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Hund, Katze … Rindvieh!

Junge Frau untersucht Kuh mit Stetoskop.
Kontrolluntersuchungen und Versorgung bei Notfällen gehören zum Alltag eines Tierarztes dazu.
Foto: Nancy Heusel

Tiermediziner

Hund, Katze … Rindvieh!

Tierarzt ist für viele Tierfreunde ein Traumberuf. Nach dem Studium stehen ihnen mehrere Bereiche offen – von der Klein- oder Nutztierpraxis über den Öffentlichen Dienst bis zur Forschung in der Pharmaindustrie. Überhaupt sind die Chancen auf dem Berufsmarkt gut.

Bellen, Miauen oder Zwitschern? Wenn der Tag beginnt, weiß Katinka Hartmann nie, welche Laute sie durch den Tag begleiten werden. Die Tierärztin arbeitet seit 2017 in einer Tierarztpraxis für Kleintiere in Berlin. „In der täglichen Sprechstunde habe ich mit Haustieren wie Meerschweinchen, Hunden und Katzen zu tun. Ich führe Kontrolluntersuchungen durch und muss Notfälle versorgen.“, erzählt die 34-Jährige. Dabei muss sie selbstständig entscheiden, ob sie Blut entnimmt, einen Ultraschall macht oder röntgt, und welche Schritte als nächstes nötig sind. Manchmal muss Katinka Hartmann Tiere aber auch einschläfern – keine leichte Aufgabe.

„Ich schätze an meinem Beruf, dass die Arbeitstage so abwechslungsreich sind“, sagt die Tiermedizinerin. „Der medizinische Aspekt ist spannend, weil der Körper ein so komplexes System ist und man Krankheiten oft wie ein Puzzle zusammensetzen und verstehen muss.“ Als Tierärztin hat sie allerdings nicht nur mit tierischen Patienten zu tun, sondern auch mit deren Haltern. „Der Kontakt zu unterschiedlichen Menschen bereitet mir Freude, ist aber auch eine Herausforderung. Schließlich reagiert jeder Mensch anders darauf, wenn es dem eigenen Tier schlecht geht – da ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich.“

Die Arbeit als Tiermediziner reizt viele Abiturienten. Im Wintersemester 2017/18 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 994 Studienanfänger im Fach „Tiermedizin/Veterinärmedizin“. Die Mehrheit von ihnen waren Frauen – exakt 840. Insgesamt waren in diesem Semester fast 8.000 Studierende in das Fach eingeschrieben. Diese Zahlen waren in den vergangenen Jahren relativ stabil. Wer als Tierarzt praktizieren möchte, benötigt grundsätzlich das Staatsexamen sowie eine Approbation, also die staatliche Zulassung. Die Bewerbung für das bundesweit zulassungsbeschränkte Studium erfolgt über hochschulstart.de.

Viele Tierärzte sind selbstständig

Nach dem Studium gibt es für die Absolventen unterschiedliche Arbeitsfelder. Auch wenn sich sehr viele für den Weg in eine Klein- oder Nutztierpraxis entscheiden, stehen Tiermedizinern noch andere Bereiche offen: Sie können beispielsweise im öffentlichen Dienst arbeiten, in der Lebensmittelkontrolle, im Veterinäramt, im Tierschutz oder in der Pharmaforschung.

Einen genaueren Überblick über den Arbeitsmarkt für Tiermediziner gibt die Tierärztestatistik 2017 der Bundestierärztekammer. Ganz allgemein lässt sich demnach festhalten, dass im Dezember 2017 insgesamt 41.400 Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland registriert waren – davon waren 30.300 auch tatsächlich tierärztlich tätig. Die anderen in der Statistik erfassten waren beispielsweise in Elternzeit, berufsfremd tätig oder im Ruhestand.

