Maßgeschneiderte Enzyme – und vieles mehr

Zitronensäure wird unter dem Mikroskop näher angesehen. Das Bild sieht man an einem Bildschirm.
Laborexperimente auswerten, Trainings durchführen und Biopharmazeutika herstellen - das und mehr erwartet einen in einem Biotechnologieunternehmen.
Foto: Martin Rehm

Biotechnologie – Hintergrund

Maßgeschneiderte Enzyme – und vieles mehr

Die Biotechnologie ist eine äußerst facettenreiche Branche. Geprägt von technologischen Umbrüchen, bietet sie Chancen und setzt neue Maßstäbe.

Michelle Claire Dargatz arbeitet bei dem Unternehmen Evonik im Segment Nutrition & Care am Forschungsstandort Halle (Westfalen). „Es geht hier zum Beispiel darum, einen neuen molekularen Test für den Nachweis von Krankheitserregern in Tierbeständen zu entwickeln“, sagt die Molekularbiologin Michelle Claire Dargatz. Alles fängt an mit einer Literaturrecherche und der Suche nach geeigneten Biomarkern, also messbaren und aussagestarken Parametern biologischer Prozesse.

Dann geht es ans Ausprobieren: Laborexperimente werden geplant, durchgeführt und ausgewertet. Am aufregendsten ist für die 27-Jährige der Moment, wenn das erste Ergebnis da ist: Hat es funktioniert oder nicht? „Dabei ist es besonders wichtig, sich nie entmutigen zu lassen, die Biologie ist eigenwillig und auch ausgeklügelte Experimente können schief gehen. Die Erklärung für das Scheitern zu finden macht fast genau so viel Spaß, wie wenn es auf Anhieb klappt. Manchmal muss man auch ganz spontan reagieren und eine Planung über den Haufen werfen.“ Auch die Kreativität kommt also nicht zu kurz bei der Suche nach einer Lösung.

Molekulare Tests für den globalen Markt

Ein Porträt-Foto von Michelle Claire Dargatz

Michelle Claire Dargatz

Foto: Herr Henning

Die von ihr und ihren Teamkollegen fertig entwickelten Tests werden bei Kunden und Kooperationspartnern weltweit implementiert. „Ich reise zu den jeweiligen Standorten, unterstütze beim Aufbau des molekulardiagnostischen Laborequipments und führe Trainings durch“, erklärt Michelle Claire Dargatz. „Bei meinen Reisen – zuletzt nach China und Kanada – werde ich sehr herzlich empfangen und kann auch auf kultureller Ebene viele neue Erfahrungen sammeln.“ Die Basis für ihre Aufgaben bildete ein Bachelorstudium in Molekularbiologie an den Universitäten in Bielefeld und Uppsala, gefolgt von einem Masterstudium in Molekularer Biotechnologie an der Universität Bonn.

Farbcodes für Aufgabenfelder

Michelle Claire Dargatz‘ Arbeitsgebiet ist nur einer von vielen Bereichen der Biotechnologie (siehe auch FAQ „Fragen und Antworten rund um die Biotechnologie“). Grundsätzlich geht es bei dieser hochinnovativen Disziplin immer darum, der Natur schlaue Prozesse abzuschauen und diese für die Entwicklung und Herstellung von Produkten und Dienstleistungen zu nutzen. „Die deutsche Biotechnologiebranche ist vor allem im Bereich medizinische und industrielle Biotechnologie sehr aktiv“, sagt Dr. Viola Bronsema, Geschäftsführerin der Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e. V. (BIO Deutschland). „Viele der etwa 650 kleinen und mittelgroßen Unternehmen entwickeln Therapien und Diagnostika. Andere arbeiten daran, industrielle Prozesse durch ihre Produkte besser und nachhaltiger zu machen, zum Beispiel durch maßgeschneiderte Enzyme.“ Ein altbewährtes und einfaches Beispiel für den Einsatz der Eiweißmoleküle sind etwa Pilzextrakte im Brauereiweisen, die die Umwandlung von Stärke in Zucker beschleunigen.

