Wochenend- und Notdienste sind üblich, zum Beispiel in Tierkliniken.

abi>> Was sind die aktuellen Trends in der Tiermedizin?

Heiko Färber: Wir beobachten immer stärkere Spezialisierungen, zum Beispiel auf Onkologie oder Orthopädie für Kleintiere. Weitere Trends sind etwa Osteopathie, Homöopathie oder Chiropraktik: Mehr und mehr Tiermediziner öffnen sich diesen Bereichen.

abi>> 09.06.2016