Die meisten Tierärzte (12.000) waren 2017 als Selbstständige in eigenen Praxen tätig. Man spricht hier auch von niedergelassenen Tierärzten. Rund 9.200 von ihnen arbeiteten als eigener Chef in Einzelpraxen. 2.500 Tierärzte schlossen sich zu Gemeinschaftspraxen zusammen. Hier verteilt sich die Last der Verantwortung auf mehrere Schultern, da die Gemeinschaftspraxis als wirtschaftliche und rechtliche Einheit auftritt. In sogenannten Gruppenpraxen behandelten 270 Tierärzte. Bei diesem lockeren Zusammenschluss bleiben die einzelnen Tierärzte rechtlich selbstständig, nutzen jedoch gemeinsame Räume, Geräte und gegebenenfalls auch Personal.

Auch hinsichtlich ihrer tierischen Patienten unterschieden sich die Praxen: 6.100 Tiermediziner widmeten sich ausschließlich Kleintieren, 4.500 behandelten sowohl Klein- als auch Nutztiere. 1.100 Tierärzte versorgten nur Nutztiere.

Hoher Frauenanteil

Nach dem Studium oder der Promotion entscheiden sich viele junge Tiermediziner zunächst für eine nicht-selbstständige Tätigkeit als Assistentin oder Assistent in einer tierärztlichen Praxis oder Klinik. Diese Stellen als Praxisassistenten sind eine gute Möglichkeit, um Berufserfahrungen zu sammeln. 2017 wurden knapp 8.400 Praxisassistenten erfasst – fast 7.000 von ihnen waren weiblich.

Ein weiteres Berufsfeld ist der öffentliche Dienst, wo Tiermediziner als Beamte sowie Angestellte gefragt sind. So gab es laut der Erhebung gut 1.500 beamtete Tiermediziner, die vor allem in der Veterinärverwaltung der Länder und Kreise/Gemeinden arbeiteten. Als angestellte Tierärzte im öffentlichen Dienst wurden mehr als 4.700 erfasst, die etwa beim Tiergesundheitsdienst oder der Veterinärverwaltung tätig waren. Auch in der Privatwirtschaft finden Tiermediziner Jobs: 2017 waren es 1.500, wovon fast alle in der pharmazeutischen Industrie (gut 1.400) arbeiteten.

Tiermediziner sind gefragt

Insgesamt sind die Jobchancen für Tierärzte gut: „Bei Tierärzten herrscht Vollbeschäftigung“, erklärt Ilona Mirtschin vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. „Verbände sagen, dass sich in vielen Regionen bereits ein Fachkräftemangel abzeichnet.“ Demnach gab es 2017 im Jahresdurchschnitt nur knapp 500 arbeitslos gemeldete Tiermediziner. „Ihre Zahl hat sich in den vergangenen Jahren etwas verringert“, berichtet die Expertin. Die Zahl der gemeldeten Stellen habe sich dagegen zuletzt erhöht, auf knapp 160 im Jahresdurchschnitt 2017 (siehe Infografiken "Arbeitsmarkt Tiermediziner").

In welchen Bereichen sind die beruflichen Chancen derzeit aber am besten? „Das sind definitiv die ländlichen Praxen für Nutztiere wie Geflügel und Rinder“, sagt der Ehrenpräsident der Bundestierärztekammer, Prof. Theodor Mantel (siehe Interview „Liebe zum Tier reicht nicht“). „Wir haben erhebliche Probleme, dafür junge Tiermediziner zu finden. Dabei hat man dort nicht nur gute Einstiegschancen. In Nutztierpraxen sind die Gehälter auch höher als in Kleintierpraxen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Tiermediziner).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Tiermedizin).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach Weiterbildungen suchen (Suchwort: Tiermedizin).
http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

BERUFETV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

Berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen zum Beruf „Tiermediziner/-in“ sowie zu verwandten interessanten Berufen findest du im Teilberufsfeld „Tiermedizin“.
berufsfeld-info.de/abi

Bundetierärztekammer

Umfassende Informationen zum Thema Tiermedizin gibt es bei der Bundestierärztekammer.
www.bundestieraerztekammer.de

Bundesverband praktizierender Tierärzte

www.tieraerzteverband.de

Bund angestellter Tierärzte e.V.

www.bundangestelltertieraerzte.de

abi>> 19.11.2018