Viele Unternehmen bieten zudem Services an. Diese rangieren von der Auftragsherstellung von biologischem Material bis hin zur Zulieferung von Technologieplattformen, also verschiedenen Technologien etwa für die Forschung. „Zudem forschen, entwickeln und produzieren verschiedene Großunternehmen in Deutschland auch im Bereich Biotechnologie, beispielsweise bei der Herstellung von Biopharmazeutika oder biologischen Stoffen“, ergänzt Dr. Viola Bronsema.

Und welche aktuellen Trends zeichnen sich in der Branche derzeit ab? Hier nennt die Expertin vor allem das „Genome Editing“, also molekularbiologische Techniken, mit denen die DNA zielgerichtet verändert wird. Durch sie ergäben sich neue Möglichkeiten, innovative Produkte und Verfahren schneller zu entwickeln. „Wir erwarten diesbezüglich große Neuerungen und Chancen, aber auch Herausforderungen für unsere Branche. Die Technik scheint derzeit weiter entwickelt als das Aufnahmevermögen von Traditionsindustrien und Gesellschaft“, meint sie.

Eine Branche im Wachstum

Ein Porträt-Foto von Dr. Viola Bronsema

Dr. Viola Bronsema

Foto: privat

Die aktuell verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2017 zeichnen laut BIO Deutschland ein positives Bild für die Branche. Dazu Dr. Viola Bronsema: „Wenn wir nur die kleinen und mittleren Biotechnologieunternehmen (KMU) betrachten, sehen wir ein deutliches Plus von zwölf Prozent bei der Beschäftigung. Rund 26.000 Fachkräfte arbeiteten 2017 in den Biotech-KMU. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf vier Milliarden Euro.“ Gut die Hälfte der Biotech-Unternehmen war laut BIOCOM-Report „The German Biotechnology Sector“ im Bereich Gesundheit und Medizin tätig.

Die Beschäftigung von Biotechnologen hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. „Im Juni 2018 waren insgesamt 7.400 Menschen in der Biotechnologie, Biochemie und Bioinformatik als Experten sozialversicherungspflichtig beschäftigt, also in Tätigkeiten, die einen akademischen Abschluss erfordern“, sagt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. „Diese arbeiten vor allem in Forschung und Entwicklung, an Universitäten und Hochschulen, im Gesundheitswesen sowie in der pharmazeutischen Industrie.“

Spannende Ausbildungen für Abiturienten

Im Jahresdurchschnitt 2018 gab es in den drei genannten Berufen 1.400 arbeitslose Experten. Ihre Zahl ist gegenüber 2017 um zehn Prozent zurückgegangen. Zum Vergleich: Die Zahl der arbeitslosen Akademiker insgesamt hat in diesem Zeitraum lediglich um vier Prozent abgenommen. „Für Experten in der Biotechnologie, Biochemie und Bioinformatik explizit werden der Bundesagentur für Arbeit allerdings nur wenige Arbeitsstellen gemeldet; im Jahresdurchschnitt 2018 waren es 160. Hochschulabsolventen sollten also flexibel sein.“ Für Abiturienten sind übrigens auch Ausbildungsberufe in der Biotechnologie interessant. Der überwiegende Teil der Ausbildungsverträge als Biolaborant/in, Pharmakant/in oder Chemielaborant/in wurde 2017 von (Fach-)Abiturienten abgeschlossen. Im Juni 2018 gab es insgesamt 199.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den drei Berufen, zwei Prozent mehr als vor einem Jahr.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Biotechnologie).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Biotechnologie).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld „Bio- und Gen­techno­logie, Erneuer­bare Energien“.
https://berufsfeld-info.de/abi/bio-gentechnologie-erneuerbare-energien

Bioökonomierat – unabhängiges Beratungsgremium für die Bundesregierung

http://biooekonomierat.de

Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e.V. (BIO Deutschland e. V.)

