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„Spannender Einblick in Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit“

Elektro-Auto wird gerade geladen.
Der Trend in der Automobilbranche geht in Richtung E-Mobilität. Dennoch setzen die Hersteller auch weiterhin auf die klassischen Antriebsarten.
Foto: Martin Rehm

Automobilbranche – Interview

„Spannender Einblick in Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit“

Wie steht es um die deutsche Automobilbranche? Und welche beruflichen Möglichkeiten bietet sie? abi>> sprach mit Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie.

abi>> Herr Bräunig, wo sehen Sie die wichtigsten Trends und Entwicklungen in der Automobilindustrie?

Klaus Bräunig: Die Entwicklung alternativer Antriebe und die Digitalisierung führen in der deutschen Autobranche zum größten Wandel seit der Erfindung des Automobils. Zum einen arbeiten Hersteller und Zulieferer seit Jahren an der Vision „Zero Emission“. Dahinter steht der Anspruch, Fahrzeuge herzustellen, die weder Abgase noch CO2 ausstoßen. Elektromobilität ist dazu ein entscheidender Schlüssel. Zum anderen sprechen wir von der digitalen Transformation einer ganzen Branche durch das vernetzte und automatisierte Fahren. Dabei geht es nicht nur um eine neue Technologie, sondern auch um den Weg in eine neue, digitale und vernetzte Mobilitätswelt – mit neuen Wettbewerbern, neuen Services und neuen Geschäftsmodellen.

abi>> Welches sind die größten Herausforderungen der Branche?

Ein Porträt-Foto von Klaus Bräunig

Klaus Bräunig

Foto: privat

Klaus Bräunig: Noch ist nicht klar, welche Antriebsart sich weltweit in Zukunft durchsetzen wird. Daher verfolgt die deutsche Automobilindustrie eine Fächerstrategie: Sie bietet einen Mix an Antriebsarten an – vom Verbrenner, den sie immer weiter optimiert, bis zum E-Motor mit Batterie oder Brennstoffzelle. Dabei investieren Hersteller wie auch Zulieferer mehr als alle anderen Branchen in Forschung und Entwicklung, einen Großteil davon in alternative Antriebe.

abi>> Wie stehen derzeit die Chancen auf einen Berufseinstieg in der Automobilbranche?

Klaus Bräunig: Angesichts steigender Anforderungen an individuelle und umweltschonende Mobilität stellt die Automobilindustrie eine Wachstumsbranche dar. Bei jungen Menschen zählen die Automobilunternehmen in allen Umfragen zu den beliebtesten Arbeitgebern. Sowohl Absolventen aus technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern, wie Ingenieure und Betriebswirte, als auch aus den Bereichen Rechtswissenschaften und Design sind gefragt. Wer sich für die Automobilbranche entscheidet, den erwartet ein spannender Einblick in Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit.

abi>> Welche Fähigkeiten sollten junge Leute mitbringen, die in der Automobilindustrie arbeiten wollen?

Klaus Bräunig: Damit der Technologiestandort Deutschland attraktiv bleibt, sollte der Nachwuchs vor allem Begeisterung für Technik mitbringen. Insbesondere die moderne Informationstechnologie im Auto spielt dabei eine immer wichtigere Rolle.

abi>> Hat die politische Situation in den USA Einfluss auf die deutsche Automobilindustrie?

Klaus Bräunig: Die „Amerika zuerst“-Politik besorgt uns, weil sie auch Auswirkungen auf den freien Welthandel haben könnte. Auch der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU und die zunehmenden protektionistischen Tendenzen in vielen Weltregionen sind keine positive Nachricht. Für den Industriestandort Deutschland ist das deshalb so relevant, weil sich der Wohlstand dieses Landes auf seiner Exportstärke gründet. Drei von vier Autos, die in Deutschland produziert werden, gehen ins Ausland. Das heißt: Kaum ein anderes Land ist so auf freie Märkte angewiesen wie Deutschland.

abi>> 09.10.2017

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