www.biodeutschland.org/de

Brachenportal Biotechnologie (Betreiber: BIOCOM AG)

www.biotechnologie.de

DECHEMA – Gesellschaft für chemische Technik und Biotechnologie e.V.

https://dechema.de

Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (beim Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)

www.vci.de/dib/startseite.jsp

European Biotechnology Network AISBL

http://european-biotechnology.net

Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V.

https://gbm-online.de

Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik GTBB

www.gtbb.net

IWBio - Industrieverbund Weiße Biotechnologie e.V.

www.iwbio.de

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. – VBIO

www.vbio.de

Verein Deutscher Ingenieure (VDI) e. V. – Fachbereich Biotechnologie

www.vdi.de/technik/fachthemen/technologies-of-life-sciences/fachbereiche/biotechnologie

Vereinigung Deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU)

http://v-b-u.org

Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) e.V.

http://vaam.de

 

Biotechnologie - Berufs- und Arbeitsfelder

Berufe im Überblick

Die Biotech-Branche bietet viele spannende Berufe. Für einige bedarf es eines Hochschulstudiums, andere erreicht man mit einer Ausbildung. abi>> nennt eine Auswahl.

Studienberufe:

Ingenieur/in – Biotechnologie

Aufgaben:
Biologische Vorgänge in Zellen sowie den Aufbau von Zellbestandteilen analysieren. Anlagen und Apparate entwickeln, mit denen die Forschungserkenntnisse auf die Produktion in der chemischen und pharmazeutischen Industrie übertragen werden können.

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie und des Anlagenbaus für die Biotechnologie; Betriebe der Saatguterzeugung und der Nahrungsmittelindustrie; Labors für chemische Untersuchungen; Institute und Unternehmen im Bereich der medizinischen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschung.
Mehr zum Studienberuf „Ingenieur/in – Biotechnologie“ auf BERUFENET >>

Biochemiker/in

Aufgaben:
Chemische sowie physikalisch-chemische Prozesse auf molekularer Ebene untersuchen. Verschiedene Aufgaben bei der Herstellung biochemischer Erzeugnisse, in der Produktentwicklung, der Qualitätssicherung oder im Beratungswesen.

Mögliche Arbeitgeber:
Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Hochschulkliniken und medizinische Labors; Unternehmen der chemischen, pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie; Umweltämter, Ämter zur Lebensmittelüberwachung oder Untersuchungslabors für Lebensmittelhygiene.
Mehr zum Studienberuf „Biochemiker/in“ auf BERUFENET >>

Biologe/Biologin

Aufgaben:
Strukturen und Vorgänge bei Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen untersuchen. Unterschiedliche Aufgaben in der Herstellung von Medizinprodukten, in der Produktentwicklung, der Qualitätssicherung, in Vertrieb und Kundenberatung oder im Umweltschutz.

Mögliche Arbeitgeber:
Hochschulen und Forschungsinstitute, Unternehmen der Pharma- und Chemieindustrie; Einrichtungen im Gesundheitswesen, zum Beispiel Laboratorien von Krankenhäusern; Organisationen der öffentlichen Verwaltung, etwa Umweltämter.
Mehr zum Studienberuf „Biologe/Biologin“ auf BERUFENET >>

Ausbildungsberufe:

Biologielaborant/in

Aufgaben:
Untersuchungen an Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Zellkulturen vorbereiten und durchführen. Versuchsabläufe beobachten, kontrollieren und protokollieren sowie die Ergebnisse auswerten.

Mögliche Arbeitgeber:
Einrichtungen der medizinischen und biologischen Forschung, angewandte Medizin, öffentliches Gesundheitswesen, Pharma- und Kosmetikhersteller, Lebensmittelhersteller, biotechnische Produktion, Krankenhäuser.
Mehr zum Ausbildungsberuf „Biologielaborant/in“ auf BERUFENET >>

Chemielaborant/in

Aufgaben:
Chemische Untersuchungen und Versuchsreihen vorbereiten beziehungsweise durchführen. Stoffe analysieren, Stoffgemische trennen und chemische Substanzen herstellen. Die Arbeit dokumentieren und die protokollierten Ergebnisse auswerten.

Mögliche Arbeitgeber:
Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie, Farben- und Lackindustrie, Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie, naturwissenschaftliche und medizinische Institute von Hochschulen, Firmen der chemischen Untersuchung und Beratung, Umweltämter.
Mehr zum Ausbildungsberuf „Chemielaborant/in“ auf BERUFENET >>

Pharmakant/in

Aufgaben:
An automatisierten Maschinen und Anlagen Arzneimittel industriell herstellen und verpacken.

Mögliche Arbeitgeber:
Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, Chemieunternehmen.
Mehr zum Ausbildungsberuf „Pharmakant/in“ auf BERUFENET >>

 

Biotechnologie – FAQ

Fragen und Antworten rund um die Biotechnologie

Biotechnologie ist ein spannendes, aber nicht ganz einfach zu verstehendes Feld. abi>> beantwortet deshalb einige wichtige Fragen.

Was ist Biotechnologie?

„Biotechnologie ist die Anwendung von Wissenschaft und Technik auf lebende Organismen, Teile von ihnen, ihre Produkte oder Modelle von ihnen zwecks Veränderung von lebender oder nichtlebender Materie zur Erweiterung des Wissensstandes, zur Herstellung von Gütern und zur Bereitstellung von Dienstleistungen“ – so definiert es die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Etwas einfacher formuliert: Biotechnologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Nutzung von Zellen, Enzymen und Co. für technische Anwendungen beschäftigt. Ein einfaches Beispiel ist etwa die industrielle Herstellung von Käse. Die Einsatzbereiche reichen von Gesundheit, Ernährung und Landwirtschaft bis hin zu Energie und Umweltschutz – um nur einige zu nennen.

Was bedeutet rote, grüne und weiße Biotechnologie?

Es handelt sich dabei um eine Art Farbcode, der sich etabliert hat, um die einzelnen Einsatzfelder der Branche besser unterscheiden zu können. Bei der roten Biotechnologie steht die medizinisch-pharmazeutische Anwendung im Fokus, bei der grünen geht es um die Veränderung von Nutzpflanzen. Gelb steht für Insekten-, Grau für Umwelt-Biotech. Die Farbe Weiß kennzeichnet den Einsatz von Biotechnologie in der Industrie und Blau signalisiert die Nutzung von Organismen aus dem Meer. Die deutsche Biotech-Branche wird seit Jahren von der Farbe Rot dominiert – ihr Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und neuen diagnostischen Methoden.

Welche verschiedenen Anwendungsbereiche für Biotechnologie gibt es?

Die Biotechnologie findet sich überall in unserem Alltag, zum Beispiel in Enzymen zum Brotbacken, bei der Käse- oder Schinkenherstellung. Moderne Wasch- und Spülmittel sind mit Hilfe biotechnologischer Methoden optimiert. Ein weiterer großer Anwendungsbereich ist die Medizin, etwa bei Insulin für Diabetiker oder wirkungsstarken Antikörpern gegen Krebs oder Rheuma. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Impfstoffe, sei es gegen Grippe, Keuchhusten, Kinderlähmung oder Ebola und das Zika-Virus.

Was ist der Unterschied zwischen Biotech und Bionik?

Biotechnologie ist die Anwendung von Wissen und Technik auf lebende Organismen oder Teile von ihnen, zum Beispiel die Verbesserung eines Enzyms. Die Bionik überträgt Phänomene der Natur zurück auf die Technik, zum Beispiel sind die Widerhaken von Kletten aus dem Pflanzenreich Vorbild für den Klettverschluss.

Worin liegen die Wurzeln der Biotechnologie?

Die Wurzeln der Biotechnologie sind mehrere tausend Jahre alt. So haben schon die alten Ägypter Gärungsprozesse genutzt, um beispielsweise Bier zu brauen. Der Begriff „Biotechnologie“ wurde vor 100 Jahren in Deutschland geboren. Seitdem entstanden ganz besondere Meilensteine für die moderne Biotechnologie, wie die Produktion von Antibiotika im Großmaßstab, die Erfindung der Gentechnik und die Entschlüsselung des menschlichen Genoms.

Unter welchen Namen werden Biotechnologie-Studiengänge angeboten?

Wenn früher lediglich die Auswahl zwischen den Fächern Biologie, Biochemie und Chemie bestand, kann man heute aus einer Vielzahl von Studiengängen auswählen, die sich (auch) mit Biotechnologie beschäftigen. Dazu zählen die Bachelorstudiengänge Agrarbiologie, Molekulare oder Medizinische Biotechnologie, Biologische Chemie, Lebensmittelbiotechnologie oder Verfahrenstechnik.

 

Branchenumfrage

Einstellungspraxis: Biotechnologie

Folgende Firmen haben sich an unserer Branchenumfrage beteiligt und zu ihrer Einstellungspraxis Angaben gemacht:

BRAIN AG

Kontakt

Für Bewerbungen: hr@brain-biotech.de

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss

Gesamtgruppe weltweit: ca. 300 Mitarbeiter/innen
BRAIN AG, Zwingenberg: Ca. 125 / davon rund 60 Prozent mit Hochschulabschluss

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr

In Zwingenberg: Circa zehn Mitarbeiter/innen, darunter sieben bis acht mit Hochschulabschluss

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf

Forschung und Entwicklung

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)

Biologie

Biotechnologie-Ingenieurwesen

Chemie

Chemieingenieurwesen

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse 

Englisch als Grundvoraussetzung

Erfahrungen in der Mikrobiologie, Molekularbiologie, Proteinchemie und/oder Zellbiologie

Kenntnisse in Fermentations- und Prozesstechnik

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten 

Berufsausbildungen:

Biologielaborant/in

Kaufmann/-frau für Büromanagement

Möglichkeit eines berufsbegleitenden Aufbaustudiums nach der Ausbildung

Abschlussarbeiten möglich?

Praxissemester (Pflichtpraktikum)

Bachelor- und Masterarbeiten (Mindestdauer: sechs Monate)

>> nach oben

Lophius Biosciences GmbH

 Kontakt

Kontakt: Simone Lieb

www.lophius.com/lophius.html

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss 

20 / 18

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr

Regelmäßiger Bedarf im Bereich Biotech/Biologe und bei technischen Assistenten/-innen und Praktikanten/-innen

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf

Entwicklung

Klinische Studien

Krankenkassenerstattung

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)

Bachelor

Master

Dr. in Molekularbiologie/Immunologie

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse

Guter Studienabschluss

Sehr gute Englischkenntnisse

Praktikum mit Spezialkenntnissen wie Gesundheitsökonomie, Monitoring klinischer Studien, Statistik, betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse

Nachweis hoher Flexibilität, sich in neue Aufgabengebiete einzuarbeiten (abseits des Studiums)

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten

Keine

Abschlussarbeiten möglich?

Ja, Bachelor und Master in Molekularbiologie, Immunologie, Biotechnologie

>> nach oben

4SC AG

Kontakt

Kontakt: Susanne Kerner

www.4sc.de

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss

47 / 35

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr

4 / 3

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf

Naturwissenschaftliche Bereiche

Biologie / Chemie / klinische Entwicklung

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)

Biologie

Chemie

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse

Je nach Stelle Masterstudium oder Promotion

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten

Keine

Abschlussarbeiten möglich?

Nein

>> nach oben

 

Ingenieur für Biotechnologie

Wenn Mikroorganismen bei der Produktion helfen …

Sebastian Hohlreiter (26) arbeitet als Ingenieur für Biotechnologie bei der BRAIN AG im hessischen Zwingenberg. Seine Aufgaben reichen von der Versuchsplanung bis zur Präsentation.

Eine der Hauptaufgaben von Sebastian Hohlreiter besteht darin, Mikroorganismen zu kultivieren, die für die Herstellung eines bestimmten Produkts benötigt werden – zum Beispiel Enzyme für Nahrungsmittel, Getränke, Wundversorgungspräparate oder Schmierstoffe. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich „Bioprocess Development and Downstream Processing“ überwacht er den Prozess der Kultivierung mit Argusaugen. „Es geht darum, Abweichungen von der Norm zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren, um einen fehlerfreien Versuch zu garantieren.“

Mehr Bioethanol dank Enzym

Ein Porträt-Foto von Sebastian Hohlreiter

Sebastian Hohlreiter

Foto: Maren Marheineke

Die kultivierten Mikroorganismen erzeugen einen Wertstoff, der von unerwünschten Bestandteilen wie Nebenproteinen, Zelltrümmern oder DNA isoliert werden muss. Sebastian Hohlreiter gewinnt also mit Hilfe vielfältiger biochemischer Methoden einen Reinstoff und erzeugt so das gewünschte Produkt. „In den meisten Fällen ist nicht von Anfang an klar, wie genau der Prozess ablaufen muss, um eine große Menge des Produkts zu generieren. Daher bedeutet ein Großteil meiner Arbeit Entwicklung und Optimierung. Das wiederum passiert zum Beispiel, indem Prozessparameter wie pH-Wert und Temperatur angepasst werden.“ Er achtet außerdem darauf, dass der Prozess wirtschaftlich sinnvoll bleibt und gegebenenfalls kostensenkende Maßnahmen ergriffen werden.

Zurzeit arbeitet Sebastian Hohlreiter in einem Team, das sich mit der Entwicklung, Herstellung und Verbesserung eines bestimmten Enzyms beschäftigt. „Dieses Enzym erhöht die Ausbeute bei der Bioethanol-Herstellung und leistet somit einen entscheidenden Beitrag, Bioethanol wettbewerbsfähig zu machen.“ Bioethanol wird beispielsweise dem Kraftstoff E10 beigemischt.

Der Ingenieur hat dabei vielfältige und umfassende Aufgaben. „Typisch für meine Arbeit ist, dass ich alle Versuche selbstständig plane und in Absprache mit dem Projektleiter ausführe. Anschließend werte ich sie aus und stelle sie sowohl vor der Projektgruppe als auch der gesamten Abteilung vor.“ Neben dem 26-Jährigen als Spezialist aus dem Bereich Bioprozessentwicklung gehören zum Team mehrere Molekularbiologen und Mikrobiologen, die sich mit der Herstellung von optimierten Mikroorganismen beschäftigen.

„Wissensstand ständig erweitern“

Neben einer selbstständigen Arbeitsweise erfordert Sebastian Hohlreiters Beruf auch Planungsfähigkeit, Flexibilität, sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, eine Affinität zur Mathematik sowie Neugier für neue Techniken und Methoden. „Es gibt täglich neue Erkenntnisse, die einem bei der eigenen Arbeit enorm weiterhelfen“, sagt Sebastian Hohlreiter. „Damit verbunden ist, dass man seinen Wissensstand auch nach dem Studium ständig erweitert. Eine ordentliche Portion Teamwork gehört ebenso dazu. Insbesondere, da ich eng verzahnt mit anderen Abteilungen arbeite.“

Sein fachliches Know-how eignete er sich im Rahmen des Bachelorstudiengangs Biotechnologie an der Hochschule Mannheim an, gefolgt von einem vertiefenden Masterstudium in Biotechnologie an der Fachhochschule Aachen am Campus Jülich.

Weil ihm die praktische Arbeit im Labor so gut gefällt, möchte Sebastian Hohlreiter auch die nächsten Jahre dort arbeiten. „Grundsätzlich kann ich mir in Zukunft aber auch vorstellen, im Projektmanagement oder in der Produktion zu arbeiten. Generell bieten sich mit einem Studium der Biotechnologie vielfältige Karrieremöglichkeiten, vom Labormitarbeiter über Sales, Marketing, Projektleitung bis hin zu Consulting oder Journalismus.“

 

abi» Quiz

Biotechnologie: echt oder erfunden?

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Stand: 25.08.2019